Mehrbettzimmer-Konzepte: Flexibilität gefragt

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Foto: © sljubisa – Fotolia.com hotelkonzepte Aus Hostels und Backpacker-Unter-künften mit Mehrbettzimmern wer-den durch individuelles Design und hotelähnliche Angebote Poshtels: trendi-ge Unterkünfte für eine breite Zielgruppe. Geblieben ist die ungezwungene, gesellige Atmosphäre. Mit der Mischung treffen die neuen Hotel-/Hostel-Konzepte den Nerv moderner Städtereisender. Allein in Ber-lin entstehen gerade drei neue Häuser mit jeweils über 800 Betten – und auch Accor steigt jetzt groß in den Markt ein.„Viele dieser neuen Projekte überzeugen durch moderate Preise, intelligente Raumkon-zepte, die Schaffung attraktiver sozialer Schnittstellen in den Allgemeinflächen so-wie eine flexible Betten- und Zimmerstruk-tur“, meint Tobias Warnecke vom Hotelver-band Deutschland. Moritz Dietl, Managing Partner bei Treugast, ergänzt, dass „Hostels sich immer weiter von Jugendherbergen wegentwickeln und den gleichen Lifestyle wie Designhotels bieten“ – und dadurch für weitere Zielgruppen, auch Geschäfts-reisende, interessant werden. Backpacker und Schulklassen waren die Zielgruppen, als Meininger und A&O um die Jahrtau-sendwende in diesem Segment an den Start gingen. „Durch die flexible Zimmerstruktur spre-chen wir heute deutlich mehr Gästetypen an als ein klassisches Hotel“, erklärt der Meininger-CEO Hannes Spanring. „Auch für Familien und Vereine ist ein Mehr-bettzimmer meist die ideale Lösung. Im geteilten Mehrbettzimmer schlafen Städtereisende mit kleinerem Budget, in den Ein-zel- und Doppelzimmern klassische Städte-touristen, aber auch Geschäftsreisende.“ Mehr als Millennials Jeder fünfte Gast bei Kai Hollmanns inno-vativen Hamburger Superbuden ist heute bereits Businessreisender. Ein Doppelzim-mer dort, im Grand Hostel in Berlin-Kreuz-berg oder dem Pyjama Park in Hamburg- St. Pauli fühlt sich an wie ein Drei- oder Vier- Sterne-Boutiquehotel. Kunstvolle Innenaus-stattung mit maßgefertigten Möbeln, Wand-malereien, Parkettböden, liebevolle Details und wertige Bäder in bester Lage, mitten im Szeneviertel. Die Zimmer sind besonders gut auf die Bedürfnisse der reisefreudigen Millennials zugeschnitten – die wollen nicht mehr als Touristen reisen, sondern ins Le-ben vor Ort eintauchen. Sie erwarten nicht mehr nur einen Schlafplatz, sondern soziale Erlebnisse und ein individuell gestaltetes Wohlfühl-Ambiente, in dem sie mit ande-ren Reisenden und Locals ins Gespräch kommen, aber auch zwischendrin etwas am Notebook arbeiten können. „Ein Platz zum Leben und Schlafen“, nennt es Accor. Hier macht man sich besonders locker für die Millennials. In Jurten, Hängematten oder Wohnwägen schlafen die Gäste in den 50 Häusern der neuen Marke Jo&Joe, die bis 2020 entstehen. Dort sollen sie mit Lo-cals bei Holzofenpizza oder Gegrilltem und Craft Beer zusammentreffen, ebenso wie bei Events, etwa Konzerten, Yoga-Klassen oder DIY-Workshops. Mit dem Anpreisen von Teilen, Gemeinschaft und authenti-schen Reiseerlebnissen übernimmt Accor bewusst den Duktus von AirBnB. Die Ver-mittlungsplattform ist der große Nebenbuh-ler, wenn es darum geht, die Millennials ins Bett zu bekommen. Um gegen Privatunter-künfte und Design Budget Hotels wie Motel One oder Prizeotel zu bestehen, betreiben die Poshtels immer größeren Aufwand. Der Trumpf gegen andere Hotelkonzepte ist die Individualität. Viele der Betriebe sind nach einem bestimmten Thema, einem Archi-tekturstil, der Geschichte des Hauses oder Flexibilität gefragt 30 12/2016


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