interior + sicherheit - Mit Stijl

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Fotos: FG Stijl Die Servicekräfte sind normalerweise nicht das erste, woran beim Entwurf von Luxushotels und Sternerestau-rants gedacht wird. „Eine tolle Innenaus-stattung ist schön, aber am Ende machen es doch die Leute aus, die dort arbeiten“, sagt dagegen Colin Finnegan, einer der führen-den Designer für das Gastgewer-be. Dabei hilft es, dass Gerard Glintmeijer, sein Geschäftspart-ner bei FG Stijl, im Erstberuf Hotelmanager war und auch in der Gastro-nomie arbeitete. Als elegante Behaglichkeit kann man das Ergebnis der FG-Stijl-Entwürfe bezeichnen: Die Gäste sollen sich wie in einem zweiten Wohnzimmer fühlen. Mit seinen 14 Mitar-beitern in Amsterdam und Dubai hat das Büro in 20 Jahren – mehrfach preisgekrönt – das Konzept und das Innere von Restaurants und Hotels in aller Welt entworfen. Beson-ders stolz ist Colin Finnegan auf das College Hotel in Amsterdam, ein am Markt erfolg-reicher Lehrbetrieb für Hotelfachschüler. Um den Azubis im Service Mut zu machen, baute FG Stijl eine kleine Stufe auf dem Weg aus der Küche ein. „Wenn sie merken, dass sie unfallfrei mit vollem Tablett über die Stufe kommen, gibt ihnen das Selbstbe-wusstsein“, beschreibt Colin Finnegan den gewünschten Effekt. Und wenn doch mal ein Teller zerbricht, „ist das doch ein schöne Vorlage, um ins Gespräch zu kommen“. Umgebung wird Architektur Kommunikationsförderung durch Raumgestaltung ist ein gewünschter Nebeneffekt. Etwa im offenen Raum des Restau-rants Matsuhisa im Mandarin Oriental Mün-chen. „Wahrscheinlich ist es das öffentlichste Res-taurant der Stadt“, meint Colin Finnegan – setzt es sich doch bewusst von der Flüsterton-Gediegen-heit anderer Münchner Gourmetrestaurants ab. Selbst der Private-Dining- Bereich ist einsehbar, da nur ein handgeschnitzter Palmholz-Raumteiler für Abgrenzung sorgt. Noch mehr Kommunika-tionsmöglichkeiten bieten Chef’s Tables, die man in vielen FG-Stijl-Res-taurantentwürfen findet. „Essen hat heute eine ganz andere Bedeutung, und viele Gäste interessieren sich für die Arbeit der Köche“, erklärt Colin Finnegan. In der „Bank“ des Park Hyatt Vienna sitzen die Gäste zwischen zwei Showküchen. Am Marmor-Chef’s-Table des DOX im Hyatt Düsseldorf haben die Gäste neben dem Kü-cheneinblick noch den Panoramablick über den Mediahafen. Die geschwungene Frei-treppe, die das DOX mit dem Pebbles im oberen Stock verbindet, ist als Lauftsteg für modebewusste Düsseldorferinnen gedacht. In der BMW Welt wiederum sah es FG Stijl als Aufgabe, die Philosophie des Autobau-ers in Architektur zu übersetzen und dem Tempel der Fahrzeugtechnik Behaglichkeit zu verleihen. Das Unternehmen bezieht immer die Umgebung und Geschichte des Hauses und Viertels ein. Die Teppiche im Düsseldorfer Hyatt sind z. B. schlammgrün, wie die Farbe des vorbeifließenden Rheins. Der Stil ist oft zurückgenommen, beina-he puristisch. Auch wenn die architektonischen Ideen und Effekte teilweise spek-takulär sind – etwa der Blick auf die Fahr-zeuge aus dem Esszimmer der BMW Welt oder die imposante Brasserie des Park Hyatt Wien im ehemaligen Kassensaal einer KuK-Bank –, wirken sie nicht erschlagend oder effektheischend. Altern in Schönheit Besonderes Augenmerk legt FG Stijl auf die Lobby. „Viele Hotelgäste reisen heute alleine und wissen in der Lobby nicht, wo sie da hingucken sollen“, beobachtete Co-lin Finnegan. Ein zentraler Kamin ist ein möglicher Ausweg. Im Mandarin Mün-chen lockerten sie die Lobby dadurch auf, dass die Gastrobereiche so platziert sind, Mit Stijl Design für Mitarbeiter und kommunikative Restaurants zum hauchen den Entwürfen von FG Stijl Leben ein.


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