Marktüberblick: Große Paarungszeit

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Foto: © Trueffelpix_V - Fotolia.de marktüberblick Große Paarungszeit Was für ein Krimi: Sie war als die größte Partnerschaft der nächsten Hoteljahre angekündigt worden und ließ kaum noch Zweifel über die Realisierung. Aber manchmal geht es auch in der Hotellerie ganz schnell. Denn vor wenigen Tagen ließ Starwood seine Übernahme durch Marriott platzen, angesichts eines höheren Kaufgebots der chinesischen Anbang für ca. 1 Mrd. mehr und damit 11,7 Mrd. E. Kein größtes Hotelunternehmen mit 5.500 Ho-tels und über 1,1 Mio. Zimmer mehr? Dafür die Zugehörig-keit zu einem chinesischen Versicherungskonzern, der die große Expansion im Hotelgeschäft plant. Welch Ironie, dass Markus Lewe, Area Vice President Central Europe bei der Mar-riott Hotel Holding, noch Anfang März bei Kaffee und Keksen in seinem Frankfurter Büro darüber sprach, wie sehr aktuell der Markt von asiatischen Investoren beeinflusst wird. Bei Redaktionsschluss war das Pokern um Starwood noch nicht entschieden – nach einem höheren Gebot von Marriott leg-te das Anbang-Konsortium nach und offerierte knapp 13 Mrd. E. In jedem Fall wären die Pläne der Amerikaner beim Paukenschlag-Merger Marriott-Starwood bereits gut gediehen. Zu den wichtigsten Kursrichtungen gehört dabei das Bekenntnis zur bestehenden Markenvielfalt. „Alle ca. 30 Marken beider Unternehmen sollen erhalten werden“, erklärt Die Branche sorgt mit echten „Paukenschlag- Paarungen“ gerade für viel Überraschung. Wir sprachen im ITB-Dunstkreis u. a. mit Marriott- Starwood, Althoff-Plateon und DSR-Arcona. Markus Lewe. „Starwood verfügt über viele gut eingeführte Lifestyle- und Resort-Marken, die sich mit unseren Busi-nessmarken bestens ergänzen könnten.“ Spannendes Ent-wicklungspotenzial sieht er vor allem bei Sheraton, „weil hier in den letzten Jahren viel brachlag“, sowie bei W Hotels als Marke, die perfekt gestartet war, „aber zuletzt dem Erfolg nicht mehr ganz folgte“. Auch SPG würde als „eines der besten Kundenbindungsprogramme“ mit 21 Mio. Mitgliedern parallel zum Marriott Rewards-Programm mit 55 Mio. Kunden weiterge-führt. Alle Mitglieder sollen dabei von den gleichen Privilegien profitieren können. Der Marriott-Mannschaft stünden damit ab Ende Juni/Juli 2016, wenn der Merger zustande kom-men sollte, arbeitsreiche Monate bevor. Denn nach dem Zusammenschluss würde die Zahl der Zimmer allein in Eu-ropa auf 120.000 steigen. „Generell werden wir Synergien prüfen und im operativen Bereich, im Einkauf oder durch die Zusammenlegung von Regionalbüros Kostensenkungen anvisieren. Ziel sind Einsparungen von 178 Mio. E“, ergänzt Markus Lewe. Für die Starwood-Mitarbeiter „würde sich aber in der Operative vor Ort kaum etwas ändern“, betont er. Marriott- International-CEO und Präsident Arne Sorenson reist in dieser Kommunikationsmission bereits seit Wochen in die Starwood- Büros und versucht, in Videoblogs etc. den Mitarbeitern Ängste zu nehmen. Marriott selbst erhofft sich, im Rahmen des großen 10 4/2016


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