Wasser und Käserei: Wasserhotels mit Stutenmilch

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Wasserhotels mit Stutenmilch Fotos: St. Leondhards Quelle Der Pick-up vor der Tür kann es vermut-lich gut mit der Chiemgauer Bergwelt, die ihn umgibt, aufnehmen. Nicht unbe-dingt, weil er groß ist, aber die zwei Edelstahl-fässer darauf – jeweils randvoll mit Stuten- und Ziegenmilch – versprechen viel Mut in der Nische. Seit vielen Jahren produziert Fa-milie Abfalter hier ihre naturreine Molke aus reichhaltiger Stuten- und Ziegenmilch und hat damit viele Genuss- und Gesundheitsfans gewonnen. Seit einem Jahr entsteht vieles davon in der eigenen Naturkäserei St. Georg in Ruhpolding, seit Februar mit einer Hand-voll Mitarbeiter sogar der eigene Weich- und Frischkäse aus 40 % Stuten- und 60 % Ziegen-milch – bisher 50 kg am Tag in Bioland-Qua-lität. „Die erste Resonanz auf den Käse und die Möglichkeiten, die wir damit auch in unseren beiden Hotels hätten, sind spannend“, deuten die Brüder Martin und Johann Abfalter jun. an und halten zu-gleich Erst Wasser, dann Hotels, jetzt Stutenmilchkäse – für Familie Abfalter und ihre St. Leonhards Quellen hat sich vieles symbiotisch ergeben. Und wird symbiotisch eingesetzt. den Ball flach: „Aber alles mit gesundem Wachstum. Bisher hat sich vieles bei uns ergeben.“ Quellen erschließen Ähnlich bescheiden würde vielleicht auch ihr Vater Johann die Unternehmensstory be-schreiben. Als der Immobilienunternehmer 1996 spontan die St. Leonhards Quellen über-nahm, blickte er zwar auf eine bereits im 18. Jh. erschlossene Heilquelle, aber zugleich auf eine marode Wasser-Abfüllanlage mit einem festen Mitarbeiter sowie 120.000 Flaschen im Jahr – und vor allem auf keinerlei Ah-nung über das Wassergeschäft. Aber er lernte schnell und expandierte mit dem Anspruch eines „ethisch einwandfreien Wirtschaftens“ auf neun lebendige Wasser aus sechs Tiefen-quellen: etwa 1999 die Mondquelle, 2006 die Quelle St. Georg und 2008 die Jodsole für Jod- Natur – Fortsetzung soll folgen. Aktuell setzt die Familie damit 30–40 Mio. l ab, unter weit-gehendem Verzicht auf eine Wasserbehand-lung, und gilt damit als Marktführer im Natur-kosthandel bei zugleich steigender Nachfrage in der Hotellerie und Gastronomie. Allein 80 % der Bio-Hotels bezie-hen das Wasser. In Schneizlreuth besitzt die Familie das Land-hotel Mauthäusl bereits seit 1996. Gerade ins Wassergeschäft eingestiegen, betraten die Abfalters auch damit Neuland. Heute laden sie Individual- und Businessgäste z. B. auf die Liegeschaukeln im Vitalbereich zu ionisierter Luft mit Blick auf die Weißbachschlucht ein. In den Fluren halten Kisten mit St. Leonhards- Wasser – zur freien Verfügung – die Türen auf. Und auf dem Frühstücksbuffet gibt es den neuen Stuten-Ziegenmilchkäse. Auch Johann Abfalter, Inhaber des vor fünf Jahren erworbenen Bio Vitalhotel Falkenhof in Bad Füssing, hat bereits den Käse auf sein Buffet genommen. Gerade aber das Wasser ist hier ein großer Werbe- und Imageträger. „Die vielen jüngeren, alleinreisenden Gäste, die zu uns zwei-, dreimal im Jahr kommen, laufen zum Teil mit der Wasserflasche durch den Ort“, erzählt er. „Die Bindung schaffen wir vor allem auch durch rund zweistündige Wassersensorik-Tests an der Wasserbar.“ Ob es irgendwann Wasserhotels aus dem Hau-se Abfalter geben wird, da schmunzeln die Brüder nur und halten sich bedeckt. Aber ein Shop im Falkenhof für den Käse könnte bald entstehen. www.st-leonhards-quellen.de syk


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