energie - Interview: Grün geworden

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Foto: GreenLine Hotels Mitarbeiter von dem Thema so infiziert, dass sie gemeinsam Ideen für Kosteneinsparungen reali-sieren. Auch für unsere Zentrale hat das Team ein Programm entwickelt, das z. B. zu einem fast papierlosen Büro geführt hat oder Charity-Aktionen mit sich brach-te. Grün geworden Das begeistert am Ende auch die Gäste, ohne dass es mehr kosten muss. In den letzten zwei Jahren haben die Green- Line Hotels viel Geld und Zeit investiert, um die grüne Ausrichtung in den Fokus zu rü-cken. Was genau umfasste dies? Wir haben u. a. Synergietage für die Mit-arbeiter in der Zentrale und in den Hotels veranstaltet, Referenten aus anderen Bran-chen energie Die GreenLine Hotels haben seit zwei Jahren ihren Nachhaltigkeitsfokus entdeckt. Wir sprachen mit Geschäftsführerin Suzann Heinemann über Namensglück, GreenSign und ein eigenes Institut. in die Häuser geholt. Zudem sind alle Hotels, so verschieden sie auch sind, zertifi-ziert worden, und werden mit einem über-arbeiteten Kriterienkatalog 2017 rezertifi-ziert. Ende 2015 haben wir uns dabei auch von einer Handvoll Hoteliers getrennt, die dem Thema nicht so folgen wollten – ein Schnitt, der wehtut, aber für die stringente Umsetzung wichtig war. Heute werden wir wiederum von Hotels, die diesen Weg suchen, auf GreenLine und unseren nachhaltigen Vertriebs-weg angesprochen. Haben sich die GreenLine Hotels damit auch ein Stück weit neu erfunden? Nicht unbedingt neu erfunden, aber das Profil geschärft. Und dabei haben wir sicher auch Glück mit dem Namen. Waren wir vor 15 Jahren „nur“ Hotels im Grünen, so ist heute das Thema Nachhaltigkeit als große Klammer hinzugekommen. In zwei, drei Jahren kann die Klammer aber auch nur noch Nachhaltigkeit umfassen – vielleicht nehmen wir dann auch Stadthotels auf. Wie hat sich die Gästeklientel verändert? Wir haben immer noch viele, die Urlaub auf dem Land suchen, aber insgesamt sind unsere Gäste bewusster für das Thema Nachhaltigkeit geworden. Viele suchen und buchen uns vermehrt, vor allem im Tagungs- und Businessbereich, aber auch Busunternehmen. Für sie haben wir zum Teil spezielle Bio-Pauschalen etc. kreiert. Wie unterscheiden Sie sich noch von einer Kooperation wie den Bio-Hotels? Die Bio-Hotels sind komplett bio-zertifiert – eine eigene Richtung, mit der sie mit Blick auf wachsende Mitgliederzahlen sicher auf dem richtigen Weg sind. Wir denken das Thema umfangreicher: Ein Hotel kann Bio-Produkte haben, aber auch Fair-Trade- Frau Heinemann, Hand aufs Herz: Kann ein nachhaltiger Betrieb tatsächlich mehr Gäste gewinnen? Davon bin ich überzeugt. Mit dem wach-senden Nachhaltigkeitsbewusstsein der Reisenden steigen die Chancen, sich hier echte Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Vor allem bei Tagungen achten Unterneh-men vermehrt darauf, dass die Hotels be-stimmte Nachhaltigkeitsstandards erfüllen, das besagen auch Studien. Hier kommt es auf Stichwörter wie klimaneutral, umwelt-schonend und nachhaltig an. Das eine sind Maßnahmen. Wie steht es um die Kommunikation vieler Hotels in puncto Nachhaltigkeit? Das ist oft der Knackpunkt. In dem Motto „tue Gutes und sprich darüber“ verstehen sich manche Hotels noch nicht, obwohl sie einige Maßnahmen umgesetzt haben. Wir wollen ihnen mit dem Siegel GreenSign helfen, sich nachhaltiger zu bewegen und zugleich transparent zu kommunizieren. Auf was kommt es bei der Nachhaltigkeits-kommunikation an? Auf Fakten und Zahlen oder eher auf Storytelling, Emotionen, die Mitarbeiter dahinter? Eher das Zweite. Man muss das Thema be-geistert transportieren können, dem Gast erzählen, was dazu gehört. Bei GreenLine haben wir z. B. eine Zimmerbroschüre ent-wickelt, in der die Gäste unterhaltsam nach-lesen, was sie selbst zum Thema beitragen können, z. B. indem sie mit der Treppe statt dem Aufzug soviel CO2-Ausstoß sparen. So ist es authentischer zu vermitteln, was das Hotel selbst in puncto Nachhaltigkeit macht – auch beim Thema Mitarbeiter, den wir in das Siegel mit Aspekten wie BGM, Schulungen etc. einfließen ließen. Die Gäs-te schätzen es, wenn sie dies spüren. Ist dann tatsächlich mehr Umsatz möglich? Ich bin davon überzeugt. Die Messbarkeit bleibt zwar schwierig, aber wir haben z. B. auf unserer Website eine Option für den Gast hinterlegt, ob er klimaneutral übernachten möchte, und ak-tuell gilt dies für 20 % der Buchungen. Klar steht der Name GreenLine für Nachhal-tigkeit, und einige suchen danach explizit und sind auch noch bereit, etwas mehr zu bezahlen. Aber bei Nachhaltigkeit denken viele immer noch, auch Hoteliers, dass es mehr kostet. Dabei sind allein schon die 36 5/2016


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