trend - Suchmaschinen als OTAs?

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Suchmaschinen Googles provisionsbasiertes Instant-Booking-Tool soll den Gästen die Buchung erleichtern. Profitieren Hotels? Foto: © Nomad Soul – Fotolia.com Bei Googles Instant Booking, das zurzeit nur für die USA freigeschaltet ist, muss der Gast die Suchmaschinen-Oberflä-che zum Buchen nicht verlassen. Stattdessen läuft die Buchung im Hintergrund bei der an-geschlossenen Internet Booking Engine (IBE) eines Hotels oder einer Online Travel Agen-cy (OTA) ab. Neu ist, dass das Hotel bzw. die OTA hierfür eine Provision zahlt und nicht wie bisher bei Google im Cost-per-Click-Modell (CPC) zur Kasse gebeten wird. Der Technik-Dienstleister Sabre will als einer der ersten seinen Hotelpartnern einen direk-ten Zugang zum Instant-Booking-Dienst an-bieten. Anders als bei den Google Hotel Ads, dem ein CPC zugrunde liegt, sollen Hotelkunden, die an dem provisionsbasierten Modell teilneh-men, nur für bestätigte Buchungen zahlen. Ho-tels, deren Property-Ma-nagement- Systeme (PMS) bereits mit dem Channel-Manager von Seekda verknüpft sind, können schon jetzt an den neuen, kom-missionsbasierten Listings teilnehmen. Der Google-Suchdienst Hotel Finder wurde im Herbst 2015 abgeschaltet. Hotelinforma-tionen werden nun in der Suche bei Google und Google Maps integriert. Die provisions-basierte Abrechnung soll laut Seekda vor al-lem kleineren und unabhängigen Betrieben zugute kommen, denn für jene war das CPC-Modell aus Mangel an Know-how und den nötigen Ressourcen schwer zu kalkulieren. Auch das Portal Tripadvisor, das sich vom Bewertungs- zum Metasearch- und Bu-chungsportal gewandelt hat (siehe first class 5/2014), hat sein Produktportfolio erweitert: Neben TripConnect, das auf einem CPC-Modell beruht, hat TripAdvisor die Instant- Booking-Plattform auf den Weg gebracht, die es Nutzern ermöglicht, Hotels über ihre Un-terkunftswebsite oder einen OTA zu buchen, ohne den TripAdvisor-Auftritt verlassen zu müssen. Momentan ist Instant Booking für User aus den USA und Großbritannien verfügbar und wird sukzessive in anderen Märkten weltweit ausgerollt. Über die So-fortbuchungsfunktion kann der Reisende das gewählte Angebot direkt auf der Tripadvisor-Seite buchen. Auch hier geht die Buchung anschlie-ßend beim Hotel ein, wo-bei für die Vermittlung eine Provision fällig wird. Diese ist in zwei Tarife aufgefächert: Bei ei-ner Zahlung von 15 % Provision pro abge-schlossener Buchung sichert sich das Hotel die Hälfte der Anzeigen auf der Schaltflä-che „Auf TripAdvisor buchen“ sowie alle Buchungen, die sich aus diesen Anzeigen ergeben. Bei 12 % kann das Hotel ein Vier-tel aller Anzeigen der Schaltfläche für sich beanspruchen. Mit der im Oktober verkün-deten Kooperation mit der Priceline Group, zu der u. a. Booking gehört, hat sich die Reichweite für das Instant-Booking- Tool von Tripadvisor um einen weiteren Global Play-er ausgedehnt. Im Unterschied zum kom-missionsbasierten Modell erfolgen Buchung und Abwicklung über die Priceline-Tochter Booking.com. Die Integration der bei Price-line und dessen Marken angeschlossenen Betriebe ist bereits im Gange. Es handelt sich um den ersten Anschluss eines OTAs an Instant Booking. Ob weitere folgen, bleibt offen. Doch Hotelvertriebsexpertin Carolin Brauer von Quality Reservations sieht darin gute Chancen für den Direktvertrieb, weil dies bei einer höheren Provision von maximal 15 % und in Kombination mit einem Business- Listing eine Sichtbarkeit von zumindest bis zu 50 % für den Interessenten erlaube. „Für das Instant-Booking-Tool, welches zudem für alle Smartphones optimiert ist, werden ledig-lich vier Partner zugelassen. Das heißt, auch wenn OTAs dort mitmischen, können es ne-ben dem Hotel maximal drei sein. Ist Raten- und Verfügbarkeitsparität gegeben, sind die Chancen auf mehr Buchungen groß“, betont sie. Das Höchstgebot gewinnt Wie sich das Instant Booking-Tool von Google auf den Direktvertrieb der Hotels auswirken wird, steht auf einem anderen Blatt. Carolin Brauer vermutet, dass Google das Bezahl- Modell auf Komissionsbasis eingeführt hat, weil die Hotellerie keine integrierten Tools besitzt, um ein CPC-Budget zu verwalten und die Geschäfte daher nicht zufriedenstel-lend verlaufen sind. „Mit Provisionen lässt 14 12/2015


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