food - „Ich bin ein Berliner“

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Foto: Polster „Ich bin ein Berliner“ Die türkische Küche gehört zu den besten der Welt“, ist Saim Aygün, der Chef der Berliner Restaurantkette Hasir mit dem edel-orientalischen Ambi-ente, überzeugt. Und auch sonst weiß er, was Superlative bewirken. Allein seine drei Töchter, die alle das Gymnasium besuch-ten, vier Sprachen sprechen und Einser- Notendurchschnitte in der Schule hatten, streben bereits nach ähnlichem Erfolg. Für sie hat er alles getan, damit sie nicht wie einst er um ihre Existenz kämpfen müssen. Seit über 40 Jahren lebt er schon in Ber-lin und fühlt sich nicht nur als Berliner. Dazu beigetragen hat, dass die Aygüns die Gastronomiegeschichte der Metropole mit-geschrieben haben. Saim Aygün erzählt, wie er in den 1970er-Jahren mit seinem Bruder Mehmet Aygün auf die geniale Idee kam, Fleisch ins Fladenbrot zu füllen – zu-sammen mit Salat, Tomaten, Zwiebeln und Sauce, scharf oder mit Knoblauch. Seither ist der Döner zu einem der beliebtesten Fast-Food-Gerichte weltweit avanciert. Das gastronomische Aygün-Imperium um-fasst wiederum 15 Hasir-Restaurants in Berlin mit unterschiedlicher Küche: von traditionell-türkisch über italienisch bis hin zu Steakhaus-Spezialitäten auf dem offe-nen Holzkohlegrill. Wirklich neu war damals die Zusammen-stellung und der Verkauf des Döners als Fast-Food: Saim Aygün erinnert sich, wie zunächst vor allem die vielen türkischen Gastarbeiter, die in Berlin lebten, den Dö-ner aßen und später auch die Deutschen. Schließlich machten die zahlreichen Tou-risten den türkischen Imbiss auch über die Grenzen des damaligen West- Berlin hinaus bekannt. Doch leider ließ man sich die Krea-tion nicht rechtlich schützen, weswegen ihr Erfolg unzähli-ge Nachahmer anzog, erzählt Saim Aygün. Die Folge sind jede Menge Urheberstreitigkei-ten, VIPs, Minister und Politiker – alle kennen Saim Aygün und waren seine Gäste. Der türkischstämmige Berliner hat den Döner miterfunden und betreibt mit seinen Brüdern u. a. die Hasir-Lokale und die Titanic Hotels. allein in Deutschland gibt es mittler-weile 16.000 Dönerbuden. Und Berlin mit seinen über 1.600 Läden gilt als die heimliche Hauptstadt. Doch Döner sei nicht gleich Döner, betont Saim Aygün ausdrück-lich. In seinen Läden werde nur Fleisch von Jungbullen verwendet, das Fleisch und die frischen weiteren Zutaten stammen aus der eigenen Produktion, hinzu kommen die gesetzlich festgelegten Lohnkosten für die Mitarbeiter – und all das macht den tatsäch-lichen Preis eines Döners aus. Saim Aygün geht es um Qualität. „Sonst“, meint er, „wären wir nicht so weit gekommen.“ Was die osmanische Küche so besonders macht? Ihre Vielfalt, davon ist er überzeugt, denn in ihr mischen sich indische, arabi-sche und mediterrane Einflüsse zu einem köstlichen Mix. Besonders deutlich merke man das am Konzept des Beef Grill Club by Hasir. Die vier Dependancen sollen Maß-stäbe in Sachen exklusiver Kulinarik in der Hauptstadt setzen – vor allem mit dem in einem eigens konzipierten Reifeschrank gelagerten und mit Himalaya-Salz behan-delten Dry-Aged Beef und anderen Steak-house- typischen Spezialitäten. Türkisch und nicht Mit den Titanic Hotels wolle man die tür-kische Gastfreundschaft auch im Beherber-gungsbereich leben. Dabei legt er besonde-ren food Wert darauf, dass es zwar Hotels einer türkischen Gruppe sind, aber keine türki-schen Hotels. Das Titanic Deluxe Berlin steht dafür als neues Flaggschiff Pate: Über eine weitläufige Marmortreppe führt der Weg in dem Fünf-Sterne-Hotel in einen im-posanten Ballsaal, und über separate Ein-gänge erreicht auch der Stadtgast das Beef Grill Club by Hasir sowie den über 1.000m² großen Wellnessbereich mit seinem Herzstück, dem tür-kischen Hamam. Ende 2015 eröffnete in der Chaussee-straße ein weiteres Hotel der Gruppe, das das Vier-Sterne- Segment besetzen möchte. Und in Deutschland gäbe es noch viele weitere Städte, lässt Saim Aygün schmunzelnd-diplomatisch mögliche Pläne des Familien-Clans erahnen. Nach seiner Vision befragt, ist er wieder ganz Familienmensch. Man wolle langsam eine Marke aufbauen, und wichtige Entscheidungen werden immer gemeinsam getroffen. Was die Zukunft bringt? „Weitermachen“, sagt er. „So viel erreichen, wie es geht.“ Erfolgs-geschichten, wie sie nur wenige türkische Unternehmer in Berlin erzählen können. www.titanic.com, www.hasir.de dmp 10/2016 21


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