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Fotos: Winterhalter küchentechnik Noch heute fertigt das Unternehmen Spülmaschinen in Meckenbeuren am Bodensee. Lesen Sie online: Wo sieht die Ideenschmiede von Winterhalter noch Innovationspotenzial, wo sich selbst in 70 Jahren? www.gastroinfoportal.de/ winterhalter ➘ und ernährte damit nebenbei die Familie. Erster Verkaufsschlager war die Backhexe, eine mobile Backröhre für Privathaushalte. 1957 folgte sein erster vollelektrischer Geschirrspüler, die legendäre GS 60. Dank der großen Nachfrage entschloss er sich schnell, ganz auf die Produktion gewerblicher Geschirrspüler zu setzen und fand in Meckenbeuren am Bodensee das passende Gelände. „Die Ressourcen waren in den Anfangsjahren nicht üppig. Umso wichtiger war es, diese wie einen Keil auf eine konkrete Zielgruppe zu richten. Das hat uns stark gemacht“, resümiert Jürgen Winterhalter, der als Ingenieur in die beruflichen Fußstapfen des Vaters trat. „Mein Steckenpferd war die Entwicklung, die ich entsprechend mitgeprägt habe.“ Als technische Meilensteine nennt er z. B. die Einknopfbedienung, die Laugenfiltration sowie die Wärmerückgewinnungssysteme. Hinzu kam die Entwicklung zum Dienstleister: „Wir analysieren und optimieren den Spülprozess unserer Kunden. Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Hardware, sondern haben den Anspruch sauberes Geschirr mit allem, was dazu gehört, zu liefern, also auch Beratung, Service, Schulung und Spülorganisation beim Kunden“, komplettiert Jürgen Winterhalter. „Was uns auszeichnet, ist, dass wir überall da, wo es wichtig ist, eine eigene Entwicklungskompetenz haben“, ergänzt Ralph Winterhalter, der damit auf die eigenen Wasseraufbereitungssysteme und die Spülchemie anspielt. Über den Tellerrand Um Vertrieb und Service auch im Ausland zu stärken, gründete Karl Winterhalter bereits 1967 in den Niederlanden die erste Niederlassung. Bis heute sind 39 weitere dazugekommen. „Die Orientierung auf Exportmärkte war ein sehr wichtiger Schritt. Heute liegt der Exportanteil schon bei 70 %“, berichtet Jürgen Winterhalter. Dabei erwies sich der englische Markt in den 1970er-Jahren als Booster für Know-how und Image rund ums Gläserspülen. Etwa 30 Jahre später verdiente sich Ralph Winterhalter genau in diesem Markt seine Sporen. Sein Weg ins Unternehmen führte dabei nicht über die Ingenieurswelt, sondern die betriebswirtschaftliche Schiene – ein willkommener Bruch mit der „Familientradition“. Dank seines Hintergrunds stützt er seitdem Marketing und Vertrieb und bringt auch eine neue Perspektive mit: „Es reicht nicht mehr, ein deutsches Unternehmen mit einem hohen Exportanteil zu sein, wir müssen ein internationales Unternehmen werden, das u. a. auch den deutschen Markt bedient.“ Was trivial klingt, heißt für ihn, noch individueller auf die einzelnen Märkte einzugehen, die in sehr verschiedenen Entwicklungsstadien sind. „Wir entwickeln maßgeschneiderte Dienstleistungskonzepte und nehmen Produktanpassungen vor, was schließlich zu eigenen Produktlinien führt. Aktuelles Beispiel ist Thailand, wo wir für den asiatischen Markt maßgeschneiderte Spülmaschinen produzieren“, veranschaulicht er. Aktuellste Entwicklung, die die Handschrift der dritten Generation trägt, ist die Digitalisierung in Form der App Connected Wash. Diese liefert auf Knopfdruck aktuelle Maschinendaten und zeigt damit auch Optimierpotenziale auf. Vierte Generation infiziert Wie sieht es mit der vierten Generation aus? „Die wurde schon im Alter von neun Monaten mit dem Familienvirus infiziert“, antwortet Ralph Winterhalter lachend und zeigt auf dem Smartphone ein Foto seiner Tochter, die gespannt durch die Glastür einer arbeitenden Winterhalter Spülmaschine schaut. „Wir hatten damals viele unruhige Nächte, und unsere Tochter ließ sich durch nichts beruhigen – außer durch unsere Spülmaschine“, erläutert er und ergänzt: „Mit meinen Kindern möchte ich es so halten, wie ich es in meiner Jugend erfahren habe: ihnen sämtliche Freiheiten geben, ihnen aber auch die Lust an dieser familiären Aufgabe vermitteln. Reinzwingen bringt nichts.“ Auch der Senior leistet seinen Beitrag: „Wenn ich mit meinen Enkeln spiele, lauere ich immer, ob ich irgendwelche ‚Winterhalter- Fähigkeiten’ bei ihnen entdecke.“ Mal sehen, ob der Funke überspringt. kir 5/2017 29


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