mitarbeiterwege - „Jedem mit Respekt begegnen“

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mitarbeiterwege Jedem mit Respekt Herr Dr. Thieme, wovon lassen Sie sich in Ihrer Leitung leiten? Die Basis unserer Erfolgsgeschichte ist die seit 1997 glaubwürdig gelebte, an humanistischen Foto: privat Grundwerten orientierte Unternehmenskultur. Diese Grundwerte lauten Freude, Freiheit und Solidarität und werden von den Führungsverantwortlichen vorgelebt und von allen Mitarbeitern mitgelebt. Sie bilden nicht nur das Fundament für Spitzenleistungen. In dieser gelebten Wertekultur sind das Verständnis und die Toleranz gewachsen, ohne Missgunst individuelle Regelungen für jeden zu ermöglichen. Damit gelingt z. B. die absolute Vereinbarkeit von Beruf, Weiterentwicklung, Familie, Kindererziehung etc. Was bedeutet dies in Ihrer täglichen Arbeit? Ich muss mich immer auf die aktuellen Fragen einstellen und für die Menschen die richtigen Zielvorgaben ableiten. Hier gehört auch das soziale Verständnis dazu, Mitarbeitern Probleme so zu vermitteln und zu kommunizieren, dass sie sie als Herausforderung ansehen statt als Frustration. Und das setzt wiederum voraus, dass die Grundatmosphäre, die durch unsere Unternehmenskultur geprägt ist, auch wirklich gepflegt wird. Als Führungskraft gilt es, ein Vorbild zu sein und das zu leben, was man von anderen erwartet. Ganz entscheidend ist dabei, dass man die Menschen liebt, also jedem mit Achtung und Respekt begegnet. In diesem Sinne muss ein Hoteldirektor in der Lage sein, hinzuschauen und wahrzunehmen, wie man den Mitarbeiter entsprechend seinen Fähigkeiten am besten entwickeln kann. Mir persönlich kommt dabei zugute, dass ich in einem sozial ausgerichteten Grundberuf ausgebildet wurde – als Krankenpfleger. Die Achtung und der Respekt gegenüber dem leidenden, Ein Hoteldirektor als „Hospitality HR Manager des Jahres 2015“?! Dr. Bertram Thieme, seit 1997 Direktor des Dorint Hotel Charlottenhof Halle, gilt als Deutschlands dienstältester Konzernhoteldirektor – bei einer gegen Null tendierenden Mitarbeiterfluktuation. Ein Gespräch. entstehenden und vergehenden Leben – diese Erfahrung prägte mich nach der Schule sehr. Für mich war dies die wertvollste Zeit in meinem Leben, die mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Hoteldirektoren, die Personalführung übernehmen, tun, meiner Meinung nach, gut daran, Grundkompetenzen wie diese zu erlernen. Immer wieder stelle ich bis heute leider fest, dass den meisten im Umgang mit jungen Menschen die Kompetenz fehlt, Menschen zu führen. Welche Ziele geben Sie im Unternehmen und Ihren Mitarbeitern vor? Glaubwürdig, die humanistischen Grundwerte „Freude, Freiheit und Solidarität“ zu leben im Rahmen unseres Mottos „Jeder für Jeden“. Ganz entscheidend sind dabei die psychische Intelligenz und soziale Kompetenz. Und hierbei ist es manchmal gar nicht so schlecht, wenn das Leben nicht immer so geradlinig verlaufen ist. Wenn Menschen auch schwierige Zeiten erleben mussten. Man spricht immer von Einfühlungsvermögen, aber in was will man sich einfühlen, wenn man es selbst nie erlebt hat? Meine Mitarbeiter wissen, dass sie jederzeit mit mir sprechen können. Meine Tür ist immer offen, es sei denn, ich habe gerade mit jemandem ein persönliches Gespräch. Alle Mitarbeiter haben auch meine Handynummer und wissen, dass sie mich zu jeder Zeit – Tag und Nacht – anrufen können. Dies schafft gerade bei jungen Menschen Vertrauen, denn sie wissen, dass sie jemanden haben, den sie im Notfall erreichen und fragen können. Neben den Werten unserer Unternehmenskultur orientieren wir uns gegenüber all unseren Mitarbeitern an den moralischen, ethischen Ansprüchen: Recht auf Vertrauen, Freiheit zur Verantwortung und Anspruch auf Wertschätzung. 48 12/2015


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