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Foto: MIDITEC Tammo Berner marktforschung Art der Schließanlagen/Zutrittskontrolle aktuell im Hotel automation, so halten genau 46 % die Kom-bination mit Lichteinstellungen für interes-sant, 27 % mit dem Zimmerstatus und ein Viertel (26 %) mit Klimaeinstellungen. Pro Tür würde ein Großteil (69 %) dafür nicht mehr als 200 E investieren wollen, immer-hin ein Viertel aber doch bis zu 400 €. Mechanische Schließanlage (Schlüssel) 60 % Hier gilt es, das Bewusstsein zu schärfen. Viele Hotels sind immer wieder überrascht, wie wenig Schulungsbedarf nötig ist und wie schnell sich die neue Technik amortisiert. Im Vergleich sind Kettenhotels oft besser aufge-stellt. Aber auch hier gibt es Hotels, die eher auf ältere Technik setzen. Potenziale gibt es vor allem in den Bereichen Sicherheit und Energieeffizienz. Vor ein paar Monaten gab es vor allem in einigen Kettenhotels durch einen Hackerangriff auf Daten von Zutrittskontrollsystemen große Sicherheitsprobleme. Inwiefern wird bei solchen Systemen das Thema Datensicherheit generell unterschätzt? Letztlich sind natürlich der Kunde und des-sen Budget vorrangig. Wir beraten unsere Kunden eingehend. Da spielt das Thema Sicherheit immer eine große Rolle. Die ange-sprochenen Fälle sind mir natürlich bekannt. Meines Erachtens stand hierbei allerdings der Preis pro Tür im Vordergrund. Das geht letztlich dann auf Kosten der Sicherheit. 84 % der Befragten nutzen keine Online- Zutrittssysteme, die Hälfte kennt nicht den Unterschied zwischen online- und offline-basierten elektronischen Zutrittssystemen. Mehr als die Hälfte kann sich nicht vorstellen, mobile Anwendungen bei der Zutrittskontrolle zu nutzen. Welches Potenzial sehen Sie dazu im Gegensatz? Wie bereits angedeutet, besteht grundsätz-lich Aufklärungsbedarf. Die meisten Ho-telverantwortlichen sind aber sehr offen für Neuerungen und erkennen die Vorteile neu-er Zutrittslösungen. Das merken wir in un-serem täglichen Austausch. Online-Systeme bieten viele Möglichkeiten – sowohl im Be-reich Komfort als auch Sicherheit. Setzt ein Hotel zum Öffnen der Tür z. B. einen Tür-öffner mit Rückmeldekontakt ein, kann über unsere Software kontrolliert werden, ob ein Gast möglicherweise vergessen hat, die Tür zu schließen. Online-Schließsysteme lassen sich z. B. um ein Parkplatzverwaltungssys-tem erweitern. Auch ein Zeitwirtschaftssys-tem lässt sich reibungslos implementieren. Ein weiterer Vorteil bezieht sich auf die Ener-gieeffizienz. Online-Zutrittssysteme werden nicht durch Batterien mit Strom versorgt. 71 % halten das Thema Energieeffizienz für wichtig. Inwiefern ist bzw. könnte künftig bei Zutrittssystemen ein nachhaltiger Anspruch umsetzbar sein? Was ist für Sie bei Zutrittssystemen zudem vorstellbar? Letztlich muss es der Anspruch unserer Branche sein, mittelfris-tig auf batteriebetriebene Syste-me zu verzichten, denn bei ei-ner durchschnittlichen Nutzung müssen alle Batterien alle zwei Jahre gewechselt werden – bei Funk-vernetzung sogar alle sechs Monate. Das bedeutet einen hohen Arbeitsaufwand und natürlich Kosten. Generell meine ich, dass die Verknüpfung zwischen Raumautomation und Zutritt noch stärker voranschreiten wird – vor allem bei der Klima- und Lichtsteue-rung. Vielen Dank für das Gespräch. syk Herr Berner, welche Studienergebnisse haben Sie am meisten überrascht? Warum? Überraschend ist sicher, dass 59 % die Sicherheitsvorkeh-rungen in ihrem Hotel als weitgehend ausreichend einschätzen, gleichzeitig aber be-reits über 70 % Erfahrungen mit Einbrüchen, Diebstählen oder Bränden gemacht haben. Einige dieser Schäden könnten mit intelli-genterer Technik vermieden werden. Dies-bezüglich besteht sicher Aufklärungsbedarf. Gleiches gilt für den Unterschied zwischen Online- und Offline-Systemen. Erschreckend ist zudem das Alter der Schließsysteme. Älte-re Technik mit mechanischen Systemen oder Magnetkarten bedeuten einen höheren Ver-schleiß und höhere Ausfallkosten, vor allem beim Verlust von Schlüsseln. Daher setzen wir auf berührungslose Technik. Erstaunlich ist auch, dass 25 % bei einer Neuinstallation noch in Magnetkarten investieren würden. 92 % der Befragten kommen aus inhabergeführten Hotels. Bezogen auf ihre Antworten: Wie sicher vor Einbrüchen, Datendiebstählen etc. ist die Individualhotellerie gegenwärtig? Wie zeitgemäß ist sie ausgestattet? Wissen Sie aus Ihrer Erfahrung, dass Kettenhotels in puncto Sicherheit besser aufgestellt sind? Die hohe Zahl an Einbruchserfahrungen spiegelt den Handlungs- und Aufklärungs-bedarf wider. Vor allem die Bereitschaft, weiterhin in Magnetkarten zu investieren, zeigt, dass etliche Systeme nicht mehr zeit-gemäß sind. Für Hoteliers generell ist eine Neuinstallation zunächst mit Kosten und ei-nem gewissen Arbeitsaufwand verbunden. Geht es um die Möglichkeit, innerhalb der nächsten drei Jahre mobile Anwendungen zu nutzen, so gaben wiederum 55 % der be-fragten Hoteliers an, sich dies nicht vorstel-len zu können. 44 % wären hingegen dazu bereit, weil sie sich dadurch Sicherheit und Flexibilität erhoffen. Nicht mehr als ein ein-ziges Prozent nutzt bereits tatsächlich mobile Anwendungen. Es zeigt sich: Das Thema Sicherheit ist ge-rade in Hotels ein sensibles, allumfassen-des Thema. Interessanterweise vertrauen laut unserer Studie dabei in der Praxis im Bereich Zutrittssysteme viele Hotels den bewährten, zum Teil in die Jahre gekom-menen Systemen. Neuentwicklungen und Innovationen in diesem Bereich sind in der Folge bei einigen nicht primär für eine mög-liche Erhöhung der Kontrolle und Sicher-heit interessant, sondern vor allem auch in Kombination mit Zusatzfunktionen aus dem Bereich Haustechnik. Bleibt zu hoffen, dass diese Tendenz mit zunehmenden neuen Gefahrenpotenzialen, vor allem im Bereich Datensicherheit, nicht zu Lasten der Sicher-heit geht. syk Sicherheit scheint in der Hotellerie relativ. Tammo Berner von Miditec Datensysteme ordnet die Studienergebnisse ein. Magnetkarte 23 % RFID 17 % © first class / B&L MedienGesellschaft Grafik 4: Die große Mehrheit der Befragten nutzt noch immer Schlüsselsysteme. Im Gespräch mit Tammo Berner, Miditec Datensysteme 16 5/2013


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