Taktvoll abgerechnet

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Es war der große Coup der Andrea Nahles und ihrer sozialdemokratischen Parteigenossinnen und -genossen: die flächendeckende und branchenübergreifen-de Einführung des gesetzlichen Mindest-lohns zum 1. Januar 2015. Die SPD verkauft sie als große Errungenschaft des Koalitions-vertrags mit der CDU/CSU. Als Wahlge-schenk an alle Arbeitnehmer. Aber fallen der Ministerin und ihrer Partei nun alle dankend vor die Knie? Durch die Dokumentations-pflicht von Arbeitsstunden und Abrechnun-gen wird in der Folge gerade in der Hotelle-rie und Gastronomie zusätzlicher Büro-kratieaufwand benötigt. Isabel Taktvoll Zadra, Ge-schäftsführerin abgerechnet der Zadra-Gruppe in Zwei-brücken, begrüßt die Einführung des Min-destlohns – ebenso Heiko Bauer. Er führt ge-meinsam mit seiner Frau den Hof Sierksdorf an der Ostsee. Für Bundesministerin Andrea Nahles Wasser auf die Mühlen ihres Groß-projekts. Die Zahl der geringfügig Beschäf-tigten ging im Januar 2015 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Im Juni zog die Bundesministerin ein durchweg positives Fazit ihrer Arbeitsmarktpolitik: „Es gab Hor-rorszenarien von riesigen Arbeitsplatzverlus-ten – das Gegenteil ist der Fall“, resümiert Andrea Nahles mit einem zufriedenen Lä-cheln vor vielen TV-Kameras im Sommer des letzten Jahres. Hiobsbotschaften gab es auch in Holstein und im Saarland nicht. Weder Heiko Bauer noch Isabel Zadra muss-ten sich aus Kostengründen von Personal trennen oder ihre Öffnungszeiten einschrän-ken. „Dennoch haben wir die Preise leicht angehoben, weil die Einkaufspreise bei den Händlern teurer geworden sind“, erklären die zwei Unternehmer. Die Nachbesserun-gen, dass z. B. Mitarbeiter, die monatlich über 2.000 E brutto verdienen, nicht mehr dokumentationspflichtig sind, zeigen ein Entgegenkommen des Ge-setzgebers. Isabel Z a d r a Fotos: © Stefan Yang – Fotolia.com marktforschung


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