Treffpunkt Tafel

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Fotos: ® Rawpixel.com – Fotolia.com se lange Tafeln mit mas-siven Holzplatten bis zu 4,50 m Länge an. Durch aufgedoppelte Tischplat-ten werde die massive Optik noch betont. Das Objekt muss allerdings nicht zwangsläufig aus einem Stück sein: „Auch mehrere Säu-lentische können flexibel zu einem langen Tisch an-einander gereiht werden“, erklärt Prof. Reinhard Grell. Als pas-senden Partner zum langen Tisch hat die Stuhlfabrik S c h n i e d e r ihren neuen Stuhlsessel Luisa vor-gestellt, bei dem man besonderen Wert auf eine elegante Linien-führung gelegt hat. Nach unten konisch zulaufende Vorder-beine und nach hinten abgespreizte Stuhl-beine setzen die Linie des Polstersitzes fort. Für die Seiten- und das Rückenpolster besteht das Gestell aus einem Stahlrohr-rahmen, der eine schlanke Gesamtoptik ermöglicht. Die Sitzfläche wird durch diese Konstruktionsweise größer und soll hohen Sitzkomfort sicherstellen. Als zusätzlicher Blickfang sind optional auf den Armlehnen aufgesetzte Patches erhältlich. Eine steigende Nachfrage nach Ess- und Sitzgelegenheiten für Gruppen registriert auch Annett Timinger, Prokuristin bei der Spahn Sitzmöbelfabrik: „Wir beobachten, dass sich die Anforderungen an die Gastro-nomie auch in puncto Gestaltung zuguns-ten eines größeren Miteinanders und Aus-tausches ändern. Deshalb haben wir auf den Messen in Hamburg und Stuttgart eine sehr lange und robuste Tafel aus Eichen-bohlen vorgestellt. Sie ermöglicht dieses kommunikative Miteinander.“ Dabei sei auch die Platzierung im Raum ein Faktor, ausstattung Prof. Reinhard Grell, bieten sich idealerwei- Treffpunkt S chaut man momen-tan mit dezidiertem Blick aufs Interieur in der deutschen Gastronomie-landschaft, so fällt von Syste-mern wie Hans im Glück bis zur Sterne-Location eines auf: Die Gäste rücken näher zusammen. Weniger klassisch, weniger for-mell – dafür persönlicher, lockerer und gemeinschaftlicher. Deutlich wird dieser Trend auch anhand zweier Beispiele aus der aktuellen Michelin-Aufsteigerliste: bei Kevin Feh-lings „The Table“ in Hamburg und dem Nobelhart & Schmutzig in Berlin. Beide ha-ben hinsichtlich Kulinarik und Außenauf-tritt beim ersten Betrachten zwar nicht allzu viele Gemeinsamkeiten. Kommen bei Kevin Fehlings Gerichten viele internationale und asiatische Referenzen auf den Teller, geht es im Nobelhart & Schmutzig „brutal lokal“ zu, wie es die Macher Billy Wagner und Micha Schäfer umreißen. Das verbindende Element steht jedoch im Gastraum: Beide Konzepte setzen auf eine große zusammen-hängende Tafel, an der alle Gäste Platz fin-den. Dabei spielt einerseits die nach wie vor angesagte Chefs-Table-Philosophie eine Rolle, denn viele Gäste haben Spaß, dem Küchenteam bei der kreativen Arbeit über die Schulter zu schauen und nah am Ge-schehen zu sein. Hinzu kommt aber auch eine ausgeprägtere Offenheit und Bereitschaft zum Austausch mit anderen Gästen, welche die Gastronomen mit Community Tables unter-stützen – mit großzügigen, langen Tafeln mit Platz für zehn und mehr Gäste. Einer für alle Damit sind die Ausstatter der Restaurants am Zug, die als Reaktion auf diese Ten-denz entsprechende Tisch- und Sitzideen fertigen. Prof. Reinhard Grell, Dekan an der Hochschule OWL und Gesellschafter der Stuhlfabrik Schnieder, hat festgestellt: „Die Gäste suchen Nähe und Ursprünglich-keit. Versammelt man sich um einen großen Tisch mit köstlichen Speisen und gutem Wein, entsteht automatisch eine vertraute, entspannte Atmosphäre. Community Tables werden daher immer öfter in der Ein-richtung berücksichtigt.“ Für die Tische, so Tafel 40 6-7/2016


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