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Foto: Spanner Re2 GmbH, Illustration: © 3rus – Fotolia.com bei 2,7 kWh, die mit 29 Cent je kWh nach EEG vergütet werden, was einer monatlichen Einspeisevergütung von etwa 700 E im Jah-resmittel gleichkommt. Hackschnitzel ernten Darauf folgte im Jahr 2013 der Aufbau eines Holzvergaser-Blockheizkraftwerks (BHKW) von Spanner Re² mit einer installierten Leistung von 30 kW elektrisch und 70 kW thermisch. Die Entscheidung für diese In-vestition von immerhin 200.000 E beding-te sich durch die gleichzeitige Produktion von Wärme und Strom in einem Prozess aus regionalen Hackschnitzeln. Insbesonde-re der durch die große Wellnesslandschaft induzierte Wärmebedarf ließ die Kalkula-tion aufgehen. Denn BHKWs rechnen sich nur, wenn sie ganzjährig betrieben werden und es für die produzierte Wärme gerade im Sommer einen verlässlichen Abnehmer gibt. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem ersten BHKW und des weiter ge-s t i e g e - nen Wär-m e b e d a r f s durch die gute Auslastung von Hotel und Wellnessbereich wurde im Jahr 2014 eine zweite Holzkraftanlage gleicher Leis-tung installiert. Die Versorgung der beiden BHKWs mit Hackschnitzeln aus heimischen Forsten stellen Waldbauern und Holzbe-triebe aus der Umgebung sicher. Doch Josef Schegerer ging noch einen Schritt weiter. Ebenfalls 2014 begann er mit der Anpflanzung von schnell wachsenden Pappelgehölzen auf einer Kurzumtriebs-plantage. Von der 3 ha großen Fläche erhofft er sich alle vier bis fünf Jahre um die 500 SRM pro Hektar an eigenen Hackschnit-zeln. Er möchte möglichst unabhängig sein, zumal die Fläche direkt am Hotel liegt und zum Betrieb gehört, und zugleich seine Brennstoffkosten minimieren. Derzeit zahlt er für den SRM Hackschnitzel einen Preis zwischen 17 und 24 E, wobei jede Holz-kraftanlage am Tag 3,2 SRM verfeuert. Die alte Ölheizung und der Hackschnitzelkessel dienen heute zur Abdeckung von Lastspit-zen sowie der Absicherung bei et-waigen Störfällen. Ebenso wie die beiden Nawaro-BHKWs sind sie an das hoteleigene Nahwärmenetz mit integrierten, 20.000 l fassenden Pufferspeichern angeschlossen, die die Wärmeverteilung je nach Ge-bäudetrakt über Heizkörper oder Fußbodenheizungen sicherstellen. Das Wärmeversorgungsmosaik wird komplettiert durch einen Heißwasser-trockner für die hauseigene Wäscherei. Dieser wird vom Heißwasser der BHKWs gespeist, das dort als Nebenprodukt anfällt. Dabei fließt das heiße Wasser auf der Rück-seite ein und durchströmt ein integriertes Heizregister, das dem Wasser die Energie entzieht und damit Luft zur Trocknung der Wäsche erhitzt. Der alte, stromgetriebene Wäschetrockner schlug monatlich mit etwa 750 E zu Buche, seit der Umstellung auf den Heißwassertrockner sind es nur noch 50 E im Monat. Mit diesem finalen Baustein nutzt der Reibener-Hof seine produzier-te Wärme – 1.090.000 kWh pro Jahr – zu 100% selbst. Seit der Inbetriebnahme des zweiten Holz-vergaser- BHKWs im Jahr 2014 produzie-ren beide Anlagen und die PV-Anlage zu-sammen etwa 500.000 kWh Strom im Jahr. Davon nutzt das Park-Hotel Reibener-Hof 310.000 kWh für den eigenen Hotelbe-trieb, die restlichen 190.000 kWh werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Vor der Modernisierung kostete die Ver-sorgung des Komplexes mit Wärme und Strom 118.000 E im Jahr. Heute bezahlt Familie Schengerer für die gleiche Leis-tung jährlich nur noch 42.500 E. Oben-drein wird sich die Gesamtinvestition von 450.000 E bereits in sechs Jahren amorti-siert haben. Inzwischen bietet Josef Sche-gerer seinen Gästen sogar haustechnische Führungen an. Marc Wilhelm Lennartz www.reibener-hof.de energie


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