Mit Ideallinie

first_class_12_2015

Illustration: Enerquinn; Foto: privat Herr Lechleiter, was macht das neue Konzept EQ blueline aus? Das Konzept vereint die The-men Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW) und Photovoltaik (PV) – wenn gewünscht, er-gänzt um eine Speicherlö-sung. Der Begriff blue line stammt aus dem Marathon-lauf. Dort markiert eine auf dem Boden gezogene blaue Linie den kürzesten Weg zum Ziel – also sozusagen die Ideallinie im Hinblick auf maximale Effizienz. Wie gehen Sie vor, wenn ein Hotelier Interesse anmeldet? Zunächst analysieren wir den Bedarf, neh-men den aktuellen Zustand des Hotels auf und lassen eine virtuelle Entwicklung ein-fließen – ob das Haus z. B. verändert wird. Im nächsten Schritt planen wir die Anlagen-größe und machen eine Wirtschaftlichkeits-prognose. Dadurch können wir individuell auf die Hotels eingehen. Wir helfen auch bei allen Förderanträgen und Erstattungen – etwa die der Mineralölsteuer. Darüber hin-aus gibt es einen KWK-Bonus und Zuschüs-se von der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Welche Boni gezahlt werden, hängt von der Anlagengröße, der Art und dem Stand-ort der Anlage ab. Für welche Hotels ist das Konzept geeignet? Wir empfehlen ein Baukastensystem mit einem BHKW an erster Stelle, das sich in der Regel am schnellsten amortisiert, danach die PV-Anlage und dann den Speicher. Ein BHKW rentiert sich für Hotels ab einem Verbrauch von etwa 10.000 l Heizöl und 25.000 kWh Strom im Jahr – die Amortisati-onszeit liegt bei etwa fünf Jahren. Eine PV-Anlage als Ergänzung ist generell sinnvoll, da das BHKW immer Strom und Wärme gleichzeitig produ-ziert. Aber im Sommer z. B. brauchen die Häuser fast nur Strom. Hier ist die Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage mög-lich. Mit einem zusätzlichen Spei-cher kann man den Strom, den das BHKW oder die PV-Anlage pro-duziert hat, dann auch am Abend nutzen. Die Anlage ist mit einem Anschluss für die Elektro-Tank-stelle erweiterbar und auch eine Visualisierung der Daten ist möglich. Der Hotelier kann z. B. Bildschirme im Eingangsbereich aufstel-len und den Gästen zeigen, wie BHKW, PV-Anlage und Spei-cher arbeiten, und energie Peter Lechleiter, Vertriebsleister BHKW bei Enerquinn, berichtet über die Kombination von natürlich auch selbst sekundengenau sehen, wie viel Strom etwa sein Hotel gerade verbraucht. Wie geht es weiter, wenn alles eingerichtet ist? Wir bieten Full-Service-Lösungen an. Außerdem sind alle Anlagen fernüber-wacht, Blockheizkraftwerk und Photovoltaik-Anlage. und auch unsere Kunden haben Zugang. Welches Hotel setzt die Kopplung ein? Das Vier-Sterne-Allgäuhotel Tanneck plant für nächstes Jahr eine solche Kopplung. Allgemein beobachten wir eine steigende Nachfrage. Was planen Sie in diesem Bereich für die Zukunft? Momentan arbeiten wir an der Spitzen-lastregulierung – dem Peak Shaving. Der Hotelier zahlt bisher nicht nur den Arbeits-preis, also die kWh, sondern auch die Bereit stellung der Leistung den Leistungspreis, der vom Verbrauch abhängt. Wir haben nun die Idee, gezielt den Speicher zu entladen, wenn Spitzen anstehen. So kann das Hotel den Strom aus seiner Anlage flexibler verwenden und einen gerin- geren Leistungspreis zahlen. Steuerungs-technisch ist das gerade eine Herausforderung. Herr Lechleiter, vielen Dank für das Gespräch. jus Mit Ideallinie 12/2015 47


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