hotelkonzepte - Kai Hollmann im Interview: „Der Hotelmarkt überhitzt“

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bleiben: Ian Schrager und Philippe Starck waren die ersten, als sie 1998 Schragers Hotel „Der Hotelmarkt überhitzt” Foto: Maaß Paramount in New York umbauten, die Lob-by- Bar wurde hier zum Hotspot für die New Yorker. Ich bin selbst ein Lobby-Junkie, sitze stundenlang in den 25hours oder fremden Hotels und beobachte die Menschen. Auch deswegen ist mir die Lobby in unseren Ho-tels so wichtig. Schon mal überlegt, mit Philippe Starck etwas zusammen zu machen? Ja, es gab sogar Kontakt. Aber bei einem so großen Architekten ist immer die Gefahr, dass es zu sehr sein Ding wird, und die Ge-schichte, die wir mit jedem Haus erzählen wollen, untergeht. Mit dem Besucherhaus in der Hafencity, das mit Norbert Aust (Schmidt Theater) und Gerrit und Frederik Braun (Miniaturwunderland) ent-standen ist, könnten Sie wieder einen Trend setzen: ein Hotel für Familien mit Teenagern. Das stimmt, es wurde aber von der Ham-burger Stadt vorgegeben, um in der Ha-fencity ein Gegengewicht zu den Büros zu setzen. Es gibt ein Theater, ein Kino, eine Bar. Ein Zwischengeschoss ist nur für Kids von neun bis 17 Herr Hollmann, aktuell findet 25hours immer mehr Nachahmer. Was löst der Begriff Trend-setter bei Ihnen aus? Gemischte Gefühle. Ich verstehe mich nicht so. Wir wollten einfach von Anfang an Ni-schen besetzen. Aber wir sehen es gerade bei den großen Hotelketten: Die Art der Story wurde in den letzten Jahren stark ko-piert. Steigenbergers Jaz in the City sieht schon sehr nach 25hours aus. Die Außenwir-kung haben wir komplett unterschätzt. Auf Hotelimmobilien-Kongressen habe ich an-scheinend überzeugend und detailliert unser Konzept erzählt. Das mache ich nicht mehr. Was war die Idee, die jetzt so beliebt ist? Als wir 2002 mit 25hours anfingen, war der Kerngedanke ein witziges Design-Nischen-produkt zum nicht zu hohen Preis – zugleich hochwertig, Jüngere anlockend und Ge-schichten erzählend. Die Lobby als zentraler Raum, der auch Anwohner lockt. Und vor Ort mit Künstlern etc. zusammenarbeiten. Da waren wir in Europa schon die ersten. War es nicht ein Ritterschlag, als sich Philippe Starck für seine Mama-Shelter-Hotels einiges abguckte? Der Grundgedanke ist ähnlich, und wir wa-ren mit 25hours früher. Aber ich muss fair vorgesehen – die werden von der Hotellerie nicht ernst genommen und nörgeln schnell. Freitagabend können sie hier z. B. zu einer Schauspielgruppe gehen und am Sonntag ein Stück für die Eltern aufführen. Wir wol-len ein richtiges Rahmenprogramm bieten. Ich arbeite gerne mit Branchenfremden, die haben einen anderen Blick. In den oberen Etagen wird iPartment Boar-dinghouses anbieten, ein stark wachsendes Markt-Segment. Das war die Idee des Immobilienbesitzers. Ich finde es aber sehr spannend, auch wenn es klar getrennt sein muss. Longstay ist ein hochinteressanter Markt und war sogar vor 20 Jahren unser Plan B – vor dem Hotel Gast-werk. Leider riet damals ein beauftragter Tourismusforscher ab. Der Markt wird weiter wachsen. Die Raten in Hamburg liegen indes über denen der Hotellerie. Wir schauen auch, wie Longstay für uns gehen könnte. hotelkonzepte


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