Nachgehakt: Nachhaltigkeit

GVmanager_11_2012

„Wie setzen Sie Nachhaltigkeit um?” Die Fachzentren Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung führten in Bayern Aktionstage zur Nachhaltigkeit durch. Zum Aktionstag ProfiTreff im Oktober trafen sich die Netzwerkpartner z. B. im Betriebsrestaurant Agora der Linde AG in Pullach. Wir haben bei einigen Teilnehmern zum Thema Nachhaltigkeit nachgehakt. Renate Baur-Richter, Bereichsleiterin iwentcasino, Gastronomiemarke der IWL Werk - stätten für Menschen mit Behinderung, München: „Die Gäste wollen schnelles, attraktives Essen – z. B. die Currywurst – Nachhaltigkeit bestellt keiner. Wir versuchen folglich eine nachhaltige Currywurst anzubieten, in Hinblick z. B. auf die Herkunft des Fleisches oder der Kartoffeln – es müssen auch nicht immer Pommes dazu sein. Unser Ziel ist, smarte Lösungen zu finden, die Vitalität und Gesund- heit fördern. Wir ,verführen’ den Gast zur Nachhaltigkeit – wir zwingen sie ihm nicht auf. Bei uns gibt es z. B. keinen Veggie-Tag, sondern ei- nen ,Genuss-Plus’-Tag, das sind spannende Gerichte, ohne Verzicht.“ Kurt Stümpfig, Head of Catering Services, Linde AG Engineering Division, Pullach: „Nachhaltigkeit ist für uns ein wichtiges Thema. Zum Standard gehören regionale Produkte, möglichst von den Erzeugerbetrieben und entsprechend der Jah- reszeiten – vorzugsweise in Bio-Qualität – im Umland von München. Das Thema Energiesparen liegt zudem im Fokus und es gilt, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. In alle Prozesse haben wir die Mitar- beiter eingebunden. Es ist wichtig, alle im Boot zu ha- ben: den Erzeuger, den Gast und das Personal. Und man darf die Ziele nicht zu hoch legen – vieles kann sich erst mit der Zeit entwickeln.“ Dörte Ostmann, Hauswirtschaftsleitung, AWO Seniorenzentrum, Waldkraiburg: Fotos: privat, Kirchner „Im Mittelpunkt des Nachhaltigkeitsgedankens stehen bei uns die Mit- arbeiter. Überall wird geklagt, dass es zu wenig Fachkräfte gibt – ja, dann müssen wir was tun! Die Ausbildung in der Hauswirtschaft und Küche darf nicht mehr als ,Notnagel’ gesehen werden – was leider noch viel zu oft der Fall ist. Deshalb bekommen wir auch oft ,schlechte’ Azubis. Wir müssen die Mitarbeiter fördern – aber auch fordern!“ Wolfgang Ludwig Leber, Küchenleiter, St. Josefs-Heime, München: „Regionale Produkte – wenn möglich in Bio-Qua- lität – sind mir wichtig und die ganzjährige Zusam- menarbeit mit den Bauern. Durch Personalschulun- gen erreichen wir einen nachhal tigen Umgang mit Lebensmitteln. Es geht mir darum, dass bayerische Bauern in der Region auch eine Zukunft haben und ihre Produkte verkaufen können, und dass unsere Wälder, Streuobstwiesen und Almen gepflegt wer- den, sowie, dass meine 300 Kinder, die wir täglich versorgen, auch mor- gen noch eine vernünftige, bewohnbare Welt vorfinden.“ 11/2012 GVmanager 33


GVmanager_11_2012
To see the actual publication please follow the link above