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first_class_06_07_2016

Service des Abschaltens? Es ist wie beim Yin und Yang. Wenn es einen Trend gibt, schwingen sich sogleich neue Ak-teure auf und versuchen den Gegentrend en vogue zu machen. Was bleibt, ist oft ein Ungleichgewicht und die Erkenntnis, dass sich eines von beiden zumindest finanziell nicht lohnt. Das angestrebte Fußballsommer-Märchen in diesen Wochen und ein paar kuschelige Anti-Fußball-Pakete mögen da ein empathisches „Sei-doch-kein-Spielverderber- Beispiel“ sein. Doch lassen Sie uns, wie schon in der letzten Aus-gabe begonnen, in diesem Zusammenhang den „Service der Zukunft“ in die Yin-Yang-Schale wer-fen. Denn beim Thema High-tech-Technologien und einem im wahrsten Sinne des Wortes „ge-fühlten“ Mehr-Service rudern schon jetzt einige Hotel-4.0-Pioniere mit amerikanischem Akzent zu-rück. Und dabei geht es nicht um das Einchecken und Zimmeröffnen mit dem Mobiltelefon – diese Services werden Standard, da sind sich auch zahl-reiche hiesige Marktgestalter einig. Vielmehr geht es um bereits zaghaft eingeführte „Spielereien“ wie die Social-Media-Taste im Hotelspiegel oder das launenabhängige Lichtsystem im Zimmer. Ser-vices wie diese stehen bereits im Verdacht, den Gast zum irritierten Kopfschütteln, zur Null-Nach-frage, zum Überdruss im Erreichbarkeits-Überfluss zu bewegen. Technik, die nicht (mehr) begeistert sozusagen (lesen Sie auch den Beitrag ab S. 10). Wird also die Nicht-Technik mit lifestyligem Off-line- Gusto der große Servicetrend im Hotelsektor? Könnte das Beherbergungsgewerbe analog aus- gleichen, was die Welt da draußen digi-tal überschwemmt? Und werden damit Digital-Detox- Angebote zu Heilsbringer- Produkten in einem neuen großen Ser-vice- Zeitalter? Wir übertreiben. Bestimmt sogar. Aber still und analog ruht der Hotelsee. Das zeigen bereits Plattformen, die weltweit eine stattliche Sammlung von Hotels mit expliziten Digital-Detox- Holidays bewerben. Das versprechen einige „Offline-Hotels“ in der Steiermark, die vom steirischen Tourismusamt als solche ver-marktet werden. Und darauf setzt sogar das Bren-ners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden mit seinen Digital-Detox-Apartments, die über eine Strom-netz- Aus-Taste verfügen. Doch soweit, so viel-leicht auch gefragt. Spannend ist eher, wie dieser mögliche Trend weiter gelebt wird. Gerade auch in Geschäftsreisehotels, die zurecht derzeit auf Coworking- Spaces etc. setzen. Denn reicht es, mit garantiertem Funkloch und fehlender IT-Anbin-dung zu werben? Klingt allein der Verzicht auf WLAN, Telefon, Handy, TV und Radio nicht eher nach verschlepptem, drögen Investitionsstau? Technik, die Fachkräfte entlastet, schafft Freiräu-me für mehr personalisierten Service. Und Nicht- Technik auch. Das sollte uns eher auf dem Weg zu mehr spannenden und entspannenden Services der Zukunft inspirieren. Was dann Yin und Yang ist, entscheidet wie immer der Gast. Sylvie Konzack, Chefredakteurin 3 Jahre Hospitality HR Award ... ... und über 23 Best-Practice-Beispiele später gibt es nun unser Buch dazu „Mit Menschen gewinnen“ Bestellen Sie das Buch zum Preis von 50 € zzgl. MwSt. unter p.dornacher@blmedien.de oder 089-370 60 271 Ridlerstr. 37, 80339 München Das Manager-Magazin für Hotel und Restaurant muc@blmedien.de, www.gastroinfoportal.de !Zum Nachlesen! !Zum Inspirieren lassen! !Den eigenen HR-Weg finden und leben! Jetzt lieferbar! editorial


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