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Foto: me and all Hotel Düsseldorf Neue Nachbarn Noch bevor man eintritt, ist da dieses wuchtige, unverrückbare, mehr als 150 Jahre alte Marketinginstrument, von dem man den Blick nur schwer lösen kann. Ganz „old school“, hat sich das ers-te me and all Hotel in der Düsseldorfer Immermannstraße eine eigene Litfaßsäule gegönnt, auf der in reduzier-ter Optik mit schwarzen Let-tern das Event-Programm steht. Was in anderen Häusern eher eine Randnotiz in Sachen Eigenwerbung wäre, nimmt bei der Lindner-Marke eine zentrale Funktionen ein: „Wir wollen to-tal offen für die Stadt sein, ihre Künstler und ihre Kultur eng einbinden – das ist die Kernidee dieses Hauses. Eben ein Düssel- dorfer Wohnzimmer, sowohl für das Team als auch für die Gäste“, erklärt Sven Pusch. Der Hoteldirektor des ersten Standorts von me and all weiß, wovon er spricht und um wel-che Szene es geht: Selbst gebürtiger Düssel-dorfer, war er u. a. im Steigenberger Park-hotel in der Königsallee und zuletzt als stell-vertretender General Manager im Nikko Hotel aktiv – gerade mal 100 m von der Lo-cation des me and all entfernt. „Seit meinem 16. Lebensjahr arbeite ich in der Hotellerie. Es war definitiv an der Zeit, einige klassi-sche Modelle zu hinterfragen – dafür ist dieses Projekt ideal“, schildert Sven Pusch. Neben dem Piloten in Düsseldorf sind mit der 2015 von den Vorständen Andreas Krö-kel und Otto Lindner gegründeten Marke 2017 Häuser in Kiel, Hannover und Mainz in der Pipeline. Die gemeinsamen Nenner sol-len dabei moderne Technik, hochwertiges Design und ungezwungenes Flair sein, „ohne ins kitschige Klischee zu driften“, wie es Otto Lindner formuliert. Ebenso wollen sich alle Standorte von der Standard-Raum-struktur abwenden. Check-in, Lounge, Bar und Working Areas verlaufen fließend, sie sind das Herzstück und zur Stadt hin offen gestaltet. Wie bei den Lindner-Hotels setzt man auch hier auf Individualität. Rheinisches J-Town Wendet sich der Gast von der markanten Litfaßsäule ab und betritt das Hotel, macht sich unmittelbar die locker-loungige Atmo-sphäre bemerkbar: Im offenen Raumkon-zept des Erdgeschosses trifft dunkelbrau-nes Bambusholz auf schwarz-graue Ein-richtungselemente, dezente Beleuchtung und jede Menge japanische Deko-Details. So finden sich Papierlampions z. B. neben goldenen Winkekatzen, Anime-Figuren und Büchern aus Japan. Der ausgeprägte Fernost-Bezug ist schnell erklärt, denn das Hotel liegt im japanischen Viertel Düssel-dorfs, und in Deutschlands einziger J-Town leben insgesamt rund 7.000 Japaner. Im me and all spürt das der Gast nicht nur beim Design, sondern auch beim F&B-Kon-zept. Gemeinsam mit dem Koch Anthony Sarpong, der in Meerbusch ein Restaurant- Kochschulen-Konzept betreibt, haben Sven Pusch und das Team eine asiatisch inspi-rierte Streetfood-Karte für die Bar des me and all kreiert. Zu Sushi, Dim Sum & Co. gesellen sich darin Thai-Currys, Pulled- Pork-Burger mit Pflaumensauce oder NY Cheesecake. Doch auch hier stellen Pro-dukte von Local Heroes eine wichtige Säule dar: So ergänzen Kaffee der Düsseldorfer Rösterei Vier, Brot aus der Altstadt-Bäckerei Hinkel oder Siegfried Gin aus dem Rhein-land das Angebot. Entspannt und mit lokaler Ausrichtung wurde auch das Berufskleidungs-Konzept gestaltet. Statt Uniformen zu tragen, darf das Team dank einer Kooperation mit Vans, Peek & Cloppenburg und dem Düsseldorfer Jung, lässig, urban: Mit der Boutique-Marke „me and all“ reiht sich die Lindner Hotels AG in die Hotel-Trendkonzeptwelle ein. Local Heroes werden hier zum USP. hotelkonzepte 12 1-2/2017


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