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hotelkonzepte (Auszug) shall beitragen, egal ob mit Musik vom ei-genen iPod, dem hauseigenen Radiosender Ruby Radio oder einer am Empfang aus-geliehenen Gitarre. So treffen sich nicht selten Gäste zu einer spontanen Jam-Session im Zimmer – dank einer guten Schall-isolierung in jedem Zimmer kann also richtig auf-gedreht werden. Für Michael Struck ging mit dem Ruby-Konzept ein kleiner Traum in Erfüllung: „Ruby ist quasi ein Best of der Ideen, die ich immer realisieren woll-te, und enthält viel Persönliches, wie bei-spielsweise meine Leidenschaft für Musik.“ Flächen-Fokus Ein hoher Grad an Automatisierung und besondere Lösungen im Bau sorgen im Ruby Lilly dafür, dass ein Zimmer, je nach Auslastung und Saison, für unter 100 € pro Nacht verfügbar ist. „Das funktioniert, weil wir unseren Luxus auf relativ kleiner Fläche unterbringen und für unsere Zielgruppe Un-wesentliches wie Roomservice und Minibar einfach weglassen. Wir planen, bauen und organisieren zudem ganz anders als in der Branche üblich, auch das hilft uns, Luxus für unsere Gäste bezahlbar zu machen“, erklärt Michael Struck. Anstelle des Concierge fin-det sich im Zimmer z. B. ein Tablet-PC, mit dem der Gast alle wichtigen Informationen zu Veranstaltungen, Restaurants und Sight-seeing in München abrufen und online sur-fen kann. Zentraler Punkt in den Ruby Hotels ist die geringe Gesamtfläche, die pro Zimmer benötigt wird. Sie ist mit einer der größten Hebel, um den Luxus bezahlbar zu ma-chen – denn an der Fläche hängen im Hotel bekannt-lich die meisten Kosten. Die Hotelgruppe realisiert Lu-xus nicht nur auf einer kleineren Zimmerfläche, sondern mehr Zimmer in-nerhalb einer gegebenen Fläche. Das Hotel hat dazu ein modulares Architekturkonzept entwickelt, um Hotelzimmer effizient in unterschiedlichen Geometrien zu realisieren und gegebene Flächen optimal zu nutzen. „Im Falle des Ruby Lilly war das Gebäude als Büro geplant und gebaut, also nicht op-timal für ein Hotel“, beschreibt Michael Struck und ergänzt: „Jedes Zimmer wird bei uns individuell geplant und an die gegebe-nen Verhältnisse angepasst.“ Durch weitere technische Innovationen kann die Gruppe kleine Teilflächen in Gebäuden effizient be-spielen, die bislang nicht als Hotel nutzbar erschienen. Neben klassischen Bereichen wie Personalmanagement, Finanzen oder dem Einkauf sind im Ruby auch die größten Teile des Empfangs zentralisiert. Anreiselisten oder Zimmerzuweisungen werden z. B. nicht mehr im Haus gemacht, sondern zentral gesteuert. „Zu sehen ist das an unserer gro-ßen Bar, es gibt keinen Empfangstresen. Wir haben den Empfang weitestgehend rausge-nommen und in die Zentrale verlegt“, erklärt Michael Struck. So hat das Hotel nur noch den Hotelmanager und die Hausdame als wichtige Steuerungsfunktionen im Haus. Das F&B-Management, der Einkauf und andere Aufgaben wurden komplett zentra-lisiert, ganz nach dem Credo: Was nicht im Hotel sein muss, sollte auch nicht im Hotel Bad: Duravit, HansGrohe, Kaldewei Kaffee: Hausbrandt Lampen/Leuchten: Kartell Software: Hetras Stoffe: Jab Anstoetz Türschließanlage: Assa Abloy Terrassenmöbel: Fermob sein. Zentralisierung sorgt dabei für Syn-ergien, zudem sind dadurch die Fixkosten im Hotel geringer. „Das bedeutet, wir ha-ben einen niedrigeren Break-Even-Point als klassische Hotels. Liegt er dort bei ca. 65 % Auslastung, schaffen wir unseren bei 45 %“, so der Hotelier. Ebenfalls automatisiert sind Prozessschritte, wie das Erstellen von Reser-vierungen und Rechnungen, die Überprü-fung der Kreditkarte oder das Kontrollieren des Lieferscheins. Das Hotel spart so viel Geld, denn die Personalkosten reduzieren sich auf ca. die Hälfte – was im Ruby Hotel wiederum dem Zimmerpreis zu Gute kommt. „Wir konzentrieren uns auf Städte, in denen unsere Zielgruppe unterwegs ist, und wo Flä-che teuer ist, unsere Flächeneffizienz also den größten Vorteil bietet – also Großstädte und Metropolen“, erklärt Michael Struck. Weitere Häuser in Düsseldorf und Hamburg sind im Bau, Mitte April soll das dritte Hotel in Wien eröffnen. dan Lässiger Chic Automatisierung und Individualität sorgen im Ruby Lilly für Luxus und schlanke Prozesse. PROJEKTBETEILIGTE Ruby Lilly Hotel Munich 80335 München www.ruby-hotels.com 4/2017 15


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