Post aus Troja

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Foto: © psdesign1 – Fotolia.com branchenfokus Post aus Troja Je nach Studie handelt es sich bei 50 bis 85 % aller E-Mails um Spam – meist eher harmloser Werbespam, der mühelos von Spamfiltern erkannt wird. Gerade die ge-fährlichen und gut getarnten E-Mails mit Schadware ent-gehen den Filtern allerdings oft. Ein Klick auf den Anhang oder auf einen eingebetteten Link zu einer infizierten Web-site – schon lädt sich Schad- Software. Solche Angriffe werden genutzt, um Interna auszuspionieren. Am „be-liebtesten“ bei Cyberkrimi-nellen ist zur Zeit allerdings die Spielart der Ransom- ware: Diese verschlüsselt gan-ze Ordnerpakete auf dem Rechner oder gleich dem gesamten Unter-nehmensnetzwerk. Anschließend ver-langen die Täter ein Lösegeld. Wird die-ses gezahlt, erhalten die Opfer einen Code für die Entschlüsselung – je-doch nicht immer. Rechnung als Spam Die Hotellerie ist ebenso wie andere Branchen von E-Mail-Gefah-ren betroffen, meint Spam-E-Mails stellen eine hohe Bedrohung für die Hotel-IT dar. IHA-Geschäftsführer Stefan Dinnendahl: „Das Thema Datenhacking ist ein weltweit großes und sehr ernstzuneh- Zahlen: „In einer Woche handelt es sich bei ca. 62 % aller E-Mails um Spam.“ Und Hotels leiden wie alle Un-ternehmen doppelt am Spam: Spamfilter filtern mitunter auch legale Buchungsbestätigungen, Werbe- und Newsletter-E-Mails der Hotellerie heraus. Als „ex-trem hoch“ bezeichnet Steffen Sauerteig die Gefahr, dass E- Mails fälschlicherweise im Spamordner von Privatnutzern landen. White Listed Server Wie also umgehen mit der zweifachen Belastung durch das Spam-Un-wesen? Michael Toedt vom Software-An-bieter Toedt, Dr. Selk & Coll. empfiehlt eine gesonderte Infrastruk-tur: „Der gesammelte E-Mail-Verkehr sollte ge-bündelt über White-Listed Ser-ver versendet werden. Ansons-ten ist die Gefahr groß, selbst als Spam-Versender eingeteilt zu werden.“ Für den Schutz der Unternehmens-Infrastruktur vor E-Mail-Attacken rät Armin Harbrecht zu einem Mix aus technologischen Vorkehrungen Derzeit besonders heikel ist Ransomware. mit Spam-Filtern und Anti-Viren-Programmen sowie regelmäßigen Backups, um verschlüsselte Daten wieder-herstellen zu können. Zudem brauche es Schulungen für Mitarbeiter. Dieses Fazit zieht schließlich auch Marieke Peter-sohn, Projektkoordinatorin beim Bundesverband IT-Sicherheit Teletrust, der mit dem IHA zu-sammenarbeitet: „Der Einsatz von Spam-Filtern sollte selbst-verständlich werden, und eine Sensibilisierung ist aus unserer Sicht essenziell, um die nicht geblockten Spam-E-Mails ma-nuell erkennen zu können.“ Stefan Mey mendes Problem und eine im-mer stärker wachsende Bedro-hung. Durch den Umgang mit extrem vielen Zahl- und Kun-dendaten sind aber gerade auch Hotels einem hohen Risiko für Hackerangriffe ausgesetzt.“ So wurden in der Vergangenheit z. B. immer wieder Kreditkarten-daten Cateringwear Q-Collection Bestickung Textildruck www.chefcollection.com entwendet. Auch Armin Harbrecht von der IT-Sicher-heitsagentur Aramido sieht ein Problem: „Hotels, egal ob Ho-telketten oder Einzehotels, er-halten täglich zahlreiche Spam- E-Mails.“ Neben ungerichteten Attacken gibt es auch branchen-spezifische Schad-E-Mails, die z. B. geschickt als Rechnungen von Wäschereien getarnt sind. Unternehmen aller Branchen reden ungern über das heikle Thema. Auf unsere Nachfrage hin wollten sich aktuell gera-de die Hotelketten mit Verweis auf die Sensibilität des Themas nicht äußern. Marco Nussbaum von Prizeotel deutet zumindest den Umfang des Problems an: „Spam und Schad-E-Mails sind allgegenwärtig und kommen nahezu täglich an.“ Steffen Sauerteig, Director of IT Deve-lopment von H-Hotels, verrät 8 11/2016


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