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Foto: Saas Fee Tourismus Der 15. Januar 2015 war in gewisser Weise ein Schweizer Schneesturm – vor allem für die Eidgenossen selbst. Überraschend hob die Schweizer National-bank (SNB) den Mindestwechselkurs zum Euro wieder auf. Für Deutschland bedeutet diese Entscheidung, dass Anfang 2015 1 e nur noch 1,02 bzw. aktuell 1,09 Schweizer Franken wert ist. Der Schweizer Franken wurde um gut 15 % aufgewertet, was für die europäischen Gäste eine erhebliche Verteue-rung mit sich bringt. Dennoch sagt Jörg Peter Krebs, Deutschland-Direktor von Schweiz Tourismus: „Deutschland und Europa sind das Rückgrat der Schweizer Tourismusbran-che. Obwohl wir in einer schwierigen Situation sind, wollen wir die bereits angelegte Zusatzkampagne zur Rückgewinnung der deutschen Urlaubsgäste bis 2016 verstärkt fortsetzen.“ Deutschland als wichtigster Auslandsmarkt bescherte der Schweiz 2014 rund 1,8 Mio. Ankünfte (Hotels) und 4,4 Mio. Hotelübernachtungen. Das entspricht einem Anteil von 12,2 % in der Schweiz und 22,1 % verglichen mit den Auslands-märkten. „Was in diesem Zusam-menhang noch er-schwerend hinzukommt: Deutschland ist im europäischen Vergleich zu billig“, beklagt der Deutschland-Direktor. „Schweizer Urlaub war schon immer teuer“, erinnert Holger Schultheis, Küchendirektor im Ferienart Resort & Spa. Der deutsche Tou-rist sei nur in den letzten Jahren ein wenig verwöhnt gewesen, weil die Preise aufgrund der Überbewertung des Euros gesunken sind. „Nun haben wir wieder den Stand von vor 20 Jahren“, erklärt Holger Schultheis. Das betreffe aber nicht nur das Preisniveau, sondern leider auch den Zustand vieler Häu-ser. „In den letzten Jahren hat es hier einen Investitionsstau gege-ben. Viele Hotels haben sich nicht den gewachsenen Bedürfnissen der Gäste angepasst.“ Chance zur Tabula Rasa Die Hotellerie will aus dem großen Reservoir einzigartiger Landschaf-ten, Städte, Kultur und Traditionen schöpfen, um aus der währungs-bedingten Schieflage herauszu-kommen. Als eine erfolgreiche Marketingstrategie in diesem Jahr könnte sich z. B. die Schweizer Fe-rienstraße, die „Grand Tour of Swit-zerland“ erweisen. Die Route ver-bindet auf 1.600 km 44 touristische Höhepunkte des Alpenlandes. Stefan Reichmuth, Marketingleiter inklusive der Arosa Bergbahnen, betont die Wichtig-keit neuer Mehrwerte. Denn wenn aufgrund der Lohn- und Fixkosten die Preise nicht senkbar sind, können auch aufgewertete Produkte die Gäste zufriedenstellen. „Im Sommer gibt es z. B. die Arosa Card. Mit ihr können alle Gäste, die in Arosa übernachten, die Bergbahnen, den Seilpark, das Freibad, die Pedalos und den Ortsbus kostenlos nut-zen“, erläutert er. Etliche Schweizer Ferien-orte bieten zudem Golfplätze mit 30 % Ermä-ßigung, und beim Kauf von Sportartikeln und Bekleidung winken weitere Rabatte. Herzlichkeit mit Allegra Der boomende Markt mit günstigen Ferien-zielen zieht auch vermehrt die Schweizer in die Ferne. Um den Eidgenossen die Schön-heit der eigenen Heimat wieder schmackhaft zu machen, investiert Schweiz Tourismus derzeit 3,9 Mio. Franken. Auch die Hotellerie soll mehr denn je überzeugen. „Sie verfügt heute über hervor-ragende Produkte in einer einzigartig schönen Land-schaft“, so Andreas Züllig, Präsident Hotelleriesuisse. Um den Investitionsstop zu verhindern und innovative Ideen umzusetzen, rät er, das Pro-gramm 2016 bis 2019 weiter umzusetzen. In diesem Sinne will sich z. B. auch der Enga-din Tourismus nicht zurücklehnen. Sein Pro-jekt „Herzlichkeit“ betont die Freundlichkeit der Mitarbeiter als ein für die Feriengäste bedeutendes Kriterium. Das Wunderwort heißt in diesem Fall „Allegra“, romanisch für „Hallo“ oder „Willkommen“. Denn es geht um Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in guten wie in schlechten Zeiten. Eva-Maria Mayring/teo Käsplättli Was macht man, wenn man plötzlich eine Hochpreisinsel wird? Weiter! Wie die Schweizer Destinationen versuchen, Gästemagnet zu bleiben. GeMeinsaM ZUkUnft schreiben. Die first class gratuliert zu 90 Jahren INTERNORGA und bedankt sich für die jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit. 11. – 16. März 2016 Wir freuen uns auf die nächsten 90 Jahre Inspiration, Innovation und internationale Impulse.


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