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Die Novum Hotel Group wurde mit der Übernahme heruntergewirtschafteter Hotels groß, die kosteneffizient renoviert und betrieben wurden. Was hat sich daran geändert? Als ich und meine Brüder die Verantwortung von unserem Vater übernommen hatten, ha-ben wir uns um „müde Hotels“ bemüht, bei denen oft die Nach-folgeregelung ungeklärt war und in die kein Hotelbetreiber investieren wollte. Wir sehen Hotels als Wartungsbetriebe, in die man fortwährend investieren muss. Über unsere Schwester-gesellschaft Novum Flächenprofi renovieren wir 90 % unse-rer Hotels selber. Unser Beuteschema sind aber nicht mehr inhabergeführte „müde Hotels“ ab 60 Zimmern. Sie müssen sich jetzt möglichst schnell reibungs-los betreiben lassen. Wenn doch eine Renovierung nötig ist, sind die Hotels jetzt so lange ge-schlossen – das Image ist wich-tiger. Hotels um die 100 Zimmer mit drei Raumtypen in einheitli-chem Raster haben sich für uns als sehr praktisch herausgestellt. Alle unsere Hotelkonzepte müs-sen sich skalieren lassen, das heißt, die Regelabläufe müssen festen Mustern entsprechen, die unser Qualitätsmanagement ständig verbessert. Dass die Novum Hotel Group als erfolgreicher Operator und Inhaber zum Franchisenehmer wurde, sieht von außen wie ein Rückschritt aus. Wie ein freiwilliger Downgra-de (lacht). Nein, das hat zwei Gründe: Zum einen können wir beim europäischen Wachstum vom Know-how der Franchi-segeber profitieren. Wir haben Zugriff auf deren Systeme, auf deren KPI (Schlüsselkennzah-len) und Kundenbindungspro-gramme. Dadurch können Ban-ken und Gäste vom Bekannt-heitsgrad der Marke profitieren. Außerdem sehen wir unser Mo-mentum 2019 beim Inkrafttreten der neuen internationalen Re-geln zur Leasing-Bilanzierung. Dann lohnt es sich für börsen-notierte internationale Unter-nehmen nicht mehr, langfristige Pachtverträge abzuschließen. Für uns als Familienunterneh-men hingegen schon. Geht es neben Quantität auch mehr um Qualität der Hotels und die Markenentwicklung? Das ist mit ein Grund, weshalb wir inzwischen selbst Hotels ent-wickeln. Bei der Projektierung und Umgestaltung spielt jetzt das Design eine größere Rolle. Ein Boutique-Lifestyle-Feeling zu kreieren, ist wichtig, um auch für die Gäste von morgen bereit zu sein. Das bedeutet Online- Check-in, Breitband-WLAN im Gigabyte-Bereich oder Smart- TV, das man mit dem Smart-phone verbinden kann. Die 27 gesicherten Novum-Style- Hotels-Projekte, werden nun mit dem neuen Niu-Konzept aufge-laden und bespielt. Den Gast erwarten eine Living Lobby mit ausgefeiltem F&B-Konzept und schmackhaften F&B-Angeboten, moderne Zimmerkompositionen sowie ein besonderes Badkon-zept. Insgesamt erscheint uns die Kombination drei plus vier Sterne mit Serviced Apartments nachhaltig. Sie sind ein Vorreiter der Digitali-sierung. Ihre Branche ist da eher zögerlich, oder? Wenn man das mit der Luft-fahrt vergleicht, ist die Hotel-lerie unterentwickelt. Es fehlt eine einheitliche Datenbank, ähnlich IATA bei den Flugli-nien. Und jetzt ist es wohl zu spät dafür, da sich schon ande-re konkurrierende Strukturen entwickelt haben. Bei 90 % aller Airlines kann ich einheitlich on-line einchecken und bekomme sofort den QR-Code aufs Smart-phone. In der Hotellerie muss ich verschiedene Hersteller kontak-tieren, um nur eine Schnittstelle programmiert zu bekommen. Sie haben Mario Pick als COO extern angeworben. Stößt ab einer gewissen Größe das Kon-zept als Familienunternehmen an seine Grenzen? Wir sehen uns als klassisches Familienunternehmen in zwei-ter Generation – die Familie wird nur größer. Vielen Dank für das Gespräch. Florian Maaß Lassen Sie uns … … über Neuheiten Wir machen Kuchen, die Genuss3 sind! Aller guten Dinge sind 3! Entdecken Sie unsere neuar tigen Produkte, die Geschmack, Genuss und ein gutes Gefühl versprechen. Glutenfrei Vollkorn Vegan kraftvolle sprechen! www.erlenbacher.de


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