Pflanzen(t)räume - Interview: Mission: Blau

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Fotos: Boymann, Duni Die Basis für all unsere Servietten und Tischdecken ist zunächst die Natur, nämlich Zellulose – sprich Holzfasern. Dabei Gestaltung trifft Verantwortung: Wir sprachen mit Axel Gelhot, Trade Marketing Manager TableTop, Duni, über nachhaltige Tischkultur. kommt es darauf an, einen Raubbau der Wälder und die Ausbeutung von Arbeitern konsequent auszuschließen. Dieses stellt man mit dem FSC-Zertifikat für die Produkte bzw. die Rohstoffe sicher. Darüber hinaus hat Duni bereits 2014 das erste und größte Komplettsortiment kompostierbarer Unifarben auf den Markt gebracht, gefolgt 2015 und 2016 von kompostierbaren Motiven und Motivserien, zertifiziert mit dem Siegel „OK compost”. Damit sind Produkte aus den Materialien Dunicel®, Dunilin®, Dunisoft®, Evolin® und natürlich Zelltuch industriell kompostierbar. Viele Produkte tragen zudem das Siegel „Nordic Swan”. Im Bereich MealService wird der Sortimentsbereich „EcoEcho”, nachhaltige Take-Away-Verpackungen, immer stärker ausgeweitet. Sie haben Artikel aus dem Sorti-ment genommen, weil sie nicht zertifiziert werden konnten. Tatsächlich konnten einige brillante Unifarben nicht kompostierbar produziert werden. Konsequenterweise haben wir die Farbrange in den vergangenen zwei Jahren angepasst, sodass nun alle Unifarben mit dem Siegel „OK compost“ versehen wurden. Im Bereich der Motivdrucke waren unsere Designer gefordert: Sie haben Serien kreiert, die keinen gestalterischen Kompromiss zeigen und doch mit dem Siegel „OK compost“ versehen werden konnten – etwa die Motive Zendo, Lina, Organic. Herzlichen Dank für das Gespräch. jus Es hat schon ein wenig Dschungel-Flair, wenn man im Restaurant Coast des Hamburger East Hotels zu Sushi und asiatisch inspirierten Gerichten Platz nimmt: Die Rückwand der Location ist auf 80 m² dicht an dicht mit Echtpflanzen bedeckt. „Das war unser bisher interessantestes Projekt in diesem Bereich. Nahezu die komplette Rückwand des Restaurants wurde mit einer Vertikalbegrünung ausgestattet. Lediglich die Türöffnungen und der Thekenbereich wurden ausgespart“, erläutert Wolfgang Römer von den Gartenbau- und Begrünungsspezialisten Boymann. Für Hotels und Restaurants bringt mehr Grün nicht nur eine naturnahe Optik, sondern funktioniert im Falle einer üppigen Vertikalbegrünung auch als natürliche Klimaanlage, die Schadstoffe filtert und frische Luft produziert. „Darüber hinaus verbessert sich durch die dichte Pflanzenfläche die Raumakustik“, ergänzt Wolfgang Römer. Er unterstreicht zudem die positiven Auswirkungen für den Gast: „Im Grünen kommen wir zur Ruhe und lassen uns gleichzeitig inspirieren.“ „Hotels legen Wert auf Wohlfühlatmosphäre, aber auch auf ein gutes Image. Der erste Eindruck des Gastes vom Hotel ist sehr wichtig, deshalb bietet sich die Begrünung des Foyers an. Allerdings ist hier das Platzangebot oft gering – umso höherwertig werden die Pflanzenarrangements ausgesucht“, berichtet Lutz-Peter Kremkau von den Raumbegrünern über die Anforderungen der Hotellerie. Je exklusiver die Begrünung, desto größer das Alleinstellungsmerkmal, lautet seine Maßgabe. Weitere Möglichkeiten für individuelle Begrünungskonzepte gebe es im Restaurant, auf den Fluren, in Wellnessbereichen oder Tagungsräumen. „Mich wür- den Pflanzen in Gäste- zimmern freuen – stellen Sie sich vor, Sie schlafen unter ausladenden Palmenwedeln ein. Leider haben wir solche Begrünungen noch nicht realisiert“, nennt Lutz-Peter Kremkau eine weitere Einrichtungsidee. Neben Pflanzenwänden setzen die Raumbegrüner im Hotelkontext auch auf Pflanzsäulen, wie unlängst im Eingangsbereich des Hotel am See in Salzgitter, wo Glasfibergefäße mit sukkulenten Pflanzen und Deko-Holzkugeln versehen wurden. Essenziell sei bei einer lebendigen Inneneinrichtung die Pflege, gibt Lutz-Peter Kremkau abschließend zu bedenken: „Wichtig ist natürlich, dass die Pflanzen in einem absolut gesunden Zustand erhalten werden – dafür gibt es ja uns Fachfirmen.“ nic Mission: Blau Pflanzen(t)räume Wohnliche Atmosphäre ist und bleibt Trend – dabei setzen Hotels mittlerweile auch auf mehr „echtes Grün“ innerhalb der Räumlichkeiten. Herr Gelhot, was verbirgt sich hinter Ihrer „Blue Mission“? Unsere „Blue Mission“ umfasst Aktivitäten in Bezug auf Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility. Dabei geht es einerseits um das Thema umweltfreundliche Produkte, Einsatz von Ressourcen, Energie und Abfall. Andererseits auch um gesellschaftliche Einflüsse, die wir mit einem Verhaltenskodex bei der Wahl von Zulieferern oder in Bezug auf Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen unserer Produkte berücksichtigen. Was ist Ihre Motivation hinter der nachhaltigen Ausrichtung? „Atmosphäre schaffen. Mit Verantwortung.“ – unter diesem Slogan steht unsere Umweltausrichtung. Dabei hängt die Verantwortung von Duni in der Gesellschaft eng mit unserem Kerngeschäft zusammen – wir möchten für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Nur Produkte, die durch Respekt für die Gesellschaft und die Umgebung geprägt sind, können für die richtige Atmosphäre sorgen. Unser CEO Thomas Gustafsson ist der Überzeugung, dass man Unternehmen nur mit einer nachhaltigen Einstellung führen kann. Welche Zertifizierungen haben Sie vorgenommen, und worin un-terscheiden sich diese? 38 9/2016


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