Bretterbude, Heiligenhafen: Volles Brett für Holy Harbour

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Fotos: Bretterbude, Maaß Das braucht noch mehr Ranz”, meint Hotelier Jens U. Sroka am Tresen der „Spelunke“ seiner „Bretterbude“, einem 81-Zimmer-Hotel in Heiligenhafen. Hier herrscht rauer Charme mit einem un-verputzten Treppenhaus, Außentreppen aus rostendem Schwarzstahl und einer Bretterfassade. Es gibt Stellplätze für VW Bullys mit Wasch-Container, und die Lob-by kommt als Skater-Garage daher. Jens U. Srokas „rotzige und dreckige“ Herberge für Brettsportler ist das konsequenteste Bei-spiel für das touristische Umdenken an der westlichen Ostsee. Mondäner, stylisher, aber auch jünger und cooler: So soll die Hotellerie an Schleswig- Holsteins Ostseeküste werden. Weg vom Rentner-Image und den miefigen Ferien-apartment- Betonklötzen der 1960er-Jahre, ran an den architektonischen und touristi-schen Zeitgeist – und damit an jüngere und Volles Brett für zahlungskräftigere Kundschaft, möglichst ganzjährig. Viel Geld wird dafür seit eini-gen Jahren vom Priwall, wo die Waterfront mit 1.500 Betten entsteht, bis Eckernförde in Infrastruktur, Seebrücken, Wellnesstem-pel und Promenaden inves-tiert. Das schuf den Rahmen für Dutzende Hotelprojekte. Ziel ist es, den Anschluss an den östlichen Nachbarn zu finden. Durch weniger bau-liche Altlasten, mehr Förder-gelder und Sonnenstunden zog Meck-Pomm längst vor-bei und wurde zum Gewin-ner des Inlands-Tourismus- Booms. Auch Heiligenhafen staunte den Urlaubs-Trends lange nur hinterher. 2003 leitete Chef-touristiker Manfred Wohn-rade mit einem ehrgeizigen Masterplan den touristischen Relaunch ein. 34 Mio. € (davon 13 Mio. € Landesgelder) investier-te der 9.800-Einwohner-Ort seitdem. Eine spektakuläre Erlebnis-Seebrücke, eine Holy Harbour v. l.: Manfred Wohnrade, Matthias Empen, Jens U. Sroka und Ministerpräsident Torsten Albig 22 12/2016


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