Interview: Kamin trifft Topf

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Foto: privat, Logos: Fédération Internationale des Logis Kamin trifft Topf Für die Logis Hotels ist das bisherige Jahr turbulent. Im April verstarb der Präsident Thierry Amirault und ließ mit rund 2.400 Mitgliedern Europas größte Kooperation unabhängiger Hotel- und Restaurantbesitzer zurück. Jetzt hat sein bis-heriger Stellvertreter Fabrice Galland eine neue Klassifizierung vorgestellt. Gab es bis-lang ein bis drei Kamine für die Unterkunft und ein bis drei Kochtöpfe für die Küche, kommt zukünftig ein viertes Symbol hinzu. Frau Weßollek, die Logis Hotels möchten das führende Ntzwerk an Individualhotels in Europa werden. Wie messen Sie das? Neben den Mitgliedszahlen entscheidet darüber die Wahrnehmung der Gäste. Die Marke Logis ist besonders in den BeNe- Lux-Ländern und natürlich in Frankreich bekannt. In Deutschland werden wir hier noch mehr Marketingarbeit leisten. Mit dem vierten Kamin und Kochtopf möch-ten die Logis Hotels ihr Profil weiter schär-fen. Was leisten die neuen Klassements? Mit den neuen Klassements haben wir Lü-cken nach oben geschlossen und schaffen im Rahmen unserer hohen Mitgliederzahlen mehr Differenzierungsmöglich-keiten für die Häuser. Es gibt z. B. einige Restaurants, die mehr leisten als andere Unter dem neuen Präsidenten Fabrice Galland haben die Logis Hotels ihre Strategie Logis Demain vorgestellt. Wir sprachen mit der deutschen Repräsentantin Tina Weßollek. Vertreter der Drei-Kochtöpfe-Kategorie, aber noch nicht zu den Tables Distungées zählen, die auf Sterne-Niveau kochen. Der Kochtopf bewertet dabei die gesamte Res-taurantleistung. Gutes Essen ist die Grund-voraussetzung. Ein Topf steht für eine eher rustikale Küche, drei Töpfe für eine elegan-te Umgebung und sehr guten Service. Ein Restaurant mit vier Töpfen ist z. B. im Guide Michelin erwähnt. Für die Gäste sind unse-re Mitglieder nun leichter einzuordnen. Wie unterscheiden sich die Kamine von den Dehoga-Sternen? Hotels mit vier Kaminen sind sehr elegant – Boutique-Hotels ist hier ein gutes Stichwort. Sie stehen für den absoluten Vier-Sterne- Bereich, was bei einem Drei-Kamine-Hotel nicht immer gegeben ist. Die Sterne neh-men wir als starreres Klassement wahr. Bei den Logis Hotels geht es dagegen nicht um Zentimeter, sondern darum, wie die Ein-richtung in den Raum passt. Wie bei den Kochtöpfen gibt es daher noch eine Kate-gorie für Spitzenhäuser: Logis d'Exception. Bisher gab es in diesem Segment auch ei-nige Vier-Sterne-Häuser, die mit manchen Häusern auf Fünf-Sterne-Niveau nicht mit-halten konnten. Müssen Mitglieder um Ihre aktuelle Logis- Klassifizierung bangen? Wir haben gerade mit der Umsetzung be-gonnen. Für einige Hotels wird es nach oben oder nach unten gehen. Denn der Gast muss letztendlich mit der Marke zu-frieden sein. Wenn jemand eine schlech-te Erfahrung macht, trifft das die ganze Kooperation. Wie setzen Sie die Klassifizierung um? Wir nehmen regulär bis zu 1.000 Mystery-Checks pro Jahr vor, um die Klassifizierung des Betriebs alle drei Jahre zu erneuern. Nun wird bei jedem Check das neue Klassement angewendet. Bis 2020 soll alles umgesetzt sein. Wir legen Wert auf den Dialog mit dem Hotelier. Einige Hoteli-ers möchten z. B. lieber zwei als drei Kami-ne, da dies besser zu den Gästen passt. Die Möglichkeit zum Nachbessern geben wir natürlich auch. Inwiefern greifen Sie neben klassischen Hotelsegmenten auch Trendformen auf? Wir haben den Markt beobachtet und gese-hen, dass die Gäste außergewöhnliche Ho-tels und Longstay-Unterkünfte suchen. Mit den neuen Marken Maison by Logis und Isolite by Logis reagieren wir darauf und bieten einerseits Baumhäuser und Wohn-blasen, andererseits Ferienwohnungen, Villen und Apartments. Diese Formen müs-sen Drei-Kamine-Niveau haben. Was zeichnet Ihre Mitglieder aus? Individuell, charmant, persönlich und au-thentisch sind die Stichworte, die wir für die Logis Hotels herausgearbeitet haben. Uns ist zudem wichtig, dass die Hotels fa-miliengeführt sind. Individualität ist heute einfach am wichtigsten. Der Hotelier muss zudem hinter der Marke Logis stehen – gerade, weil wir in Deutschland expandie-ren möchten. Dazu brauchen wir die rich-tigen Partner, die Botschafter vor Ort sind. Und wovon profitieren Ihre Mitglieder? Kleine Hotels müssen genauso gut aufge-stellt sein wie große. Da die Logis Hotels eine mitgliederstarke Kooperation sind, können wir viele technische Leistungen günstig anbieten. Der Mitgliedsbeitrag ist nach Hotelgröße gestaffelt und setzt sich aus dem Grundbeitrag und einem Betrag pro Zimmer zusammen. Inbegriffen ist der Logis-Guide, der in einer hohen Auflage in ganz Europa vertrieben wird. Hier profitiert das Hotel von unserem großen Netzwerk. Vielen Dank für das Gespräch. jus hotelkonzepte 22 8/2016


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