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Leichtes Spenden Die Finanzbehörden haben die Spendenregelungen vereinfacht. Das betrifft die Nachweispflicht in Form eines „vereinfachten Zuwendungs-nachweises“. Voraussetzung ist, dass die Zahlungen auf Sonderkon-ten für die Flüchtlingshilfe erfolgen. Ungeachtet der Spendenhöhe müssen -quittungen nicht mehr eingeholt und eingereicht werden, erklärt Dr. Stephanie Thomas von der Wirtschaftskanzlei WWS. „Barein-zahlungsbelege, Kontoauszüge oder PC-Ausdrucke beim Online-Banking reichen als Spendennachweis.“ Zudem weitet der Fiskus den Kreis der Spendensammler aus. Steuer-begünstigt sind nicht nur Spenden an gemeinnützige oder mildtätige Einrichtungen, die den einschlägigen Zweck der Flüchtlingshilfe fördern. Auch andere gemeinnützige oder mildtätige Organisationen, wie Sport-, Musik- oder Kulturvereine, dürfen Spenden empfangen und an eine steuerbegünstigte Organisation für die Flüchtlingshilfe weiterleiten. Hierbei braucht das Finanzamt eine Spendenquittung mit dem Hinweis auf die Sonderaktion für Flüchtlinge. Auch Sachspenden lassen sich steuerlich geltend machen, wenn die Hilfsorganisation den Empfang mit einer Sachspendenbescheinigung bestätigt. Die Spender müssen den Marktwert belegen. Direkte Spenden an Flüchtlinge sind steuerlich nicht abzugsfähig. Es muss immer ein steuerbegünstigter Spendensammler zwischengeschaltet INFO sein. www.wws-gruppe.de Macher & Zurückgeber Der Münchner Khudor Lamaa beweist in seinen beiden Res-taurants Beirut Beirut und Ma-nouche, dass auch Falafel eine echte Spezialität sein können. Er flüchtete mit seinen Eltern aus dem Bürgerkrieg im Liba-non, als er sieben war. Er lernte im Hotel, führte erfolgreich eine Bar. Als das zweite Kind kam, verabschiedete auch er sich vom Nachtleben und eröffnete die Restaurants. Er handelte dann, wenn andere noch zaudern. So beschäftigt Khudor Lamaa in-zwischen zehn syrische Flücht-linge in seinen Restaurants. Und startete mit Freunden die Aktion WelcomeFeder.de, um ein Zei-chen gegen Pegida zu setzen. Im September organisierte er spon-tan Hilfstransporte zum Flücht-lingstreck in Ungarn. Die Familie Etmenan engagiert sich in gleich mehreren eige-nen Hilfsinitiativen. Vater Nader Etmenan, der aus Afghanistan flüchtete, legte nicht nur den Grundstein für die Novum Ho-telkette, die seine Söhne David und Mortesa zur fünftgrößten Deutschlands mit 61 Häusern, 5.435 Zimmern und 720 Ange-stellten ausbauten. Er gab auch früh Hilfe zurück und gründete soziale Stiftungen, die seine bei-den Söhne weiterführen. Gerade kam eine Ausbildungsinitiative für junge Migranten hinzu. Auch Mohammed Asef möchte etwas zurückgeben. Daher en-gagiert er sich in der Dehoga als Kreisvorsitzender in Fulda und widmet sich besonders der Aus-bildung, etwa als Prüfer für den Hotel- und Restaurantfachab-schluss. Bereits als Hotelfach-mann kam er aus Afghanistan. An der Hotelfachschule Kabul hatte er deutsche Ausbilder. Und er durfte als einer der Schulbes-ten zwei Jahre praktische Erfah-rungen in einem Hotel in Kö-nigstein sammeln. Die deutsche Mentalität gefiel ihm. Als die rote Armee in Kabul einmarschierte, floh er nach Deutschland. Heute gehört ihm das idyllische Hotel Zieherser Hof in Fulda. „Af-ghanisch ist an mir eigentlich nur noch die Küche“, meint er. Ansonsten habe er alle typisch deutschen Eigenschaften ange-nommen, und verfasste auch ein afghanisches Kochbuch – natür-lich auf Deutsch. Gerne würde er sein Wissen auch mal in Kabul an Auszubildende weitergeben. Aber das Land kommt nicht zur Ruhe. Als Prüfer in Fulda hat er mit Afghanen selbst verschiede-ne Erfahrungen gemacht: „Eini-ge erwarten, dass ich sie irgend-wie bevorzuge.“ Er bewertet sie jedoch genauso streng wie jeden anderen. Denn er erwartet, dass sich Einwanderer an die neue Heimat anpassen. Echtes Engagement Der Syrer Alex Assali kam erst vor einigen Monaten nach Deutschland. Arbeiten darf der IT-Ingenieur noch nicht. Dafür wurde er bereits ehrenamtlich als Koch aktiv, „um etwas zurück-zugeben“. Jede Woche kocht er für etliche Berliner Obdachlose. Die Zutaten kauft er von seinem „Taschengeld“ als Asylbewerber. Für ihn ist das keine große Sache. Aber nachdem eine Studentin Alex Assalis Suppenküche auf Facebook postete, wurde sein En-gagement weltweit zum Symbol. Gern würde er in Deutschland als Koch arbeiten (Anm. d. Red.: Job- Angebote leiten wir gern weiter.) Auf Stellenangebote anderer Art hofft Jalil Nazari. Er will ei-gentlich Schauspieler sein, wes-halb er vor Jahren erstmals nach Hamburg zum Filmfestival kam. Als die Taliban ihn – wieder zu-rück – bedrohten, floh er zuerst in den Iran und kam über Um-wege wieder nach Hamburg. Aber diesmal als Asylbewerber. Obwohl ein Film mit ihm in der Hauptrolle inzwischen die Gol-dene Palme in Cannes gewann und er mehrere Schauspielpreise erhielt, wartet er noch auf den dauerhaften Filmerfolg. Dafür ist er nach Umfrage der Hamburger Morgenpost „Hamburgs bester Italiener“, der beste Pizzabäcker der Stadt. Ob als Hotelier, Gastwirt, Koch oder Pizzabäcker: Die Syrer, Af-ghanen und Libanesen werden dauerhaft eine feste Größe in der deutschen Gastro-Szene sein. Und weiter gründen. Die DIHK schätzt, dass die 800.000 Flücht-linge, die dieses Jahr kommen, mindestens 1.000 Unternehmen gründen. Auch wenn es etwas dauert, bei im Durchschnitt elf Jahren Aufenthalt. Solange wer-den sie sicher auch helfen, den Personalengpass der Branche zu mindern. Florian Maaß branchenfokus Innen grün www.kombidaempfer- exicombi.de Auch die inneren Werte zählen: Für eine grüne Ökobilanz! Außen grün dreifach verglaste Garraumtür Wärmetauscher Verbrauchsanzeige GreenInside


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