Wellnessstudie: Nur für Erwachsene?

first_class_04_2016

branchenfokus Nur für Erwachsene? Wellness hat sich in Deutschland trotz allem Stagnations-Unken 2016 etabliert – und ist kein Lu-xus mehr. Die Anzahl derer, die in den jährlichen Umfragen der Wellness-Hotels & Resorts und des Wellnessreiseveranstalters Beauty24 angaben, sich mit Wellness etwas Besonderes zu gönnen, nimmt seit fünf Jahren kontinuierlich ab. Dafür steht der Wellnessurlaub für 81,6 % der insgesamt 2.358 wellness-affinen, Anfang 2016 Befragten vor allem als Auszeit zum Ent-spannen. Aber 82,1 % schaffen es viel zu selten, sich solche Ru-hepausen zu gönnen. Die Gäste wünschen sich im Wellnesshotel eine entsprechende Atmosphäre, die zur Entspannung beiträgt (87,7 %) und haben Interesse an Kursen zum aktiven Entspannen wie Yoga oder Qi Gong (52,2 %). Laut den 99 von den Wellness- Hotels & Resorts und Beauty24 befragten Hoteliers, haben viele Wellnesshotels bereits solche Entspannungsangebote im Pro-gramm. Deren Teilnehmerzahlen sind in Teilen aber gering. Der Kooperationsgeschäftsführer Mi-chael Altewischer erklärt: „Viele Gäste freuen sich über die Mög-lichkeit zu solchen Kursen, neh-men sie aber selten aktiv wahr. Hier ist die Herausforderung, die Gäste noch besser abzuho-len und eine überschaubare Zahl an Kursen und Vorträgen so in den Tag zu integrieren, dass es den Gästen möglichst leicht fällt, daran teilzunehmen.“ Vom Well-ness ansehen zum Wellness be-treiben sozusagen. Gut die Hälfte der befragten Gäs-te nutzt öfter als einmal pro Jahr Wellnessangebote – vor allem in Wellnesshotels (64,6 %), während Thermen und Wellnessanlagen weit dahinterliegen. Die Gäste bleiben meist zwei, drei Näch-te, reisen 200 bis 300 km an und kommen meist aus Deutschland. Viele wissen genau, welche Leis-tungen sie in einem guten Well-nesshotel erwarten können und © /B&L MedienGesellschaft; Quelle: Wellness-Hotels & Resorts, Beauty24 Kinderfreie Wellnesshotels (Adults only) 7,1 % 3 % 29,3 % 60,6 % Familien-Wellnesshotels 12,1 % 22,2 % 65,7 % Wellnesshotels für Singles 13,1 % 84,8 % 8,1 % 33,3 % 55,6 % 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 haben wir umgesetzt planen wir umzusetzen können wir uns vorstellen ist für unser Haus nicht interessant 2 3 Der Großteil der Wellnesshoteliers setzt auf eine breite Zielgruppe. Am ehesten würden sich die Hoteliers der speziellen Zielgruppe Medical Wellness widmen. setzen vor allem auf Klassiker wie physiotherapeutische Massagen und einen guten Hotelservice. Die Wellnesshoteliers bestätigen den Trend: Die Hälfte von ihnen verzeichnete 2015 eine steigen-de Nachfrage nach Wellnessleis-tungen, für 2016 erwarten sogar 64,7 % eine positive Entwicklung. „Die Hoteliers nutzen dies, um kon-tinuierlich in ihre Häuser und die Mitarbeiterqualifi-kation zu investieren“, so Wellness ist selbstverständlich geworden. Die Wellnessstudie 2016 untersucht den Profi-Spa-Gast und den Trend Erwachsenenhotels. Michael Altewischer. 2015 haben zwei Drittel der Hoteliers Investi-tionen getätigt, für 2016 planen sogar 72,7 % in ihr Wellnesshotel zu investieren. Sinn aufzeigen Mit der wachsenden Selbstver-ständlichkeit von Wellness besu-chen auch immer mehr „Wieder-holungstäter“ die Häuser. „Well-ness ist dabei ein Angebot für alle geworden – vom Pärchen bis hin zur Familie“, betont Michael Altewischer. Zugleich machen kinderfreie Hotels – „Adults-Only- Häuser“ – von sich Reden: 59,1 % der gefragten Gäste ge-ben an, dass sie ein Wellness-hotel mit einem Adults-Only- Konzept eher buchen würden als ein normales Wellnesshotel. Am meisten schätzen sie, dass dort nur die Bedürfnisse von Er-wachsenen zählen (58,0 %). Von Seiten der Wellnesshotellerie wird diese Nachfrage noch kaum aufgegriffen. 64,6 % der befrag-ten Hoteliers erkennen zwar den Mehrwert einer Spezialisierung auf Erwachsene, 60,6 % erach-ten das Konzept für ihr eigenes Haus jedoch als nicht interessant. „Erwachsenenhotels bleiben eine Nische“, meint Michael Altewischer. „Für die Wellnesshotels ist es schwierig, im Alltag nur eine Zielgruppe im Haus begrüßen zu können. Umso wichtiger ist es zu transportie-ren, für was man steht.“ Dabei gehe es nicht mehr unbedingt um einen Wandel der Wellness-inhalte, „was gut ist, denn Gäste und Hoteliers haben Wellness als ganzheitli-ches Konzept verstanden“, so Michael Altewischer. „Wir müssen nur im Blick haben, dass der Gast heu-te hybrid ist und zwischen dem Wellnessurlaub in Afrika und Balderschwang pendelt. Europa muss sich mit seinen Wellnessan-geboten dabei keinesfalls ver-stecken, vielmehr gilt es, künftig noch mehr die Wirkungen unse-rer Wellnessangebote zu betonen und den Sinn aufzuzeigen.“ syk Informationen zur Mitgliedschaft bei den Wellness-Hotels & Resorts erhalten interessierte Hoteliers unverbindlich unter Tel. (0211) 679 69 79, post@wh-r.com oder unter www.wellnesshotels-resorts.com Foto: © carbo82 / www.fotolia.com Die Einschätzung der Hoteliers zu verschiedenen Hotelkonzepten Reines Medical Wellness / Gesundheitskonzept 8 4/2016


first_class_04_2016
To see the actual publication please follow the link above