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Foto: Platzl Hotel berufsmode Handwerk mit Niveau: Mietwaesche.de Das Münchner Platzl Hotel ließ sich zünftig-modern von Ludwig Beck einkleiden. Häuser mit 30 bis 40 Mitarbei-tern kann es sich lohnen, Basis-produkte aus der ACP-eigenen Kollektion nach Geschmack abzuwandeln. Das Grand Hotel Heiligendamm hat sich für diese Variante entschieden und setzt eine beigefarbene Wickelbluse mit einer lilafarbenen Schlei-fe in verschiedenen Versionen ein: als Kurzarm-Modell im Spa- Bereich, verlängert als Kleid an der Rezeption und als Stehhemd mit einem dezenten lilafarbenen Kragen für die männlichen Mit-arbeiter. „Ich finde nicht, dass jeder Mitarbeiter das Gleiche tragen muss, um erkennbar zu sein. Ich biete gern ein Baukas-ten- System an, aus dem sich der Mitarbeiter sein Outfit zusam-menstellen kann“, sagt Martina Pühl-Bennewitz. Ein Vorteil ist auch, dass ein Mitarbeiter immer noch „ins Bild passt“, wenn er in einem anderen Bereich aushilft. Bei Neuentwicklungen erhalten die Hoteliers ein Muster zum Testen – Martina Pühl-Benne-witz rät dem Housekeeping z. B., zur Probe zu waschen. Bei einer individuellen Ausstat-tung gilt es, die Wirtschaftlich-keit im Blick zu behalten. Für einige Mitgliedsbetriebe der Wellness-Hotels & Resorts küm-mert sich die Unternehmens-beraterin Barbara Schmekel- Pantförder um den Einkauf. Sie empfiehlt, mit den Lieferanten z. B. unterschiedliche Paspelie-rungen und Stickereien in der Unternehmensfarbe auszuhan-deln. „Auf die unterschiedlichen Konfektionsgrößen der Mitar-beiter ist besonders zu achten. Das führt dazu, dass bei einer kompletten Eigenmarke mehre-re Schnitte hergestellt werden müssen“, sagt Barbara Schme-kel- Pantförder. „Bei jedem Mit-a r b e i - terwech-sel wird also zum Erstauftrag, der oft günstig ausgehan-delt werden kann, in kleinen Stückzahlen oder einzeln nach-bestellt. Und das kann teuer werden.“ Sympathisch-informell Neben der individuellen Ge-staltung spielt weiterhin der Tragekomfort eine wichtige Rolle. „Die Stoffe werden leich-ter und funktioneller. Vor allem Stretch-Materialien sind in al-ler Munde“, beobachtet Ingo Bittmann, Vertriebsleiter bei Wäschekrone. Das Ziel ist, dass sich der Mit-arbeiter nicht verkleidet fühlt und sich dem Gast gegen-über bei aller Professionali-tät ungezwungen gibt. Diesem Leitsatz folgt auch das Seehotel Niedernberg bei seinen neu-en Uniformen. „Mit dem Outfit möchten wir unsere Philosophie einer zeitgemäßen, lockeren und entspannten Atmosphäre optisch unterstreichen“, erklärt Karina Kull, Leiterin Marketing und Events in dem Vier-Sterne- Hotel. Betont leger und passend zur Location am Wasser präsen-tieren sich die Service-Mitarbei-ter im dezent maritimen Look: Sowohl die Damen als auch die Herren tragen ein sportives, weiß-blau geringeltes T-Shirt, dazu Jeans und – z. B. im Außen-bereich – eine locker gebundene Schürze ebenfalls aus Jeans-stoff. Die Modelle stammen vom Modeunternehmen Basler aus Goldbach. „Hochgeschlossen und Bund-faltenhose waren gestern – heute zeigen wir uns sympathisch-informell. Zum an-deren ist uns ein bequemer Tra-gekomfort während der Arbeit wichtig“, so Karina Kull. Ganz auf den klassischen Gastrono-mie- Stil möchte das Seehotel Niedernberg dann aber doch nicht verzichten. Am Abend und in den Restaurants, bei Banket-ten oder Business-Veranstaltun-gen tragen die männlichen F&B-Mitarbeiter ein weißes Hemd, eine dunkle Hose sowie Weste. Dazu kommt eine Fliege, die aus einem eigens für das Hotel ge-webten Stoff angefertigt wurde. Vor einem Jahr erhielten bereits die Rezeptionsmitarbeiter einen neuen Look. Die Damen haben die Wahl zwischen einem Ho-senanzug und einem Kostüm in Dunkelblau sowie Blusen in verschiedenen Farben und Schnitten und einem Tuch in Blau, Weiß, Grau und Schwarz. Die Herren tragen zusätzlich zur Krawatte ein farblich passendes Einstecktuch. Der ausgewähl-te Stoff wird von Basler für das Hotel eingelagert, und bei Be-darf werden daraus neue Blusen oder Tücher geschneidert. Damit sich der Mitarbeiter „wie zu Hause“ fühlt, greift Jobeline in einigen Kollektionen aktuel-le Trends statt zeitlosem Design auf. Das kann besonders für Ho-tels mit einem jungen Publikum und einer lockeren Ausrichtung interessant sein. Rauchblau und Rost sind die neuen Farbstich- Die Uniformen maßzuschneidern ist schon lange nichts Neues mehr. Die Geschichte darum erzählen schon eher. Wir blicken auf Beispiele. 8/2016 35


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