Pfalzhotel Asselheim: Slow Food mal anders

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Slow Food mal anders Fotos: www.pfalzhotel.de, Medienkontor/Franziska Märtig Wie wird man eigent-lich Schnecken-züchter? Für Stefan Charlier, Seniorchef des Pfalz-hotel Asselheim nahe der Weinstraße, lautet die Ant-wort: zufällig. „Ich war schon immer vielseitig interessiert, und als ich in der Zeitung von einem Schneckenzuchtse-minar am Bodensee las, war ich einfach neugierig“, erin-nert er sich. Während Stefan Charlier von dieser Zeit vor acht Jahren erzählt, steht er – bekleidet mit einem Slow- Food-T-Shirt –‚ auf seiner Schneckenfarm unweit des Vier-Sterne-Hotels und sieht liebevoll auf seine Zuchttiere. Die Ausdauer, mit der sich sei-ne Schnecken Mangold und Kohl widmen, musste auch Stefan Charlier beweisen, bevor die Farm Wirklichkeit wurde: Acht Ämter und Insti-tutionen mussten vor der Bau-genehmigung ihr Okay ge-ben. Inzwischen werden pro Jahr 60.000 Exemplare der gefleckten Weinbergschnecke und der Burgunderschnecke gelesen und wandern vor-nehmlich in die Kochtöpfe des Hotels. Gäste können sie außerdem eingelegt im Hotel als Souvenir erwerben – und dazu das passende Koch-buch, das Stefan Charlier verfasst hat. Als Begleitung empfiehlt sich der eigene Pfalzschnecken-Cuvée oder ein „Schnecco-Secco“ – bei-de haben zum Glück nur den Namen mit dem Tier gemein-sam. Doch darin erschöpft sich die Schneckenleidenschaft im Pfalzhotel noch nicht. „Mein Vater sammelte alles rund um das Thema Weinbergschne-cke“, erzählt Patricia Charlier, die das Pfalzhotel Asselheim seit 2014 zusammen mit ihrem Mann Thomas leitet. Und so finden sich Bilder und Figu-ren als Accessoires im gesam-ten Hotel. Den Innenhof etwa ziert ein Brunnen mit eisernen Schneckenfiguren, und die Weinstube heißt „Zur Wein-bergschnecke“. Die Kraft der Schnecke Sogar bis in den Wellnessbereich, der 2011 eröffnete, hat es die Schnecke geschafft. Bei einer Massage mit Öl und Weinbergschne-ckenhaus tut sie den Gästen auch äußerlich etwas Gutes, wenn die Kosmetikerin neu-ralgische Akkupressurpunkte bearbeitet. Darüber hinaus kommen Wellnessprodukte der Serie SanVino aus Traubenkernöl, -mehl und -extrakt zum Einsatz. „Wir haben eine Pflegeserie mit natürlichen Inhaltsstoffen gesucht, die au-ßerdem zum vor-derpfälzischen wellness Das Pfalzhotel Asselheim hat sich Wein und Schnecken verschrieben – kulinarisch und im Spa-Bereich. Ambiente passt“, erinnert sich Patricia Charlier. Der Trend zur Vinotherapie überzeugte sie und brach-te Rotweinkosmetik in Form von Cremes, Peelings, Badezusätzen und Massageölen nach Asselheim. Bei so viel Schnecke und Wein scheint es nur folgerichtig, dass das Pfalzhotel Assel-heim seit 2012 Mitglied der französischen Hotelkooperation Logis Hotels ist, die Mar-keting für europäische Hotels im ländlichen Raum betreibt und besonderen Wert auf die gute Küche eines Hauses legt. „Wir sind ge-rade dieser Kooperation beigetreten, weil uns die französische Mentalität liegt“, sagt Patricia Charlier. Seit 1789 ist das Haus, dessen Ursprung in einer Pferdewechselstation für Holzwagen liegt, in Familienführung. 1972 übernah-men die Großeltern der heutigen Besitzer Patricia und Thomas Charlier den Gasthof mit dem Namen „Scharfes Eck“ – weil er an einer Kurve lag, die für Pferdefuhrwerke ein Problem war – und erweiterten ihn nach und nach um Gästezimmer. Heute verfügt das Hotel über 88 Zimmer, davon 76 im Ho-tel und im neu gebauten Vinotel, das das Weinthema gestalterisch in den Zimmern aufnimmt, sowie zwölf Zimmer in einem Gästehaus in der Dorfmitte. Überwiegend – zu 75 % – wird das Hotel von Tagungs-gästen besucht. 1996 begann das Pfalzhotel Asselheim mit dem Tagungsgeschäft, 2002 folgten weitere Tagungsräume, sodass heu-te parallel 170 Personen in 16 Räumen ta-gen können. Während ihres Aufenthaltes werden sie die Schneckenleidenschaft der Senior-Chefs auch auf der Karte entdecken: Bei Schneckenpfännchen mit Knoblauchbutter, Risotto mit Schnecke oder einem Schnecken-Curry kann man sich der Mei-nung von Stefan Charlier anschließen: „Langsam, aber lecker.“ jus Pfalzhotel Asselheim 67269 Grünstadt Asselheim www.pfalzhotel.de 1-2/2016 65


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