Ganz oder gar nicht

first_class_05_2016

oder gar nicht Foto: Mintrops mm-Hotels energie Maria und Harald Mintrop, die mit ihren Kindern Maria Caroli-na und Moritz das Unternehmen betreiben, geht es um das große ökologische Ganze in beiden Vier-Sterne-Häusern – also das in-tensive Zusammenspiel von der Küche über den Service bis hin zur Haustechnik. Seit 1984 führen sie das Landhotel Burgaltendorf in Essen in zweiter Generation und ließen es im Laufe der Jahre um einen Tagungs- und Bankettbe-reich erweitern. 2002 übernahmen sie das ebenfalls in Essen, in einer denkmalgeschützten Siedlung, gele-gene Stadt Hotel Margarethenhöhe und entwickelten hotelübergreifend eigene Leitlinien und eine Unternehmensphilosophie, führten ein modernes Management- und Qualitätssicherungssystem ein und etablierten ein Mitarbeiterführungsmodell im Sinne eines koope-rativen Führungsstils. Das Rundum-Paket schlägt in der Folge „Rundum-Wellen“: 2013 erhielten die mm Hotels nicht nur den Effizienz-Preis NRW, sondern auch durch den Geschäftsreisever-band VDR die Auszeichnung „Certified Green Hotel“. Gerade für Geschäftsreisende ein doppelter Buchungsgrund, denn seit über zehn Jahren zählen die Mintrop-Hotels auch zu den zehn besten Tagungshotels Deutschlands. Sabine Neumann Mintrops mm-Hotels 45289 Essen www.mmhotels.de Die Überraschung war 2013 groß: Für ihr nachhal-tiges Gesamtkonzept erhielten die Mintrops mm- Hotels den Effizienz-Preis NRW, obwohl sich dafür normalerweise nur produzierende Technikunternehmen bewerben. Doch die Jury des von der Effizienz-Agentur NRW im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umwelt-ministeriums vergebenen Preises ließ sich von der nachhaltigen Bandbreite des Stadt Hotels Margare-thenhöhe mit 35 Zimmern und des Landhotel Burgal-tendorf mit 52 Zimmern überzeugen. „In beiden Hotel-betrieben erzeugen wir z. B. die Wärme nachhaltig über Blockheizkraftwerke. In den öffentlichen Bereichen so-wie auf Gängen und Fluren befinden sich Energiespar-lampen und Zeitschaltuhren“, erklärt der Juniorchef Moritz Mintrop. „Wir verzichten bei vielen, besonderes bei allen neuen Zimmern, auf Minibars und Perlatoren für Wasseranschlüsse.“ Regelmäßig sammeln die Min-trops zudem Daten über den Energie- und Wasserver-brauch und versuchen diese immer wieder durch neue Maßnahmen zu verbessern. In der Küche wiederum setzen beide Hotels zu fast 100 % auf den 10.000 m² großen eigenen Bio-zertifizierten Garten. Zu über 80 % finden saisonale und regionale Produkte auf die Teller: „Unsere Kartoffeln stammen von unseren eigenen Feldern“, betont der 30-Jährige. „Diese werden von einem Bioland-zertifizierten Betrieb bewirtschaftet. Mit unserem natürlichen Gemüse- und Kräutergarten sind wir auch Mitglied bei Bioland. Und mit der eigenen Gärtnerei und den Hotels lassen wir uns jährlich bezüglich unserer Aussagen von ABCert als Kontrollstelle nach der Ökoverordnung und Bioland überprüfen.“ Die Öko-Kette endet damit auch nicht beim Thema Abfallvermei-dung. „Der Müll wird getrennt ent-sorgt, und wir verzichten auf Portionsverpackungen, d. h. am morgendlichen Frühstückstisch gibt es frische Produkte aus der Region“, beschreibt Mo-ritz Mintrop das Konzept. „Au-ßerdem sind bei uns in den Hotelzimmern keine ,Pröbchen‘ zu finden. Stattdessen er-hält jeder Gast, der Zahnpas-ta, Rasierer oder Shampoo benötigt, dieses kostenlos an unserem Empfang.“ Und dazu gibt es auch ein kos-tenfreies Ticket für den öffentlichen Personennah-verkehr. Ganz Ein BHKW, ein Garten und wenig Abfall verhalfen den Mintrops mm-Hotels in Essen zu preisgekrönter Nachhaltigkeit. 5/2016 41


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