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Foto: Bretterbude moderne Marina mit 1.000 Liegeplät-zen, zwei Promenaden, ein Aktiv-Hus (Wellness-Hallenbad) wurden inzwischen fertig, gerade wird der Strandbereich verbessert. Doch ohne die passenden Unterkünfte wäre aller Einsatz umsonst. Das Hotel Meeressinn am Fischereihafen machte den Anfang. Besitzer ist der örtliche Fischereiverband. Und zwischen Marina und Bretterbude werden 91 teilweise Reet-gedeck-te Ferienhäuser und -wohnungen fertig: das Primus Strand Resort. Die Pläne Jens U. Srokas und seine bo-denständige Art be-geisterten Manfred Wohnrade sofort. „Man ist hier im Ge-gensatz zu St. Peter mit seinem breiten Strand direkt am Meer, das Klima ist freundlicher, die Anreise aus Ham-burg kürzer, und man spürt, dass der Ort wirklich offen ist für neue touristische Ideen“, nennt er die Gründe für die Stand-ortwahl. Und natürlich die guten Wassersportbedingungen, eine schöne Altstadt und ein Fischereihafen, wo man frischen Fisch vom Kutter bekommt. Zimmer mit Halfpipe Wichtig war eine 1a-Lage. Die musste er mit viel Aufwand bezahlen. 43 Behörden waren involviert, da die Bretterbude direkt an ein Naturschutzgebiet grenzt. Das Hotel ist auf Sand gebaut, es steht daher bis 30 Meter Tiefe auf Stelzen. Die Baukosten beliefen sich auf 10 Mio. € für die Bretterbude und 21 Mio. € für das benachbarte Beach Motel. Um die wieder einzuspielen, sind mittelfris-tig die in St. Peter-Ording erreichten 94 % Auslastung das Ziel, im ersten Jahr 75 %. Jens U. Sroka sieht die Zukunft der Ost-see- Hotellerie in Nischen. Die müssen al-lerdings passen und glaubwürdig besetzt sein. So ist der coole Brettsport-Touch auch mehr als nur Marketing-Fassade. Matthias Empen, Hoteldirektor der Bretterbude, ist selbst Skater und Kiter, die Lobby beher-bergt eine Halfpipe – vor dem Eingang steht eine noch größere bereit, und auch die Ska-teAid- Butze hat eine. Wie unter Skatern üb-lich, wird hier jeder geduzt. Dafür braucht man Mitarbeiter mit Persönlichkeit. Viele sind Quereinsteiger, haben etwa vorher in einer Bank gearbeitet. Einige der 36 Kolle-gen brachte Matthias Empen aus St. Peter mit, wo er F&B-Manager war. „Die Einstel-lung muss stimmen“, meint Jens U. Sroka, „den Rest bringen wir ihnen bei“. Quereinsteiger in die Hotellerie sind auch die Kooperationspartner, die je eine Butze gestalteten, wie die Hilfsprojekte Viva con Aqua und SkateAid, Fritz Cola oder der Kult-Club FC St. Pauli. Und Hamburger Unternehmen stehen schon Schlange für die Veranstaltungsräume: Die Bretterbude ist auch ein Tagungshotel neuen Typs, das trendgemäß MICE mit Freizeit verbindet. Das benachbarte Beach Motel im ebenfalls holzverkleideten, aber schickeren Hamp-tons- Look bietet sogar fünf Veranstaltungs-räume. Am 22. Dezember wird der gedie-genere Bruder der Bretterbude mit Kom-fort auf Vier-Sterne-Niveau eröffnet: 115 Zimmer und Suiten, 62 Ferienwohnungen, 600 m² Schwimmbad- und Saunabereich, 700 m² „Ocean Spa“, eine Strandbar und das Restaurant „Holy Harbour Café & Grill“ mit eigener Patisserie. Beim stylishen Ho-tel im Hamptons-Look sind auch die Spon-soren der Themensuiten gediegener, wie Mini Cooper oder Bombay Sapphire. Für die Bretterbude erwartet Jens U. Sroka die Zielgruppe zwischen 25 und 30 Jahren, beim Beach Motel eher Gäste im typischen hotelkonzepte Kitesurfer-Alter, also junggebliebene Mitt-vierziger. Hamburger sind der wesentliche anvisierte Quellmarkt. Bisher überwiegen Gäste aus NRW und Niedersachsen. Das nächste Projekt zieht Jens U. Sroka wieder an die Nordsee. In Büsum soll bis 2019 das elegant-entspannte Lighthouse entstehen, diesmal mit Hafenthematik und plattdeutschsprachigem Service. Wie ein Leuchtturm könnte die Bretterbu-de auf den Tourismus der Region wirken. „Jetzt kommen Gäste, die uns vorher gar nicht kannten“, sagt Manfred Wohnrade. „Skater sitzen mit Rentnern an einem Tisch“. Laut einer Umfrage im Spät-sommer kamen 75 % der Urlauber erstmals. Manfred Wohnrades Mas-terplan ist schon jetzt ein Erfolg, die Besucherzahl verdoppelte sich seit 2002 von 64.000 auf vermutlich 120.000 dieses Jahr, der Sommer brach-te Heiligenhafen ein Übernachtungs-Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei geht es jetzt erst richtig los in Holy Harbour. Florian Maaß Weg vom Rentner-Image! Hotelier Jens U. Sroka will Heiligenhafen mit Skatern und Surfern bevölkern. Bad: Grohe, Keramag Berufsbekleidung: Jobeline, Uniformen Individuell Guest Supplies: Ada Cosmetics Heizungstechnik: Buderus Kaffee, -maschinen, Tee: Franke Coffee Systems, J.J. Darboven Herdanlage: Ascobloc, MKN Kombidämpfer: MKN Kühlanlagen: Sachsenkälte Lebensmittel, Convenience-Produkte: Chefs Culinar Sauna, Dampfbad: Klafs Software: 42 GmbH, Pro Hotel, TAC Spültechnik: Meiko Tischkultur: Tafelstern, WMF Tischwäsche: Duni, Hotelwäsche Erwin Müller TV: Panasonic, Samsung, Sony Wäsche: Wäscherei Reichel Zimmermöbel: Voglauer Möbelwerk Österreich PROJEKTBETEILIGTE 12/2016 23 (Auszug)


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