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first_class_03_2017

Foto: Winterhalter Herr Winterhalter, was ist beim Thema digi-tale Küche noch Zukunftsdenken, was be-reits Realität? Der Gedanke der Datenübertragung und Fernauslese ist nicht neu. Die Automobil-industrie nutzt dies z. B. schon viel länger. In der Spültechnikbranche sind wir jetzt die ers-ten, die es ermöglichen, per App in Echtzeit zu sehen, in welchem Betriebszustand die Maschine ist und welche Verbrauchswerte sie hat. Wir erhöhen damit die Transparenz und weisen auf Optimierungsmöglichkei-ten hin. Mit den Next Level Solutions haben wir die ersten Schritte in Richtung Digitali-sierung unternommen und sehen hier viel Potenzial. Ich denke da an bidirektionale Kommunikation. Der Service könnte damit noch wesentlich vereinfacht werden. Voraus-schauende Wartung ist hier das Stichwort. Welche Wünsche haben Küchenverantwort-liche für den Spülbereich? Die Top-Themen sind immer noch Res-sourcenschonung und Verbrauchswerte. Ausgehend von Betrieben mit einer großen Maschinenflotte, z. B. Kettenkunden, neh-men die Themen Betriebs- und Prozess- sicherheit jedoch einen immer höheren Stellenwert ein. Diese Kundenwünsche haben wir mit Connected Wash erfüllt. Eine weitere Anforderung aus dem Markt sind maßgeschneiderte Angebote. Es gibt eine große Zielgruppe, die unsere Spülmaschinen nutzt, aber nicht unbedingt besit-zen möchte – mit Pay per Wash ist dies ab sofort möglich. Haben Sie das Gefühl, dass sich die Verant-wortlichen zum Teil gegen die Digitalisierung der Küche wehren? Berührungsängste sind bei neuen Techno-logien völlig normal. Als wir 1999 die erste Spülmaschine mit vollelektronischer Steue-rung auf den Markt gebracht haben, waren Kunden auch unsicher. Heute ist das völlig normal. Ein Vorteil ist, dass die Digitalisie-rung in Bereichen des täglichen Lebens ja schon viel weiter fortgeschritten ist – denken Sie z. B. an „SmartHome“. Eigentlich haben wir lediglich bereits bestehende Technik auf die Spültechnik adaptiert. Selbstver-ständlich unterstützen und beraten wir Interessenten intensiv. Hilft die Digitalisierung bei der Kostenopti-mierung und bei Serviceleistungen? Absolut, dafür ist es das Allheilmittel über-haupt. Zu lange Aufheizzeiten, abgebro-chene Spülgänge und Schwächen im Spül-prozess werden aufgezeigt. Wenn z. B. nur halbstündlich gespült wird, ist zu überle-gen, ob der interne Ablauf nicht so zu re-geln ist, dass nur an zwei Stunden am Tag gespült wird. Durch die Datenauswertung sehen wir schon sehr früh, wann ein Service notwendig ist. Das spart dem Kunden er-hebliche Kosten. Im Falle eines Serviceein-satzes haben wir bei Anruf des Kunden die Maschinenhistorie und den aktuellen Feh-ler bereits auf dem Bildschirm. So kann der Serviceeinsatz optimal vorbereitet werden. Durch die Digitalisierung spielt das Thema Datensicherheit eine immer größere Rolle. Erschwert dieser Aspekt aus Ihrer Sicht die Vernetzung von Profiküchen, und wie sorgen Sie hier für Sicherheit? Wie bei allen IT-Geschäftsmodellen kommt dem Thema Datensicherheit eine ganz neue Bedeutung zu. Das ist aber auch eine gewisse Gradwanderung. Auf der einen Seite möchten wir vernetzt sein und immer mehr Informa-tionen haben, auf der anderen Seite wollen wir die Privatsphäre und Daten schützen. Die Spülmaschine steht bei dem Thema Daten-sicherheit aber sicher nicht an oberster Stelle. Vielen Dank für das Gespräch. dan Halle A4, Stand 402 Digitaler Schr itt Wir sprachen mit Ralph Winterhalter, geschäftsführender Gesellschafter von Winterhalter, über das Potenzial von Digitalisierung. internorga 2017


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