Interview: Günter Blaschke: Besser ist anders

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Fotos: Rational, Kirchner häufig als gro-ber Irrweg herausgestellt. Viele Unternehmenskäufe sind ein Beispiel dafür. Sie sprechen von einer Sogwir-kung, die Produkte erzielen müs-sen. Wie funktioniert dies heute? Letztlich rankt sich die Rational- Erfolgsstory um Innovationen bei Produkt und Dienstleistungen. Als Spezialist geht es uns darum, auf der Basis unseres tiefen Wis-sens etwa alle zehn Jahre etwas wirklich Neues zu erfinden, das einen echten erlebbaren und un-erwarteten Zusatznutzen liefert und so die Kunden begeistert. Wir sind überzeugt, dass mit zu-nehmendem Kundennutzen die Attraktivität und damit auch die Sogwirkung unseres Unterneh-mens steigt, weil immer mehr Kunden sich wünschen, mit die-sem Gerät zu arbeiten. Wir ha-ben uns daher immer am Kun-den und nicht am Wettbewerb orientiert – we-der im Jahr 1976, als wir den ersten Kombidämpfer lancierten und zu-nächst abwartend belächelt wurden, noch heute, wo wir selbst in Deutschland bei hoher Marktdurchdringung wei-ter wachsen. Dabei halten wir am Grundprinzip fest, ein besseres Produkt nicht zu einem höheren Preis zu verkaufen, wie zuletzt auch beim SelfCookingCenter® whitefficiency ®, da ein höherer Preis keinem Kunden nützt. Un-sere Teilnahme an Wettbewer-ben, die wir als Benchmark für unsere Qualität nutzen, bestätigt uns stets in unserem Innovations-weg. Die letzte Infratest-Studie zeigt z. B., dass 84 % unserer Kunden begeistert sind, also mehr als nur zufrieden, und uns jederzeit weiterempfehlen. Auch nach 40 Jahren hält Rational fast stoisch an einem Produkt fest. Warum? Wir sehen uns nicht als „Kombidämpferspezialisten“, der sich nur auf ein Produkt fokussiert. Vielmehr konzentrieren wir uns, nach der Leitlinie unseres Gründers und Unternehmers Siegfried Meister, auf eine Ziel-gruppe – die Profiköche – und haben eine Schlüsselaufgabe: die Entwicklung von innovativen Systemen zur Übertragung von Wärmeenergie auf Lebensmittel. Wir forschen dabei technolo-gieübergreifend. Das verringert das Risiko der Spezialisierung, verhindert Komplexität und bringt uns dem Kunden näher. 70 Ingenieure, Elektroniker, Kö- interview Herr Dr. Blaschke, Sie haben kürzlich einen Vortrag mit dem Titel „Umsatz, Wachstum und Gewinn sind keine Ziele“ gehal-ten. Rational wächst seit Jahr-zehnten. Was läuft „schief“? Natürlich nichts, aber es ist wich-tig zu wissen, dass Umsatz stets nur das Ergebnis aller unterneh-merischen Aktivitäten ist. Dazu zählen besonders die Bereiche Produkt, Dienstleistung, Markt-kommunikation sowie Preis- und Distributionspolitik. Nur diese Aktivitäten sind vom Unterneh-men selbst gestaltbar, d. h. sie sind so etwas wie die unabhän-gige Variable einer Gleichung. Der Umsatz seinerseits spiegelt die Kundenreaktionen auf das Gesamtaktivitätsspektrum wider. Es ist somit die abhängige Varia-ble der Gleichung – je attraktiver das Gesamtpaket für den Kun-den, desto höher die Nachfrage und der Umsatz. Dies gilt aber natürlich auch umgekehrt. Sich auf den Umsatz als Zielgröße zu konzentrieren, hat sich schon Besser ist anders WACHSTUM ZUM JUBILÄUM Mit einem Plus von 11 % konnte Rational im Geschäfts-jahr Umsatzer-löse 2012 die von 391,7 Mio. e auf 435 Mio. e steigern. Alle Regionen weltweit trugen zu dem Wachstum bei, besonders die Entwicklungen in Amerika und Asien seien besonders erfreulich. In Deutschland, dem umsatzstärksten Einzelmarkt, gelang Rational mit über 7.000 verkauften Geräten 2012 ein neuer Absatzrekord. Auch für das laufende Geschäftsjahr, dem 40. Geburtstag, zeigt man sich optimistisch. www.rational-online.com Wer besser sein will, muss anders sein – ist Dr. Günter Blaschke, Vorsitzender des Vorstands von Rational, überzeugt. Wir sprachen mit ihm über Führungsstile, Gärtnern und 40 Jahre Rational. 28 6-7/2013


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