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Foto: MKG Hospitality marktforschung kam die Hansestadt aber nur in die Nähe der hervorragenden Ergebnisse von Mün-chen. Zu den Gewinnern 2015 zählten aber auch Städte wie Stuttgart mit einer Jahresbe-legung von 73,5 % (+1,7 Prozentpunkte) und einer Durchschnittsrate von 97,20 E, was einem satten Plus von 6 % entspricht. Der RevPar lag in der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt damit bei im-merhin 71,40 E und entsprechend 8,5 % höher als im Vorjahr. Benachbarte kleine-re Städte wie Sindelfingen steigerten in diesem Dunstkreis ihren RevPar sogar um 15,4 % auf 58,50 E. (Ein-)Reiseland Deutschland Vergleicht man in puncto RevPar-Entwick-lung über das ganze Jahr 2015 die Bun-desländer miteinander, so entwickelte sich, laut MKG-Zahlen, Baden-Württemberg ins-gesamt mit 7,4 % Zuwachs sehr gut, auch Brandenburg profitierte von einem Plus von 7,3 %. An der Spitze des Wachstums lag Schleswig-Holstein mit 10,7 %. Der wachs-tumsreichste Monat in ganz Deutschland bei drei Parametern war der Champions- League-Monat Juni. In ganz Deutschland legte weiter die Economy- Hotellerie mit einer Belegung von 74,9 % und damit weiteren 1,5 Prozent-punkten Plus zu. Im Vergleich lag die Belegung in den Midscale-Häusern bei 68,5 % (+0,9 Prozentpunkte). Der Rev- Par kletterte bei letzteren um 3,7 % auf 53,80 E, während das Economy-Segment mit einem RevPar-Ergebnis von 52,30 E (+4,5 %) abschloss. Der Upscale-Bereich konnte bei einer Durchschnittsrate von 110,30 E (+3,0 %) einen RevPar von immerhin 77,20 E (+4,7 %) erreichen. Auf das laufende Kalenderjahr blickt der Dehoga Bundesverband mit einer ersten Umsatzprognose zwischen nominal +2,0 bis 2,5 % mit Zuversicht. Dringenden Hand-lungsbedarf sieht der Präsident Ernst Fi-scher allerdings weiterhin bei der „über-bordenden Mindestlohnbürokratie und beim unflexiblen Arbeitszeitgesetz“. Dar-über hinaus verweist er u. a. auch auf die Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen und die Gefahren durch den Terrorismus. Im internationalen Vergleich könnte Deutschland hier durch ein vermutbar-ge-fühltes, etwas geringeres Anschlagsrisiko als z. B. in Frankreich oder Großbritannien weiter in der Gunst als Reiseland punk-ten. Und wer weiß: Vielleicht profitiert das Tourismusland auch ein wenig von seiner politischen und gesellschaftlichen Offen-heit durch die hohen Aufnahmezahlen an Flüchtlingen 2014 und 2015. syk … Vanguélis Panayotis, Director of Development der MKG Group Herr Panayotis, Ihr Marktforschungs-institut MKG Hospi-tality mit Hauptsitz in Paris feierte 2015 seinen 30. Geburtstag und sieht seine DNA im vielseitigen, euro-päischen Hotelmarkt. Wie haben sich im Laufe der Jahre Ihre Arbeit und Ihre Metho-den verändert? Vor 30 Jahren stand uns noch keine IT zur Verfügung. Damals waren wir vor allem als Berater aktiv und fingen erst allmäh-lich an, Zahlen zu sammeln, die wir der Hotellerie in Europa immer mehr zur Ver-fügung stellten. Zusammen mit unseren Veranstaltungen konnten wir so im Laufe der Jahre zu einem transparenteren Blick auf länderspezifische und international-europäische Märkte beitragen. Mittler-weile haben wir Büros in Paris, London, Berlin, Nikosia sowie Athen als Tor zum Mittleren Osten und sehen uns in erster Linie als Partner der so unterschiedlich geprägten Hotellerie in Europa. Wir wol-len den Markt hierzulande schützen und haben unseren Server entsprechend auch in Europa. Ja, in diesem Sinne ist und bleibt Europa die DNA von MKG Hospi-tality. Seit 1995 erheben Sie auch Marktzah-len für Deutschland, seit 2015 sogar als Benchmarking-Partner des Hotelverban-des Deutschland (IHA) auf der Basis der Auswertung der Daten von fast 1.000 Ho-tels. Welche Entwicklungen waren und sind in den vergangenen 20 Jahren für den deutschen Markt am prägendsten? Im Vergleich zu Frankreich ist und bleibt der deutsche Markt mit seiner besonde-ren Vielzahl an privatgeführten Häusern individuell und facettenreich. Dennoch haben sich durch den Eintritt der Ket-tenbetriebe bekanntermaßen die Raten-, Auslastungs- und Zimmerertragsstruktu-ren verändert – wenn auch in den letzten Jahren auf einem bemerkenswert hohen Niveau im Vergleich zu anderen Ländern. Insgesamt kann man sagen, dass die Ho-tellerie sich zu einem wichtigen Wirt-schaftszweig IM GESPRÄCH MIT... entwickelt hat. Dies wird vor allem deutlich durch die überaus erfolgreichen neuen Konzepte wie Mo-tel One oder Meininger. Aktuell beein-flussen gerade auch Trends wir Airbnb den Markt, und die Betriebe sind gefor-dert, die neuen Erwartungen besser zu verstehen und ggf. neue Vertriebswege zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wollen wir gerade auch die an unseren Analysen teilnehmenden Privathotels darin unterstützen, auf die zunehmende Zahl an großen Marken in Deutschland besser reagieren zu können. Besonders wichtig ist es uns hier zu betonen, dass ein Privathotel mit unseren Berichten die gleichen Marketingmöglichkeiten wie eine Hotelkette haben soll, wobei wir seit jeher den Schutz der individuellen Daten garantieren. Grundsätzlich hat der deutsche Markt Potenzial, noch bes-ser zu werden. Welche Methoden, Tools und Analysen werden Sie künftig noch mehr in den Fokus rücken? Zum einen wollen wir künftig verstärkt auch detaillierte Prognosen ermöglichen, zum anderen vermehrt den Blick auf Destinationen rücken und eine noch stärkere Verknüpfung der jeweiligen Daten schaffen. Insgesamt haben wir das Ziel, die einzelnen, internationalen Marktzahlen noch stärker zusammen-zuführen und einen noch transparen-teren Vergleich zu ermöglichen. Dabei geht es uns gleichermaßen darum, aus-gehend von den globalen Daten auch immer mehr individuelle Analysen für Einzelhotels anzubieten. Wichtig für ein privatgeführtes Hotel ist vor allem ein authentisches Konzept, da das lokale Marketing immer wichtiger wird. Tools wie Olakala ermöglichen uns heute und morgen, sowohl Ketten- als auch Privathotels eine größere Zahl an konkreten Informationen an die Hand zu geben und sie so z. B. bei ihrem Direktvertrieb zu unterstützen. Vielen Dank für das Ge-spräch. syk 12 3/2016


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