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Director HVS International, betonte hier: „Deutschland ist u. a. im Fokus vieler eng-lischer Investoren.“ Laut einer UK-Umfrage, wollen 27 % der Geldgeber demnächst in Deutschland investieren. Ein ähnliches Stimmungsbild gaben auch die Betreiber selbst bei der diesjährigen Marktbefragung von Boar-dinghouse Consulting in Deutsch-land ab. Jeder Zweite von ihnen will danach sein Angebot ausbauen: ein Viertel von ihnen mit neuen Apartmenteinheiten, drei Viertel mit neuen Häusern – hier vor allem Ketten. „In dieser Wachstumswelle ist auch eine immer stärkere Teilsegmentierung zu erkennen“, erklärt Anett Gregorius, die auch die Platt-form apartmentservice.de betreibt. Mit Ada-gio Access in München z. B. haben die Ket-ten erste Budgetmarken lanciert. Zudem ver-markten Investoren und Betreiber vermehrt Mikroapartments, die mit Raumlösungen unter 25 m² die Funktionen eines Serviced Apartments vereinen. Eine weitere Entwick-lung findet derzeit hin zu Mixed-Use-Lösun-gen statt. Ilive und Headquarter z. B. stellten in Berlin die Verbindung von Serviced Apart-ments und studentischem Wohnen vor. Matthias Rincón, Gründer von iPartment, sieht im Gegensatz zu Ketten wie Adina in-zwischen auch Potenzial in B-Lagen. Zudem will er weiterhin den generellen Fokus auf Longstay-Aufenthalte, also 28 Tage plus, richten: „In diesem Segment sind die großen Mit mehr Größe, Vielfalt und Professionalität hat der Apartmentmarkt in den letzten Monaten noch einmal auf seinen Erfolg eine Schippe drauflegen können. Der lukrative Mix aus hoher Nach-frage und guten Renditeaussichten führte bereits 2014 zu einer starken Angebotser-weiterung auf deutschlandweit über 23.000 Serviced Apartments in ca. 460 Apartment-häusern mit mindestens 15 Einheiten. In die-sem Jahr traten auch einige internationale Anbieter, die bisher außerhalb Europas prä-sent waren, in den deutschen Markt ein. Dazu zählten allein in Frankfurt das erste Capri by Fra-ser sowie am Flughafen Starwoods erste Element- Dependance. Aber auch die deutschen Anbieter sind gewachsen: In Berlin starte-ten z. B. die Frederics Serviced Apartments und schielen dabei auf satte Hauptstadtzahlen von 100,70 E (+ 4 %) Durchschnittsrate bei einer Belegung von 81 % (+ 4,7 %) und einem RevPar-An-stieg um 8,9 % auf 81,50 E. Zu diesen Berlin- Ergebnissen für das laufende Jahr bis Sep-tember 2015 kommt STR Global, die erstmals Kennzahlen für den Serviced-Apartment- Markt erhoben haben. „Im nächsten Jahr erwarten wir in Deutsch-land weitere ca. 2.500 neue Apartmenteinheiten, für 2017 dann noch einmal 1.800“, berichtet Anett Gregorius, die Geschäfts-führerin von Boardinghouse Consulting im Rahmen der von ihr initiierten So!Apart. Die Fachtagung mit Vorträgen und Workshops fand im November an zwei Tagen mit rund 170 Betreibern und Investoren sowie zahlrei-chen internationalen Gästen im Best Western Premier Hotel Moa Berlin statt. Arlett Hoff, einrichtung Apartmenthotels nicht wirklich ernstzuneh-men.“ Noch immer würde bei ihnen „mehr übernachtet als gewohnt“. Um das Thema Longstay, die ursprüngliche Intention des Segments, mehr zu fördern, hat er mit ande-ren Marktbegleitern auch „The Best for Long Stays“ gegründet und in Berlin erstmals vor-gestellt. Die Allianz will gemeinsam Long- Stay-Häuser vermarkten und plant für 2016 u. a. die notwendige Lancierung eines On-line- Buchungssystems für dieses Segment. Bleibt für viele Betreiber die große Herausforderung, für das eigene Wachstum geeig-nete Immobilien zu finden. Die Schweizer Visionapartments, die seit Jahren auf eine Expansion im großen Stil abzielen, sind da-her z. B. erste Vermarktungspartnerschaften mit anderen Häusern eingegangen, u. a. mit dem Apartment 040 in Hamburg mit 77 Ein-heiten. Weniger Hotel, mehr Auslastung Die Expansionsbestrebungen vieler fallen idealerweise in ein Klima der Preisbewe-gung: Erstmals seit 2010 konnte die Boar-dinghouse- Consulting-Studie einen deut-lichen Anstieg der Übernachtungsraten in Serviced Apartments konstatieren: Über die Hälfte der befragten Betreiber gab an, die Preise gegenüber dem Vorjahr angehoben zu haben. Den Belegungsrückgang aus dem Vorjahr konnte die Branche mit einer gestiegenen Auslastung um 2 % auf 77 % hinter sich las-sen. Die Marktbefragung zeigt dabei, dass das Hauskonzept und die durchschnittliche Auslastung korrelieren: Die Auslastung sinkt, je stärker sich die Konzeption an die klassische Hotellerie annähert. Individualität ist damit die Losung der Zeit. Und das nicht Foto: Boardinghouse Consulting Im November ist die aufstrebende Serviced- Apartment-Branche zur dritten So!Apart zusammengekommen. Im Fokus: Mixed-Use, eine Long-Stay-Initiative und die besten Konzepte 2015. 12/2015 41


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