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Fotos: The Westin Hamburg, Michael Zapf schläft auch die Konkurrenz nicht. Zu den 345 Hamburger Hotels kommen weitere 26 bis 2018 hinzu. Die Zimmerpreise sind im neuen Westin dezent saisonal gestaltet, Qualität soll vor Volumen gehen. Sie fangen bei 221 e€ für ein 35 m² großes Classic-DZ mit Blick auf das Atrium an und gehen bis 3.261 e€ für die 162 m² große Owner’s Suite mit 270-Grad-Rundumblick. Auch hier wieder ein Superlativ: Mit 39 Suiten hat Westin die meisten der Stadt. Es gibt zudem sieben Tagungs- und Ver-anstaltungsräume für bis zu 230 Personen. Und der 1.300-m²-Spa steht auch externen Gästen offen. Im Marketing spielen Kultur und besonders der Nachbar im Haus eine große Rolle. Gemeinsam mit dem Be-treiber der Elbphilharmonie arbeitet das Westin an Buchungspaketen. Das Zielpu-blikum werden eher Einzelgäste als Grup-pen sein und etwa 60 % mehr Leisure- als Businessreisende. Das Westin setzt aber auch auf den Trend, Geschäftsreisen zum eigenen Vergnügen zu verlängern. Und während Hamburg eher Inlandstouristen lockt, werden die Elbphilharmonie und das 21 Mio. Mitglieder starke Starwood- Preferred-Guest- Programm wohl auch inter-national ziehen. Die Marriott-Zugehörigkeit samt des starken Rewards-Programms wird noch ihr „Übriges“ beitragen. Gegen den Fluch „So schön das Hotel ist, zum Leben erwe-cken es die Mitarbeiter“, weiß die Hotelche-fin, die für ein gutes Händchen bei der Per-sonalsuche bekannt ist. Ein Recruiting Day mit vorgefiltertem Massen-Casting für 100 Bewerber im St.-Pauli-Stadion im August genügte nicht ganz. Mitte September suchte Westin noch Mitarbeiter für 25 Tätigkeiten, „die unsere Leidenschaft für das Gastgeber-tum teilen“, so der Anspruch. Der Westin-typische Running Concierge, der den Gast z. B. joggend durch die Stadt begleitet, ist aber schon mit an Bord. Den ersten Stresstest müssen die 160 Mitarbeiter einen Monat nach der Eröffnung bewältigen. Das Hotel beherbergt dann ei-nige Regierungschefs beim OSZE-Gipfel am 8. und 9. Dezember. Es ist das Schaulaufen für den G20-Gipfel im Juli. Gut, dass sowohl Dagmar Zechmann als auch ihr österreichi-scher Landsmann und Küchenchef Martin Kirchgasser Erfahrung mit Staatschefs ha-ben. hotelkonzepte Hotelchefin Dagmar Zechmann arbeitet in luftiger Höhe. The Westin Hamburg 20457 Hamburg www.westinhamburg.com Die Störtebeker Brauerei bekam den Zu-schlag für die weiteren Gastrobereiche im Haus. Neben einem Flagship Store mit Bier-Tasting-Bereich wird es auf der Pla-za ein Deck&Deli und im fünften Stock das Beer&Dine geben, wo mittags Bodenstän-diges und abends saisonale, gehobene Kü-che der Nord- und Ostseeregion kredenzt wird, Chefkoch ist Andreas Pechatschek. Als Partner ist das East Hotel dabei. Bis zu 10.000 Besucher täglich sollen eine fried-liche Koexistenz der Restaurants zweier Hotels im selben Haus ermöglichen. Eine spannende Konstellation ist es dennoch. Der Namenspatron der Brauerei lockte schon vor 615 Jahren Besucher an. Störtebeker wurde hier wegen Piraterie enthauptet. An-geblich lief er noch an elf Mann seiner spa-lierstehenden Besatzung kopflos vorbei, der Bürgermeister hielt sich jedoch nicht an die zugrundeliegende Wette und ließ alle köp-fen. Dass Störtebekers Fluch auf späteren Bürgermeistern lastete, ist natürlich Aber-glaube. Vermutlich wird der ganze Ärger im Vorfeld nach der Eröffnung bald vergessen sein. Florian Maaß 10/2016 11


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