Moormann Berge, Aschau im Chiemgau: Grand Hotel "Aussichtslos"

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Fotos: Moormann Berge Das BIO-Hotel Moormann Berge, Herberge im bayerischen Aschau, verzichtet auf typische Hotelannehmlichkeiten. Die Gäste finden dort Entschleunigung, Ruhe und Design. Die Ludwig Gruber Brunnwald 400 400,• A- A-6465 6465 Nassereith Nassereith Tel.Tel.: + +43-(43-(0)0)664-664-444 4448728 87 28 www.biohotels.info Moormann Berge 83229 Aschau im Chiemgau www.moormann-berge.de Die Pläne für die Lagerhalle lagen schon in der Schub-lade, als der Möbeldesig-ner Nils Holger Moormann in Aschau im bayerischen Chiem-gau ein benachbartes Grund-stück samt baufälligem Bauern-haus kaufte, das er renovierte. Erst als es an den Bau gehen sollte, stellte sich heraus, dass ein altes Bebauungsverbot seine Pläne durchkreuzte. Da er aber bereits viel Geld in die Renovie-rung gesteckt hatte und kurz vor dem Ruin stand, entschloss er sich, daraus eine Herberge zu schaffen, ausgestattet mit den selbst produzierten Möbeln. Im und um das „Grand Hotel Aus-sichtslos“, wie es der frischgeba-ckene Hotelier im Scherz nann-te, entstanden 16 individuelle „Quartiere“. Das Hotel erhielt den Namen Moormann Berge und entwickelte sich alles ande-re als aussichtslos. Erholung fin-den Gäste hier schnell: Es gibt keine Telefon- und Internetver-bindung und keinen Fernseher. „Viele unserer Gäste sind ge-schockt, wenn sie entdecken, dass es all diese Dinge in unse-rer Herberge nicht gibt“, erzählt Nils Holger Moormann. „Doch wenn sie sich darauf einlas-sen, erleben sie eine erholsame Zeit.“ Eine klassische Rezep-tion gibt es nicht und auch ei-nen Wellnessbereich sucht man vergeblich. Im Garten steht je-doch eine kleine Sauna, die die Gäste selbst bedienen können. Die meisten Quartiere verfügen über eine Küche zur Selbstver-sorgung, Restaurants gibt es nur im Ort. Tagungsgruppen haben allerdings auch die Möglichkeit, zusammen mit einem profes-sionellen Koch in der Gemein-schaftsküche zu kochen. Zum Frühstück bekommen die Gäste auf Wunsch ein Frühstückspaket mit Bio-Produkten aus der Region vor ihre Zimmertür gestellt. Bio mit Herzblut Die Ökologie des Hauses war für Nils Holger Moormann ein Anliegen, bei der Renovierung setzte er daher auf baubiologische Materialien. Seit Anfang 2013 ist die Herberge ein Mit-glied der BIO-Hotels. „Die Um-stellung auf 100 % Bio war nicht immer einfach, da einige meiner vorherigen Lieferanten aus der Region nicht zertifiziert sind“, berichtet der Ad-hoc-Hotelier. Bereut hat er die Entscheidung dennoch nicht: „Etwas anderes kam für mich nicht in Frage.“ Obwohl ein Hotel ursprünglich nicht auf der Agenda des Möbeldesigners stand, hat er viel Geld und Herzblut investiert – ein erfolgreicher Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Laufend kontrolliert, verändert und ver-bessert er sein Hotel und nimmt gerne Gästevorschläge an. Ob-wohl er anfangs des Hotels we-gen den Ruin fürchten musste, hat es ihm einiges eingebracht. Finanziell ist es jetzt erfolgreich und bringt ihm zudem neue Kunden für seine Designermöbel – also alles andere als ein aussichtsloses Unterfangen. aho Grand Hotel „Aussichtslos” 5/2013 37


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