Interview: World Wide Digital

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Foto: privat trend haben gesunde Wachstumsraten in fast allen Städten. Das durchschnittliche Preisniveau liegt bei uns in Deutschland immer noch unter vielen anderen westeuropäischen Metropolen.“ Sie verweist zudem auf den Nachholbedarf im Budgetbereich, rechnet aber mit leicht zurückgehenden Volumen – besonders wegen der vielen Portfolio-verkäufe, „die so schnell nicht wieder auf den Markt kommen“. Alexander Trobitz erwartet eine Marktberuhigung auf hohem Niveau. Zum Jahresende prognostiziert er ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr, die Preise würden sich stabilisieren. Klar scheint, dass sich die Marken weiter ausbreiten und mehr Geld aus dem Ausland fließen wird. Der Mangel an verfügbaren Objekten, die globale wirtschaftliche und politische Instabilität, der Brexit und überhöhte Preise könnten den Markt schon bald trüben. Auch einige Hoteliers sehen den Investoren-Geldregen auf ihre Branche mit Sorge. Kai Hollmann spricht durchaus von einem Überhitzen: „Hotels werden heute schon bei der Grundsteinlegung von einem Rentenfonds gekauft, es entstehen Franchise-Budget- Hotels mit geringen Kosten und 20-Jahresvertrag, 3,5 % Netto- rendite mit Hoffnung auf 10 %, Ende der Geschichte. Man schaut gar nicht, ob der Hotelmarkt das verträgt.“ Ebenso mahnt Prizeotel- Macher Marco Nussbaum: „Was wir derzeit sehen, ist keine gesunde Entwicklung, denn es geschieht kapital-getrieben und geht nicht von Betreiberseite aus. Das Hotel angebot wächst dadurch schneller als die Nachfrage, viele kleine Individualhotels werden aus dem Markt gedrängt. Um überhaupt noch an Hotels zu kommen, werden überhöhte Pachten gezahlt, das führt zu Kosteneinsparungen auf Kosten der Mitarbeiter“ – und damit zu einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels. Florian Maaß Lesen Sie zum Thema online ein Inter-view mit Frank Hildwein, Leiter An- und Verkauf Hotels bei der Deka Immo-bilien. Die Deka hat in den letzten 1,5 Jahren für rund 1 Mrd. € zehn Hotels gekauft. www.gastroinfoportal.de Herr Führer, Worldhotels hat allein im zweiten Quartal 2016 sieben neue Hotels, vor allem in Asien, gewinnen können. Neben den klassischen Wachstumswünschen, welche weiteren Ziele haben Sie als CEO? Sie zeichnen seit knapp einem Jahr als solcher verantwortlich. Mir geht es neben einer großen Digitalisierungsoffensive künftig vor allem um eine Stärkung des Meetinggeschäfts, denn ich kenne kein Hotel, das hier nicht über ein gewisses Zuwachspotenzial verfügt. Zugleich möchte ich den Leisure-Gruppen- Anteil als möglichen Puffer in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ausbauen. Hotelkooperationen müssen heute vielerorts ihre Aufgaben neu definieren. Inwiefern möchte Worldhotels hier auf dem deutschen Markt weiter eine Sonderstellung einnehmen? Wir können seit jeher mit unseren aktuell weltweit 35 Büros international agieren und ein globales Verkaufs- und Vertriebsnetzwerk bieten, ohne die Hotels in ihrer Unabhängigkeit und ihren operativen Entscheidungen einzuschränken. Dafür bleiben wir für die meisten Häuser auch ein B2B-Brand und stehen damit nur in wenigen Fällen – lediglich im Rahmen unseres Full-Licence- Markenmodells – mit unserem Namen auf dem Hoteldach. Unsere besonderen Stärken sind und bleiben die Themen Corporate Sales und Digitalisierung – und zwar Die Worldhotels wachsen auch in regionalen Hochzeiten gut. Wir sprachen mit CEO Dirk Führer über B2B, DNA und Why. jenseits eines reinen technischen Anbieters. Wir stellen dafür jedem Hotel einen Business Development Manager an die Seite. Er sieht sich vor Ort alle Seiten des Geschäftes an, sei es Revenue Management, Distributions-, digitale Themen oder klassische Sales-Aspekte, und informiert unsere Zentrale, in welchen Bereichen wir das Hotel gezielt unterstützen können. Ich möchte diesen Aspekt noch weiter ausbauen. Denn unser Geschäft ist am Ende nicht sehr schwer: Es geht um ein People‘s Business und das Vertrauen in ein Miteinander. Für die Stärkung der individuellen Alleinstellungsmerkmale hat Worldhotels u. a. die Initiative „Start With Why“ gelauncht. Was hat sie den Hotels bisher gebracht? Viele unserer Mitglieder sind von der Initiative begeistert, und bis Jahresende haben bereits mehr als 100 Hotels mit ihren Teams an dem entsprechenden Workshop teilgenommen. Hierbei erarbeiten alle gemeinsam die Blaupause, die DNA ihres Hotels: Warum kommen die Gäste in das Hotel? Denn klar ist: Die Gäste entscheiden sich zuallererst für eine Destination und dann für das Hotel, indem es sich so stark positioniert hat, dass es genau aus diesem Grund gebucht wird. Haben die Hotelmitarbeiter die DNA für sich gefunden, startet die Kommunikation durch sie und uns in unserem weltweiten Netzwerk. Das Thema Digitalisierung soll vor allem auch mit dem neuen Programm „World Online“ an Fahrt gewinnen. Inwiefern? Für die heutige Hotellerie ist die Distribution das A&O. Im Rahmen von World Online investieren wir in Spezialisten, die mit den Hotels gemeinsam in die Tiefe gehen, um die Zahl der direkten Online- Buchungen zu erhöhen. Drei Digital Key Account Manager haben wir bereits eingestellt. Zu den Dienstleistungen gehören neben E-Mail- und Social Media-Dienstleistungen sowie Kampagnen u. a. die Erstellung einer 40-seitigen Website mit Inhalten in drei Sprachen sowie verschiedensten Vorlagen, wöchentlichen SEO-Aktivitäten, Key Account Management, Analysen, ein übersichtliches Dashboard mit allen relevanten Kennzahlen und Echtzeit-Reportingfunktionen. In Webinaren können die Hotels wiederum jede Facette des digitalen Reisemarketings beleuchten. Bei allen Möglichkeiten werden wir den Hotels künftig als absoluter Experte für digitale Distribution zur Seite stehen – und damit uns einmal mehr von den anderen Kooperationen unterscheiden. Vielen Dank für das Gespräch. syk www.worldhotels.com IM GESPRÄCH MIT DIRK FÜHRER 12 11/2016


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