Interview mit den BIO-Hotels: Ein Trend wird 15

first_class_06_07_2016

Ein Trend wird 15 Ludwig Gruber, Mitbegründer der Bio-Hotels Die Bio-Hotels agieren seit 2001 auf dem Markt. Wir sprachen mit Ludwig Gruber über OTAs und individuelles Marketing. Die Ludwig Gruber Brunnwald 400kA-400, A-6465 Nassereith Tel.Tel.: + +43-(43-(0)0)664-664-444 4448728 87 28 www.biohotels.info Herr Gruber, den Start der Bio-Hotels mar-kierte ein Hotel, das Schützenhilfe bei sei-ner Küchenumstellung brauchte. Wer half hier wie wem? Ein Hotelier stand 1998 in unserem Büro des Bioverbandes und hatte bislang nie-manden gefunden, der die Umstellung seiner Küche im Hotel auf 100-%-Bioqua-lität begleiten würde. 1999 haben wir dies samt Zertifizierung auf den Weg gebracht, und dank der erfolgreichen Pressereso-nanz meldeten sich auch andere interes-sierte Hoteliers. Mit letztlich einer Gruppe von acht Betrieben wurde 2001 der Verein Bio-Hotels gegründet, mit dem Ziel, ein-ander in der Umstellung zu unterstützen, Bauern für die Belieferung zu finden usw. Sie haben mit Bio vor 15 Jahren eine Ni-sche besetzt, die heute etablierter ist denn je. Dennoch mehren sich auch neue Ver-triebs- und Mitarbeiter-Herausforderungen. Inwiefern? Am Bio-Markt sind wir Marktführer, aber durch die zunehmende Bedeutung der Buchungsportale werden wir am konven-tionellen Markt nur teils als starke Marke wahrgenommen. Mehrwerte können wir dort zudem nicht platzieren. Daher koope-rieren wir z. B. mit Bio-Märkten, in denen wir unsere Klientel erreichen. Hinzu kommen verschiedene Rechtslagen in den Ländern, z. B. sind in der Schweiz oder Österreich Bio-Aussagen in der Gastronomie nicht kontrollpflichtig. Der Gastro-nom kann so mit Bio werben, ohne es anzubieten. Wie in anderen Betrieben auch, ist schließlich der Fachkräftemangel ein Thema. Entsprechend agiert die Grup-pe zum Teil gemeinsam. Wenn die Saison in einem Betrieb beendet ist, kann der Mit-arbeiter z. B. in ein anderes Mitgliedshotel wechseln. Geplant sind Regionaltreffen und ein nachhaltiger Umgang mit den Mit-arbeitern innerhalb der Gruppe. Was haben Sie in puncto Marketing geplant? Wir bauen die Gruppenkampagnen aus, wenn es sinnvoll ist, und bieten z. B. ein gemeinsames Marketing in der Schweiz und die gemeinschaftliche Bearbeitung des Tagungs- oder Wellnessmarktes. Auf der anderen Seite betreuen wir die Mit-glieder so individuell wie möglich: mit einem laufend verfeinerten Konzept für jeden einzelnen Betrieb. Damit reagieren wir nicht zuletzt auf die Erkenntnisse, die wir in unserer 2012 initiierten Zukunfts-werkstatt mit den Hotels gewonnen ha-ben. Bei unserer extremen Spreizung, was Zimmerzahl, Preise und vor allem Aus-richtung betrifft, müssen wir individuell vorgehen. Wir stehen für eine bestimmte Wirtschaftsweise. Deswegen haben wir eine Werbeagentur gegründet und erarbei-ten mit jedem Betrieb ein Jahreskonzept. Wie nimmt der Markt dieses Angebot in Sa-chen Mitgliederzuwachs an? Bis 2011/2012 waren es jährlich netto sie-ben bis zehn fertig umgestellte 100-%-Bio- Betriebe. Seither verlangsamt sich der Zu-wachs. Wir bekommen momentan viele Anfragen – teils, weil besonders die jungen Hoteliers bioaffin sind, teils aber auch, weil der Druck am Markt so hoch ist, und es vie-le kleine Betriebe beim Marketing schwer haben. Hier müssen wir schauen, ob wir zu-einander passen. Geografisch möchten wir das Angebot in touristisch wichtigen Regi-onen ausbauen. Vielen Dank für das Gespräch. jus Foto: Hendrik Haase die Betriebswirtin: „Eine Mitarbeiterin aus dem HGK-Innendienstteam stellt uns An-gebote zusammen, sodass wir aus einem vorsortierten Katalog auswählen können.” Ebenso attraktiv seien die Großhandelskon-ditionen. So erwarb das Hotel-Restaurant die Ausstattung der Hotelbar über die HGK. Loyalität bleibt Etwa 70 % des Einkaufs bezieht das Hotel- Restaurant über die HGK. „Dabei kommt unser Gemüse weiter vom regionalen Groß-händler, den wir seit 20 Jahren kennen“, er-zählt Katja Nörr. „Wir erhoffen uns von den Gästen eine gewisse Loyalität – und bringen diese umgekehrt auch unseren Lieferanten entgegen.” Großen Wert legt die Familie auf selbstgemachte Spezialitäten wie den Kartoffelsalat, für den die Sonne bekannt ist. Zudem verkauft die Familie Dosenwurst und Fleischkäse aus eigener Herstellung, denn Vater Ernst Nörr ist gelernter Metzger. Ob hauseigene Produkte oder der Kräuter-tee, den eine Referentin immer trinkt – „es sind die Kleinigkeiten, die uns beliebt ma-chen”, ist sich Katja Nörr sicher. Sowohl bei der marktüblichen Standardverweildauer von 1,6 Nächten als auch bei Gästen, die nicht selten zwei Wochen bleiben. Viele Geschäftsleute kommen zudem regelmäßig. Dem Hotel-Restaurant hilft dabei die Nähe zu Stuttgart, weil zahlreiche Unternehmen Tagungen außerhalb der Stadt, aber in Reichweite suchen. Zudem organi-siert Familie Nörr gemeinsam mit Partnern Incentive-Programme, vom Bogenschießen im Garten bis hin zu Geocaching. Der Plan für die Zukunft: Die Gäste halten und mit immer neuen Angeboten abholen. jus Hotel-Restaurant Sonne 73635 Rudersberg-Schlechtbach www.sonne-rudersberg.de hotelkonzepte 6-7/2016 15


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