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food Vernetzt kochen der nichts von theoretischen Versprechen hält. Vom Trio Digitalisierung, Standardisie-rung, Automatisierung überzeugt, bringt er zudem zweijährige Anwendererfahrung mit dem Digitalisierungstool °Check der neuen Küche mit. Mehr zu Vision und Realität des di-gitalen Foodflow berichten Andreas Müller und Gerhard Heilemann im Folgenden: Was ist in der ersten digitalen Küche Europas anders als in konventionellen Profiküchen? Gerhard Heilemann: Die Geräte sind für das digitale Zeitalter vor-bereitet, z. B. durch Schnittstellen, mittels derer man sie an die Cloud anschließen und Daten organisie-ren kann. Basis ist unser System °Check. Als Kommunikations-, Organisations- und Dokumen- tationstool folgt es der Vision, den Foodflow vom Acker zum Teller zu organisieren und hin- sichtlich Ressourcenschonung zu opti-mieren. Als Basisfunktion von Check ist hier im Speisewerk bereits der Be-reich der Temperaturführung und -dokumentation umgesetzt. Können Sie das weiter veranschaulichen? Andreas Müller: In den Kühlräumen und Thermoporten sind z. B. fest installierte Sensoren, die regelmäßig die Temperatur messen und automatisch dokumentieren. Heute können wir es uns nicht mehr er-lauben, Fachkräfte stundenlang durch Digitaler Concierge, Cleaning on Demand, vernetzte Küche – Urbanharbor in Ludwigsburg macht innovative Digitalisierungsmaßnahmen greifbar. den Betrieb streifen zu lassen, um büro-kratische Dokumentationspflichten zu erfüllen. Folglich schätze ich am System Check die Zeitersparnis und Dokumenfür den zukünftigen mobilen-stationären Handel stehen. Zu den Hauptmietern zäh-len z. B. die Start-up-Plattform von Bosch, die hier zum Thema E-Mobilität forscht, und Porsche Digital als Ableger der Por-sche AG, der neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungen entwickelt. Angesichts der Ausrichtung des Campus nennt ihn Be-gründer Max Maier auch das Silicon Valley Deutschlands. Kulinarisches Herzstück ist die erste digitale Küche Europas – Speisewerk Rieber Flagship, die von Andreas Müller gepachtet ist. Der gastronomische Multi-Unternehmer, der vor 17 Jahren mit dem Hotel und Restaurant Adler am Schloss in Bönnigheim startete und heute auch im Eventcatering, der Kita-, Schul-, Senioren- und Betriebsverpflegung aktiv ist, war schnell vom Küchenprojekt be-geistert. „Das ist der einzig richtige Weg, Digitalisierung in die Praxis von Küchen zu bringen“, ist sich der gelernte Koch sicher, Andreas Müller Bevor wir Urbanharbor in Ludwigsburg betreten, zückt Gerhard Heilemann sein Smartphone und „ruft“ die ge-schlossene Eingangstür „an“, die sich prompt öffnet. „Ich könnte das Smartphone auch schlicht an den Sensor an der Tür halten“, gibt der Generalbevollmächtigte Vertrieb der Max Maier Business Group ein weiteres Beispiel für eine innovative Technologie, die dem Mieter oder Besucher Zutritt verschafft. Verschiedene Ansätze von Digitalisierung greifbar zu machen, ist einer der Ansprüche dieses neuartigen Immobilienkonzepts, das auf den Inhaber der Unternehmensgruppe, Max Maier, zurückgeht. So können Besprechungsräume per digitalem Con-cierge Service, Parkplätze per Connecti-vity Parking und das passende Catering gemietet werden. Urbanharbor ist ein Campus aus umge-bauten Industrie- hallen und Containern, die flexibel und mo-dular genutzt werden können. Zielgruppe sind kreative Köpfe, die an innovativen Lösungen tüfteln; aber auch Geschäfte, die Gerhard Heilemann Foto: Kirchner, privat 24 1-2/2017


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