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geniessen_und_reisen_01_2013

Fotos: Kirchner, FVA Teneriffa, Iberostar Das Abenteuer beginnt bereits, noch bevor wir uns in die Schlucht wagen – auf der Fahrt dorthin: Enge Serpentinen schrauben sich durch das Teno-Gebirge im Nordwesten Teneriffas, nur begrenzt von steinernen Blöcken, die mehr optische als schützende Begrenzung hin zum Abgrund sind. Doch der Taxifahrer unseres Vans scheint jeden Millimeter auf dem Weg zur Masca-Schlucht zu kennen und weicht Reisebussen an Stellen aus, die in Deutschland als Einbahnstraßen gekennzeichnet wären. Um Nervenschwache abzulenken, bereitet uns Rosalia auf die etwa vierstündige Wanderung vor: „Der Weg durch die Schlucht zum Meer hinunter ist vergleichbar mit dem Hinabsteigen von 4.000 Treppenstufen und erfordert eine Mischung aus Kondition, Trittsicherheit und Muskelkraft“, erzählt die einheimische Führerin, die für den Experten El Cardón arbeitet. In Reiseführern als „Muss“ angepriesen, wird die anstrengende Wanderung von vielen unterschätzt, sodass Wanderführer schon den einen oder anderen mit verknackstem Knöchel oder Kreislaufproblemen aufgelesen haben. Wem es auf dem ca. 5 km langen Pfad nach unten gelingt, den Blick vom oft scharfkantigen und glatten Steinboden abzuwenden, der kann eine je nach Höhenlage wechselnde Vegetation entdecken – vorbei an Palmen, Kakteen mit Kaktusfeigen und purpurnen Läusen, die noch heute bestimmten Fruchtjoghurts zu ihrer Farbe verhelfen, an Weinreben, Feigenbäumen und dem tödlichen Rhizinus. Als einziger Ort Teneriffas, der ganzjährig Wasser führt, finden sich auf dem Wanderweg sogar von Schilf iggesäumte Teneriffa Bachläufe, in denen sich Frösche und Aale angesiedelt haben. Das Ziel hört man lange bevor man es sehen kann, die Schlucht ist so verwinkelt, dass der Blick aufs Meer nur von ganz oben und ganz unten gestattet ist. Unten angekommen, ist die Freude doppelt groß bei denjenigen, die Badehandtuch und -kleidung im Gepäck mitgeschleppt haben. Meist werden die Touren so geplant, dass man noch schnell ins Wasser springen kann, bevor einen ein Boot zurück in die Zivilisation, vorbei an der berühmten Steilküste Los Gigantes (S. 54 o.), bringt. Vulkane des Lebens Die Masca-Schlucht wie auch Los Gigantes sind zwei Attraktionen der neuen Vulkanroute „Altes Gebirgsmassiv“. Als eine von fünf Routen rund um die „Vulkane des Lebens“ soll sie den InKanarische Küche mal anders zeigt Küchenchef Juan Carlos Clemente (r.) den Teilnehmern der Kochkurse im Iberostar Grand Hotel Mencey in Santa Cruz. Mehr als 3.000 m über dem Meeresspiegel thront Teneriffas Wahrzeichen, der Vulkan Teide. Bereits auf dem Weg zur Seilbahn passiert man dabei Landschaften, die fast außerirdisch anmuten. 55


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