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first_class_11_2015

Insgesamt boomt der Hotelmarkt je-doch. Droht er in Berlin oder Hamburg zu überhitzen? Ein klares Ja. Drei Faktoren spielen eine Rolle: billiges Geld, die Zunah-me von Franchise-Hotels – neu in der Größenordnung –, und dass sich die Fonds und Investoren plötzlich auf die Hotels stürzen. Hotels werden heute schon bei Grundsteinlegung von Rentenfonds gekauft, es entste-hen Franchise-Budget-Hotels zu ge-ringen Kosten, 20-Jahresvertrag, 3,5 % Nettorendite mit Hoffnung auf 10 – Ende der Geschichte. Keiner schaut, ob dies der Hotelmarkt verträgt. Und auch wenn die Zahlen im Moment natürlich gut sind, wird das nicht im-mer so weitergehen. Der Trend zum Inlands-Städteurlaub hält nicht an? Welche Faktoren sind künftig wichtig? Nein, der Trend hält nicht an, aber das läuft immer in Wellen. Der Fak-tor Zeit wird immer wichtiger für die, 25hours Hotels oder Superbude das große Geschichten- Erzählen hip gemacht. Wir sprachen mit ihm über das Hafen- City-Projekt, Resort-Pläne und überhitzte Märkte. Hollmann und seine Partner haben vor Jahren mit die jetzt 25 sind. Wie kann ich meine Zeit am besten einteilen, ob am Wochenende oder im Urlaub? Wie kann ich Freizeit mit dem Be-ruf verbinden, eine Geschäftsreise nach New York mit einem Kurzurlaub? Freizeit im Job wird wichtig. Digitale Nomaden als Trendsetter? Genau. Das ist auch ein Punkt bei der Mitarbeitergewinnung. Wir müssen ernst neh-men, dass die Jugendlichen schon früh wis-sen wollen, ob sie Weihnachten arbeiten. Wo geht es mit 25hours noch hin? Gesichert sind München, Düsseldorf, Köln, Barcelona, ein zweites Haus in Zürich. New York und Istanbul sind ernsthaft in Planung. Auf New York ist Christoph Hoffmann ganz wild, dabei stört mich an der Stadt, dass sie sich im Moment ganz groß fühlt mit Auslas-tungszahlen, bei denen einem die Ohren wegfliegen. Brooklyn ist interessant oder SoHo, vielleicht auch ein altes Hotel – ein he-runtergekommenes ehemaliges Drei-Sterne- Hotel mit neuer Geschichte wiederbeleben. Amsterdam ist konkret. Ich kann mir auch gut noch ein 25hours in Berlin vorstellen, aber ganz anders als das Bikini. Und in Paris: Wir sind gerade bei zwei Projekten im Pitch. Wir wollen keine Kette werden, sondern eine kleine Hotelgruppe. Ich bin aber sicher, dass es 15 25hours bis 2020 geben wird. Ich kann mir im Ausland auch 25hours Resort-Hotels in Feriendestinationen vorstellen, am Strand und in den Bergen. Das erste muss schon ein Hotspot sein, z. B. Ibiza oder Mallorca. Auch Resort-Hotels in Großstädten sind interessant, in Paris oder London, vielleicht auch Berlin. Das wäre wieder was ganz Neues. Und das ist der Punkt. Wichtig ist immer, dass es einen lokalen Bezug hat. Die Zimmer aus dem Bikini gin-gen nicht in Hamburg oder Zürich. In Zürich meinten einige, dass sei kein 25hours, alles sei nicht verrückt genug. Aber genau das ist die Phi-losophie, sich auf die lokalen Ge-gebenheiten einzustellen. Die Züri-cher gehen da anders miteinander um, da muss es etwas konservativer sein. Das verrücktere Bikini passt wunderbar zu Berlin, besonders durch die lokalen Berliner Künstler, das sind richtige Typen, die der De-signer Werner Aisslinger geholt hat. Dabei war ich beim Standort erst skeptisch. Aber als wir diese ehe-malige Fabrik gefunden haben, hat mich die Geschichte überzeugt. Es war klar, nicht im Ostteil zu suchen, das machen schon genug andere, und der Westteil kommt gerade wieder. Wohin expandiert die Superbude? Superbude 3 entsteht direkt am Hamburger Kiez. Berlin ist in dem Segment schon total überreizt, aber in München würde ich gerne noch etwas machen. Im Ausland könnte ich mir vier, fünf vorstellen, dann mit Partnern und eher in Städten, die bei Backpackern be-liebt sind, aber noch nicht so ausgereizt. Auf keinen Fall wird Superbude ein Franchise, die Anfragen gibt es. Ihre Hotels sind unkonventionell, aber sind Sie nicht eher ein ehrbarer konservativer Kauf-mann als ein Rebell? Von beidem etwas. Ich bin ein Träumer. Wenn ich in einem Straßencafé in London sitze, fängt es an zu tickern, und ich erträume mir mit offenen Augen das Wunschhotel, eher wie ein Kind als wie ein Hotelmanager. Die Idee muss nicht vernünftig sein. Die Super-bude schien alles andere als vernünftig. Aber bei der Umsetzung bin ich dann konservati-ver Kaufmann. Und ein ehrbarer Hamburger Kaufmann – so Geschäft per Handschlag – ist nichts Schlechtes. Was treibt Sie an, so viel Neues zu planen? Das frage ich mich auch oft. Natürlich macht es Spaß, aber es leidet die Freizeit und ich spüre es auch körperlich. Ich habe auch Sor-ge, nicht mehr genug Zeit für den Bestand zu haben, etwa regelmäßig mit Mitarbeitern der Hotels zu reden. Wahrscheinlich kann ich einfach nicht Nein sagen. Ich arbeite aber dran, auch anderen Arbeit zu überlassen. Vielen Dank für das Gespräch. Florian Maaß Das komplette Interview finden Sie unter www.gastroinfoportal.de/hotel. Trifft man in den besten Bars: Die Winterhalter UC. Mit der UC Gläserspülmaschine bietet Winterhalter das passende Programm für jede Art von Gläsern. Sie spült edle Cocktailgläser schonend und robuste Biergläser kraftvoll. Die flexible Druckregulierung VarioPower macht dies möglich. In puncto Gläser-spülmaschinen ist Winterhalter seit 1969 Spezialist. Das garantiert glänzende Ergebnisse, ganz ohne Polieren. Kein Wunder, dass die UC in der Szene absolut angesagt ist. www.winterhalter.de/polierfrei Kai


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