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sich sicherlich mehr Geld verdienen, aller-dings muss Google aufrüsten: Provisionen müssen einer Vielzahl von Hotels in Rech-nung gestellt werden. Deshalb bin ich sicher, das nächste Investment von Google wird eine entsprechende Firma sein.“ Ulli Kastner, Geschäftsführer von Myhotel-shop in Leipzig, sieht im Provisionsmodell einen entscheidenden Haken: „Man bezahlt per Kommission. Google berechnet die Ein-künfte dann aber zurück auf einen soge-nannten estimated CPC, dem das entspricht, was die Kommission umgerechnet pro Klick eingebracht hat. Zahle ich also für 100 Klicks eine Kommission von 10 % und habe eine Konversion von 1 %, also eine Buchung über ca. 200 €, verdient Google mit 100 Klicks Book on Google In einem Blogpost hat Google die Einführung von „Book on Google“ angekündigt, welches ergänzend zu den Suchdiens-ten Google Hotel Ads und Google Flight an den Start gehen soll. Bei Book on Google können User das gewünschte Hotel-zimmer direkt auf der Google-Oberfläche buchen, ohne sich zu der Hotelwebsite durchklicken zu müssen. Die Abrechnung erfolgt auch hier komissionsbasiert. Der bisher nur mobil verfügbare Book-on-Google-Dienst soll künftig für die Nutzung am Desktop und auf dem Tablet optimiert werden und wird bei dieser Lösung der direkte Geschäftspartner für den Gast bleiben, ver-sendet selbst die Reservierungsbestätigungen, beantwor-tet Kundenanfragen, die nach der Buchung aufkommen und wickelt Änderungen bei Reservierungen und Stornierungen ab. Zurzeit ist Book on Google ausschließlich den Hotel 20€. Umgerechnet auf einen Klick sind das 20 Cent. Wenn Booking nun mit 3 % konver-tiert, verdient Google 60 Cent. Der höchst-zahlende bekommt also den Klick.“ Auch Marc O. Benkert von der Hamburger Hotel-Marketingagentur Be:Con vermutet, dass sich die Umstellung vom CPC-Verfah-ren auf Provisionen negativ auf die Sichtbar-keit der Hotels im Web auswirken wird. „Mit diesem Schritt stehen Google und die Meta- Suchmaschinen kurz davor, zu echten Bu-chungsportalen zu werden. Mit Instant Boo-king findet die Buchung direkt auf Google statt, wird aber noch über einen Technolo-giepartner abgewickelt. Aktuell gewinnen vor allem die angeschlossenen Channel-Manager an Bedeutung, weil sie die kom-plette Buchungsstrecke abbilden und dafür Provision kassieren. Zudem sammeln sie die kompletten Gastdaten ein.“ Google positio-niere sich nun mit dem eigenen Instant-Boo-king- Tool weiter in Richtung OTA – und trete damit in direkte Konkurrenz zu den etablier-ten OTAs und Metasuchportalen wie Tripad-visor oder Trivago. „In zwei oder drei Jahren wird Google gar keinen Technologieanbieter im Backend mehr benötigen und kann alles – von der Suche bis zur Abrechnung – aus ei-ner Hand anbieten. Und dann wird es für die OTAs als auch für die Hotels mit ihren Web-sites noch teurer, in den Suchergebnissen sichtbar zu bleiben.“ Der Suchgigant sucht den Wandel, doch eines bleibt: Er lässt sich nicht in die Karten blicken. Nathalie Kopsa Suchmaschinen als OTAs? INFO Ads-Kunden in den USA zugänglich. Foto: © Nomad Soul – Fotolia.com 12/2015 15 SIHOT IM NEUEN DESIGN Innovative Funktionen und Usability Eine neue Technologie auf Basis unserer stabilen Plattform. Individuelle Anpassung nach Ihren Bedürfnissen.


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