mitarbeiterwege - Sinn hinterlassen

first_class_10_2015

Fotos: The Ritz-Carlton Hotel Company Ein Besuch in Wolfsburg. Sinn hinterlassen mitarbeiterwege Ein bisschen Tüten verteilen, in die Kamera lächeln und an-schließend das soziale Engagement in den sozialen Medi-en feiern. Nein, für Sebastian Naumann ist es nicht das, was er unter „Gemeinsam Spuren hinterlassen“ versteht. Mit fast schon zu ernstem, reflektiertem Blick sitzt der Quality & Learning Manager des The Ritz-Carlton, Wolfsburg an diesem Sommertag auf der Terrasse und reißt diskret die Alltagspro-bleme der Wolfsburger Caritas oder die Sorgen der Partner-schule an. „Wir sind hier mitten in Deutschland in einer Re-gion mit vielen Arbeitsplätzen“, erzählt der rund 30-Jährige, den man in die gern gezogene Schublade der Generation Y verorten kann. „Manchmal glaube ich bis heute nicht, wie viele Bedürftige es auch vor unserer Haustür gibt.“ Verantwortlich für das regionale Community-Footprint- Programm, verbringt Sebastian Naumann rund 20 % seiner Arbeit offiziell mit dem Organisieren und Umset-zen von sozialen Initiativen. Natalie Gradistanac, die HR Managerin im The Ritz-Carlton, Wolfsburg, hatte ihm die Tätigkeit auf den Leib geschneidert – und war sich sicher dabei auch von Anfang an bewusst, dass jemand wie er darin weit mehr Kopf, Empathie und Persönlichkeit steckt, als ein Fünftel seiner Arbeit hergibt. Es geht um viel Beziehungsmanagement zu den Organisationen vor Ort, zu den Kollegen und den Gästen im Haus. Es geht um eine Zusammen-arbeit mit Menschen, die per se wenig miteinander zu tun hätten, aber – jeder für sich – einen erwei-terten Sinn suchen. Es geht um vieles, was nicht originär mit einem Fünf-Sterne-Hotel im Duktus von goldenen Wasserhähnen zu tun hat. Ein wenig überraschend mutet es daher an, dass sich bereits 1983 eine Hotelgesellschaft mit ih-rer Gründung ein Programm auferlegt hat, das genau dieses Ziel verfolgt. Die Ritz-Carlton Company nennt es seit dem ersten Tag Com-munity Footprint, und der Auftrag, den die aktuell 85 Hotels weltweit mit Leben füllen sollen, ist klar formuliert: Die Mitarbeiter und Gäste sollen sich einer gesellschaftlichen Verantwortung in der Region stellen und „gemeinsam Spuren hinterlassen“. Im Fokus stehen die drei Hauptfelder Umwelt-schutz, Armutsminderung und das Wohlergehen benachteiligter Kinder. Keine Eintagsfliegen Sebastian Naumann hat diese Aufgabe in Wolfsburg vor allem im Rahmen einer Schulkooperation mit Leben gefüllt, ein Teilbereich, den Ritz-Carlton intern-inter-national Succeed Through Services nennt. Seit 2012 hält das Hotel regelmäßig Kontakt zu 15 Achtklässlern der Heinrich-Nordhoff- Gesamtschule. Zusammen mit Kollegen aus allen Abteilungen, wobei es laut Sebastian Naumann „immer mehr Freiwillige gibt als Bedarf“, erhal-ten die Jugendli-chen einen Einblick Dem Ruf nach neuen Sinnversprechen in der in die Abteilungen des Hotels. Von „Paten“ erfahren sie Wissenswertes über den jeweiligen Arbeits-bereich. Rund 25 Kollegen ma-chen in ihrer Freizeit regelmäßig Arbeit folgt Ritz-Carlton seit Jahren mit dem Programm Community Footprint. mit und organisieren im Rahmen von sogenannten Give-Back-Getaway- Aktionen zusammen mit den Gästen z. B. Kleiderspenden für den Caritasver-band Wolfsburg oder servieren beim Mit-tagstisch der Caritas bedürftigen Menschen eine warme Mahlzeit. Daneben werden Taschen mit Lebensmitteln bestückt oder das Sommerfest für den Heilpädagogischen Kindergarten im Ort ausgerichtet. „Grund-sätzlich soll diese Zusammenarbeit beiden Seiten etwas bringen und gemeinsam die dringendsten Projekte gestaltet werden“, erläutert Sebastian Naumann. „Und es geht uns darum, das ganze Jahr kontinuier-lich zu helfen, nicht nur an Weihnachten.“ Allein im letzten Jahren sind so 48 Aktivi-täten zusammengekommen. Für das The Ritz-Carlton, Wolfsburg, das gerade nach 15 Jahren am Standort seinen Manage-mentvertrag mit der Autostadt verlängert hat und in den letzten Jahren alles im Haus renovierungstechnisch angefasst hat, eine wichtige soziale Säule. Sowohl wenn es da- 42 10/2015


first_class_10_2015
To see the actual publication please follow the link above