trend - Aufstieg zur begehrten Anlage

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trend Aufstieg zur begehrten Vor etwa zehn Jahren lief es bei Hotelentwicklungen noch ganz anders. Man rief die wenigen institutionellen Anleger an, die regelmäßig in Hotels investierten. Wenn die abgewinkt haben, bekam man schon weiche Knie“, beschreibt GBI-Vorstand Reiner Nittka die Entwicklung in Sachen Hotelimmobilien. „Heute können wir in Ruhe ein Hotel schlüsselfertig entwickeln und dann aus vielen Interessenten den passenden Investor suchen.“ Während Hotels im Brettspiel Monopoly schon immer die lukrativsten Investments waren, schien in der realen Investorenwelt sogar das „normale“ Haus in der Badstraße begehrenswerter. Das Betreiberrisiko bei den vielen kleinen Individualhotels machte den Hotelkauf unberechenbar. Das Kaufvolumen umfasste nur einige Hundert Millionen Euro jährlich. Doch der Rahmen und das Angebot haben sich gewandelt. Bei einem Leitzins von null erscheint die Aussicht auf 4,5 bis 6 % Spitzenrendite und die Laufzeit von 20 Jahren (gemäß der üblichen Hotelpachtdauer) sehr verlockend, und es gibt günstige Kredite. Gleichzeitig stieg der Anteil an Kettenhotels und neuen Konzepten. Und der sichere Hafen Deutschland boomt als Leisure- und MICE-Destination (436 Mio. Übernachtungen 2015, zweitgrößter MICE-Markt). A-Lagen in B-Städten Das überzeugt auch die institutionellen Investoren vom Hotelkauf. So tätigen aktuell Spezialfonds ein Fünftel der Hotelkäufe, auch Versorgungskammern investieren in Hotels. REIDs (Real Estate Investment Funds, seit 2007 in Deutschland zugelassen), steuerlich attraktive Immobilien AGs, sind dieses Jahr mit einem Drittel der Käufe am aktivsten. Immerhin 13 % machen dieses Jahr Betreiber/Besitzer wie Accor und Motel One (Alexanderplatz) aus. Dazu kommen offene Fonds, Investment Manager und Unternehmer auf der Suche nach Trophy Hotels, etwa Klaus-Michael Kühne (Fontenay) oder Kurt Dohle (Fairmont Vier Jahreszeiten) in Hamburg. Die Hälfte des Geldes kommt aus dem Ausland. In den letzten fünf Jahren wurde jeweils ein neues Rekordvolumen umgesetzt, 4,4 Mrd. € 2015. Auch die ersten drei Quartale 2016 brachten jeweils Rekordwerte: Bisher 2,96 Mrd. € lassen auf eine Bestätigung bis leichte Steigerung des Rekordwertes hoffen, wie Alexander Trobitz von BNP Paribas schätzt. Inzwischen ist, laut einer Umfrage der CBRE beim Internationalen Hotelimmobilien-Kongress, Deutschland der attraktivste Markt Europas. Unter den Gewerbeimmobilien haben die Hotels 2015 die Logistik überholt, nur Büros und der Einzelhandel sind begehrter. Die Nachfrage ist inzwischen größer Investitionen in Hotelimmobilien galten lange als riskantes Nischengeschäft. Doch günstige Rahmenbedingungen haben sie zu begehrten Assets gemacht. Investoren freut es, Hoteliers haben Bedenken. Foto: © aleciccotelli – Fotolia.com 10 11/2016


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