Wellness mit Broiler

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Foto: Hotel Neptun Wellness mit Broiler Zu DDR-Zeiten bei in- und ausländischen Gästen beliebt, richtete sich das Hotel Neptun nach der Wende neu aus. Informationen zur Mitgliedschaft bei den Wellness-Hotels & Resorts erhalten interessierte Hoteliers unverbindlich unter Tel. (0211) 679 69 79, post@wh-r.com oder unter www.wellnesshotels-resorts.com Die erste Diskothek der DDR, eine Bar in der 19. Etage, ein eigenes Schwimmbad und Tanz unter dem Sternenhimmel: Das Fünf-Sterne- Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde hatte in den 1970er Jahren einiges zu bieten, was man im „Westen“ nicht überall fand. „Unsere Besonderheit war damals das breite Angebot. Kurmitteleinrichtungen mit Saunen und Massageräumen, eine Ladenpassage und verschiedene gastronomische Ein-richtungen auf so kleinem Raum wa-ren nicht üblich“, weiß Hoteldirektor Guido Zöllick. Heute profitiert das Haus noch von der guten Infrastruktur – die drei Restaurants, zwei Bars, Bistro und Café können zentral aus einer Kü-che bewirtschaftet werden. Diese Vor-züge genossen damals 80 % FDGB-Feriengäste und 20 % internationale Klientel mit Vorzeigenamen wie Fidel Castro oder Helmut Schmidt. Für die-ses Kaliber war das Hotel einst errich-tet worden – doch mit dem Macht-wechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker mussten Betten für Urlauber aus den DDR-Betrieben freigehalten werden. „Das gesellschaftliche Gefälle zwischen den beiden Gästegruppen fiel nicht so sehr auf, da es eine eige-ne Hauswährung gab, durch die der Schwarzhandel eingedämmt wurde“, sagt Guido Zöllick. Er begann seine Kellnerlehre 1986 im Neptun und übernahm nach Zwischenstationen 2007 seinen alten Lehrbetrieb. Urlaub – Business – Wellness Die Wiedervereinigung stellte das ge-samte Wirtschaftsmodell auf den Kopf. „Wir waren ein Ur-laubshotel, und dann brachen diese Gäste weg, weil sie ihre Reise-freiheit nutzten“, erinnert sich Guido Zöllick. Dafür kamen Geschäftsleute aus den alten Bundesländern, die z. B. Banken und öffentliche Betriebe um-strukturieren wollten und länger blie-ben. „Die Gäste wollten nicht mehr von morgens bis abends begleitet wer-den, sondern eine stabile Telefonlei-tung. Die Abläufe von Frühstück und Abendessen änderten sich komplett, da wir nicht mehr zentral organisieren konnten“, sagt Guido Zöllick. Mehr-bettzimmer mit Aufbettmöglichkeiten für Kinder waren nicht mehr gefragt – dafür große Schreibtische. Nach und nach vergrößerte das Hotel den Ver-anstaltungsbereich und nutzte den Vorteil, große Räume und 334 Zimmer zu haben, um Verbände und Firmen zu beherbergen. Das war bis 1997 das Kerngeschäft – von da an fand das Hotel zu seiner heutigen Ausrichtung, indem man den Wellnesstrend erkann-te und den Spa-Bereich intensiv umgestaltet hatte. Das Alleinstellungs-merkmal ist heute das 1999 eröffnete Thalassozentrum, das Anwendungen mit Seeluft, Meerwasser und Algen bei medizi-nischer Begleitung anbietet. Seit 2003 ist das Haus auch Mitglied bei den Wellness-Hotels & Resorts. „Was Inten-sität und Vielfalt der Therapien sowie den Er-fahrungsschatz betrifft, sind wir weit vorn“, freut sich Guido Zöllick. In der nächsten Zeit möchte er das Hotel je nach Marktentwicklung noch stärker im Gesundheitstou-rismus positionieren und wieder mehr Businessreisende anlocken. Auch Einheimische sollen ver-stärkt kommen. „Wir sind ein gro-ßes Haus in einer kleinen Gemein-de. Da ist es wichtig, auch Ansässige anzusprechen“, ist sich Guido Zöllick sicher. Im Hotel finden daher jeden Monat Veranstaltungen statt, seien es Abendessen mit Theaterbegleitung oder Konzerte. Ostalgie setzt der Ho-telleiter nicht als Marketingmittel ein: „Wir sind ein eigener Betrieb.“ Ledig-lich die Grillstube „Broiler“ ist als Kult-lokal geblieben. www.hotel-neptun.de


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