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Am Anfang steht so oft das Jammern über etwas, dass zu wenig, zu schlecht, zu unüberwindbar ist – danach hoffentlich der Elan, etwas zu bewegen. Beim Depressionsthema Fachkräftemangel fällt es unserer Branche verständlicherweise schwer, den richtigen Drive zu finden. Zu sehr konfrontieren uns unsere aufwändig gewonnenen Azubis mit ihrem Wunsch nach der perfekten Work-Life-Balance, zu häufig verlieren wir Top-Mitarbeiter an andere Branchen, weil die Zuwendungen dort noch höher und attraktiver ausfallen. Neulich erst erzählte ein Zeigt her Eure Konzepte! Direktor eines Fünf-Sterne-Hotels in Kambodscha, dass er einen seiner besten Mitarbeiter an die Polizei verloren hat. Wie soll man sich gegen solch eine „Konkurrenz“ im Kampf um die besten Mitarbeiter noch absetzen können? Genug des Jammerns! Ideen und Konzepte sind angesagt – und hier gibt es eine gute Nachricht: Sie müssen nicht erst beim Mate-Tee zerredet werden, sondern es gibt sie bereits. Und zwar zahlreich. Unsere Premiere des 1. Hospitality HR Awards im April in Köln, zusammen mit der Deutschen Hotelakademie (DHA), war diesbezüglich ein Jungbrunnen. Einen riesigen Dank noch einmal an jeden Bewerber dieses neuen Preises und natürlich auch an die Förderer, die halfen, ihn umzusetzen! Sie alle haben gezeigt, was im Mitarbeiterbereich bereits möglich ist und sich als erfolgreich erwiesen hat – unabhängig von der Größe des Hotelbetriebs und den Mitteln, über die er verfügt. Gerade die Individualhotels haben eine unschlagbare Kreativität, Menschlichkeit und ganz viel Herzblut demonstrieren können – sei es mit eigenem Motivations- und Werbeauto oder mit einem Wiedereinstiegsprogramm für Mütter. Vielseitig und lebendig zeigten sich aber auch die Kettenhotels, denn wenn hier eine natürliche und direkte Mitarbeiterloyalität schwieriger umzusetzen scheint, so kann sie dennoch gelingen: indem sie die CEOs und Konzerngeschäftsführer zur Chefsache erklären und dafür eine Führungsmentalität entwickeln, die Führung zur Dienstleistung macht. Durch unseren neuen Preis sollen – jenseits von zähen Galakostümabenden im Meer der bereits bestehenden Bran- chenpreise – diese Ideen und Konzepte endlich bekannter werden, und schließlich auch andere Hotels zu neuen Wegen ermutigen. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen daher alle Preisträger und ihre Konzepte vor. In den nächsten Ausgaben beschreiben wir einzelne im Detail. Ein Werbeexperte hat einmal gesagt: Jammern ist verbales Outsourcing. Gerade im Bereich Mitarbeiterfindung und -bindung sollte dies nicht zum Credo werden, sonst bestimmen andere, was es heißt, sich in der Hotellerie (nicht) zu entfalten. editorial Sylvie Konzack Chefredakteurin 5/2013 3


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