food und technik - Verblassende Sterne?

first_class_10_2015

Fotos Die Diskussion um den Sinn von Sternen ist alt – aber in Zeiten von Personalmangel und neuen, unkomplizierten Gastro-Trends wieder spannend. Wir trafen auf deutliche Ansichten. Ostsee: Auch wenn das Restaurant Belle Epoque im Columbia Hotel Casino Travemünde einen sechsstelligen Zuschuss brauchte, war die Rechnung bisher aufgegangen, meinte noch vor wenigen Wochen Hoteldirektor Mike Hoffmann gegenüber first class. Columbia wurde durch die Sternegastronomie erst bekannt. „Allein der dritte Stern von Kevin Fehling brachte Berichterstattung im siebenstelligen Anzeigengegenwert“, erläutert Mike Hoffmann. Doch der Weggang des beD ie Verbindung Sterneküche und Hotel ist nirgendwo so verbreitet wie in Deutschland mit neun der elf Drei-Sterne-Köche und 30 von 38 mit zwei Sternen. Scheinbar ein Erfolgsmodell. Doch die strengere Arbeitszeitendokumentierung, Personalmangel, Compliance-Richtlinien und neue Gastro-Ansätze unterhalb der Sterne erschweren das Geschäft. Erst verabschiedete sich die DSR bei A-Rosa und im Schweizer Hotel Paradies von der Sterne-Gastronomie, kürzlich auch die Columbia Hotels. Ist der teure Griff nach den Sternen noch sinnvoll? „Ich habe viel Schulterklopfen aus der Branche bekommen“, beschreibt Horst Rahe, Gründer der DSR Hotel Holding, die Reaktionen, als er die Abkehr von der Sterneküche vollzog. Dabei galt bis vor Kurzem für viele – im Zuge des Trends zum Luxus- und Inlandsurlaub – die marketingtaugliche Einbettung von Sternerestaurants in ein Luxusferienhotel als rettende Lösung. Inzwischen sind bei Horst Rahe drei vom Guide Michelin besternte Köche gegangen, das „La Mer“ im A-Rosa Sylt wurde geschlossen. Und bleiben wir an der Verblassende Sterne?


first_class_10_2015
To see the actual publication please follow the link above