Soft und Intense

first_class_11_2015

Fotos: Arc International ich habe mit meinem Mann, der eben-falls Sommelier ist, viel und intensiv ge-testet. Auch im Vergleich mit anderen Serien und anderen Marken sowie mit etlichen verschiedenen Weinarten und -stilen. Außerdem habe ich mich lange mit den technischen Details der Gläser beschäftigt und der Anfrage als Ambas-sador für dieses Projekt schließlich ger-ne zugestimmt. Elf Gläser in einer Serie – das ist eine ziemlich große Auswahl. Was sind die grundlegenden Unterschiede? Ja, es sind elf unterschiedliche Gläser, aber im Grunde nur zwei Glastypen: die Soft- und die Intense-Form. Beide haben alle genannten Eigenschaften, die mir wichtig sind, und sie verbin-den Schönheit und Technik. Die Gläser der Reveal´Up-Serie sind ausgewogen, stabil und dank des neuartigen Kwarx- Glases extrem bruchfest. Das Schöne an diesem Material ist aber auch sei-ne große Transparenz und Reinheit. Es fühlt sich sowohl für die Hand als auch für die Lippen geschmeidig an. Die sehr vertikale Ausrichtung des Kamins hat den angenehmen Effekt, dass der Al-kohol in der Nase weniger stark wahr-genommen wird. Die Soft-Form würde ich für Weißwein und Rosé sowie leich-tere Rotweine empfehlen, die Intense-Form eignet sich für kräftigere Rotweine. In den meisten Fällen verwenden Som-meliers und Weinliebhaber Gläser mit Stiel – wie und warum kreierte man nun auch Weinbecher? Ich finde die Serie ohne Stiel sehr in-teressant für den geselligen, lockeren Anlass, etwa im Bistro oder der Tapas- Bar. In den USA schocken die Weingläser ohne Stiel schon lange nieman-den mehr. Auch in Europa ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir uns an diese Form des Weinkonsums gewöhnt ha-ben. Über den Wein hinaus sind diese Gläser auch für Mineralwasser oder Sake geeignet, und Köche können sie sogar für gekühlte Amuse-Bouches oder Desserts einsetzen. Für praktische Zwecke und aus Ihrer täglichen Erfahrung: Wie viele Weinglä-ser sollte das Sortiment für den Somme-lier im Restaurant umfassen? Wir haben nie genug Gläser im Restau-rant (lacht)! Was ich an der Reveal´Up- Range toll finde, ist die Tatsache, dass die Gläser sehr vielseitig und univer-sell einsetzbar sind. Als Tipp für eine stimmige Auswahl kann ich die Dreier- Kombination aus den Soft-Formen in 30- und 40-cl-Version und der Intense- 45-cl-Version ans Herz legen. Das sollte schon gut ausreichen! Welche technischen Fort-schritte sind für die Herstellung von Wein-gläsern am bedeu-tendsten? Was kommt dabei zuerst: Form oder Funktion? Form und Funktion spielen für mich beide eine gleich-wertige Rolle. Einer der größten Fortschritte der letzten Jahre war sicher das Kombinieren von hoher Bruchfes-tigkeit bei gleichzeitig enormer Feinheit des Glases. Manche Gläser haben aber aufgrund ihrer technischen Beschaf-fenheit ein kompliziertes Handling und verändern obendrein unsere Wahrneh-mung des Weins. Als weiterer Aspekt kommt hinzu, dass wir mittlerweile beim Weingenuss über fünf Sinne, und nicht mehr nur über die drei maßgeb-lichen wahrnehmen (Sehen, Riechen und Schmecken). Gerade das Fühlen, also der haptische Eindruck, das so-genannte Mundgefühl, wird bei Wein immer wichtiger. Die Reveal‘Up-Serie geht darauf sehr stark ein. Vielen Dank für das Gespräch. nic Arc International hat 2007 mit Chef & Sommelier eine Marke für und mit Sommeliers entwickelt. Mit der Sommelière Julia Scavo gibt es die neue Glasserie Reveal´Up. Wir sprachen mit ihr. food + fest Soft und Intense Frau Scavo, was sind für Sie persönlich die wichtigsten Eigenschaften eines Weinglases, und was macht dabei die Qualität aus? Ein Weinglas sollte nicht nur als Schmuckstück dienen. Wir arbeiten immerhin damit, und deshalb sollte es stabil, bruchsicher und ausgewogen gefertigt sein. Es liegt beim Glasher-steller, dies mit zwei Eigenschaften zu verbinden, die ich sehr schätze: Ästhe-tik und Feinheit. In Sachen Verkostung sollte man auf drei Dinge achten: die Oberfläche zur Belüftung, den Kelch als Kammer für die Aromen und die Be-schaffenheit am Rand. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Arc International, und wie hat sich dieser Prozess entwickelt? Arc war auf der Suche nach einem weiblichen Ambassador, um diese neue hochwertige Serie zu präsentieren. Die Sommelier-Legende Philippe Faure- Brac hat mich dabei empfohlen, wofür ich ihm natürlich sehr dankbar bin. Wie es der Zufall so will, hatte ich vor meiner Ausbildung als Sommelière In-genieurwissenschaft und Mathematik studiert, was bei einer solchen techni-schen Kooperation nicht unbedeutend war. Arc sendete mir die Prototypen der neuen Gläser direkt nach Hause, und 38 11/2015


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