Flüchtlinge sind mutiger

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Fotos: privat Hamischa ein-sprang und die Schüler in Lurup jetzt mit fri-schen, gesunden Zutaten begeistert. Essen habe in Syrien grundsätzlich größere Bedeutung als hier. „Damas-k u s war noch vor zehn Jahren ein S t ü c k vom Paradies, auch kulinarisch“, erzählt er. Die Stadt hatte eine hohe Restau-rantdichte und das weltgrößte Restaurant mit 6.012 Plätzen. Ein Hobby war das Kochen für Eihab Hamischa immer, der gelernte Auto-mechaniker lernte aber in Deutschland vor allem um, weil er die Küche seiner Mutter vermisste. Dafür ging er zum Pionier der sy-rischen Küche in Deutschland, Hanna Saliba. Von dessen Vorspeisenplatte war sogar Paul Bocuse begeistert, der meinte, dem hätte die europäische Küche nichts entgegenzusetzen. branchenfokus Flüchtlinge mit ca. 2,5 Mio. Beschäftigten. Bahram Habib, selbst aus Afgha-nistan geflohen, sieht zwei Gründe für den unternehmerischen Impuls: wirtschaftlicher Druck und etwas, „an dem man sich fest-halten kann, nachdem man alles hinter sich lassen musste“. Der gelernte Hotelkaufmann berät heute in einer neugeschaffenen Ab-teilung der Handelskammer Hamburg Un-ternehmer, die Migranten sind. Eihab Ha-mischa sieht einen weiteren Grund: Flücht-linge sind mutiger. Der Syrer betrieb lange erfolgreich eine Bar, jetzt ist er mit seinem Bruder Inhaber eines Catering-Services. An-lass dafür war ein befreundeter Lehrer, der über ein Kantinenessen klagte, sodass Eihab Hotels und Gastronomien bo-ten schon immer die besten Einstiegs- und Aufstiegschancen für Migranten. „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ steht nicht zuletzt für den klassi-schen Auswanderertraum. Und so sind auch Migranten aus den Krisenherden Syrien und Afghanistan oder dem Libanon hierzu-lande längst in der Gastro-Branche ange-kommen, ob als Arbeitnehmer, -geber oder Ausbilder. Für die Gastronomie fehlen noch genaue Zahlen, aber bekannt ist, dass Ein-wanderer „Hamburgs bester Italiener“ ist ein Afghane. Die fünftgrößte deutsche Hotelgruppe gehört einer afghanischen Familie. Und zwei Syrer machen leckere Schulküche. Die Erfolgskonzepte von (ehem.) Flüchtlingen sind längst da. überdurchschnittlich häufig grün-den – inzwischen jedes fünfte Unternehmen sindmutiger M. groß: Alex Assali o. l.: Eihab Hamischa, Speisen von Mohammed Asef o. r.: Khudor Lamaa und sein Restau-rant Manouche in München u.: Hotelier David Etmenan 10 1-2/2016


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